Universitätsbibliothek Würzburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Universitätsbibliothek Würzburg
University of Würzburg seal.svg
Gründung 1619
Bestand 3,4 Millionen
Bibliothekstyp Universitätsbibliothek
Ort Am Hubland, Würzburg
ISIL DE-20
Website www.bibliothek.uni-wuerzburg.de

Die Universitätsbibliothek Würzburg ist die zentrale Bibliothek der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Als Regionalbibliothek Unterfrankens sammelt sie unterfränkisches Schrifttum. Unterhaltsträger der UB Würzburg ist der Freistaat Bayern. Mit 3,4 Millionen Medien gehört sie zu den größten Bibliotheken in Bayern.

Geschichte[Bearbeiten]

1619 gründete Johann Gottfried I. von Aschhausen die Bibliotheca Academica Godefridiana. Bis 1981 war sie im Renaissancegebäude der Alten Universität in der Domerschulstraße untergebracht. Im 17./18. Jahrhundert wuchsen die Buchbestände durch Ankauf privater Büchersammlungen, z. B. des Augsburger und Eichstätter Domherrn Johann Georg von Werdenstein, des Würzburger Domvikars Paul Wenger und des Augsburger Bürgers Johann Baptist Welser. Der Dreißigjährige Krieg brachte große Verluste. Als Folge der Säkularisation kamen 1803 zahlreiche Handschriften und Inkunabeln in den Besitz der Bibliothek. Bis 1806 wuchs der Gesamtbestand auf 25.500 Bände. Durch Schenkung und Kauf – zum Beispiel der Fürstlich Leiningenschen Bibliothek Amorbach – wuchs der Gesamtbestand in den folgenden 100 Jahren auf 370.000 Bände. Bei der letzten Zählung vor dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 waren es 462.000 Bände. Der Brand vernichtete 80 % des Bestandes. Die Wiederherstellung der Bibliotheksräume war 1957 abgeschlossen. 1981 wurde der Neubau (Architekt: Alexander Freiherr von Branca) auf dem Erweiterungsgelände Am Hubland bezogen. In dem Gebäude war bis Juni 2014 auch das Institut für Hochschulkunde untergebracht.

Bibliothekssystem und Bestände[Bearbeiten]

Die Bestände der UB umfassen rund 3,4 Millionen Medien, darunter ca. 8.000 aktuelle Zeitschriften. Den Benutzern steht neben dem gedruckten Bestand ein umfangreiches elektronisches Angebot (E-Books, E-Zeitschriften, E-Zeitungen) zur Verfügung. Alle elektronischen Ressourcen sind im Katalog der UB nachgewiesen. Die Nutzung ist für Angehörige der Universität Würzburg (Studierende, Dozenten, Mitarbeiter) zum größten Teil auch von zu Hause aus möglich. Die Bestände verteilen sich jeweils etwa zur Hälfte auf die Zentralbibliothek und auf rund 70 Teil-, Instituts- und Klinikbibliotheken. Die zahlreichen Standorte sind das Resultat der wechselvollen Geschichte der Universität und ihrer Bibliothek. Spiegel der kulturgeschichtlichen Bedeutung der Universitätsbibliothek sind u. a. ihre Sondersammlungen an bedeutenden historischen Handschriften und Drucken.

UB in Zahlen (2012)[Bearbeiten]

Universitätsbibliothek Würzburg
Medien insgesamt: 3.393.642
Neuerwerbungen: 59.905
Nutzer: 26.318
davon Externe: 7.162
Öffnungstage/Woche: 7
Öffnungsstunden/Woche: 103,5
Auskünfte: 33.068
Einführungskurse: 464
1 Zentralbibliothek:
Besucher: 1.059.285
Ausleihen: 734.157
Arbeitsplätze: 773
16 Teilbibliotheken:
Besucher: 1.011.000
Arbeitsplätze: 1.757

Service[Bearbeiten]

Die Universitätsbibliothek bietet Einführungskurse für spezielle Zielgruppen an, z. B. für Studierende, Schüler und Lehrer sowie Veranstaltungen, die sich an ein breiteres Publikum richten. Hierzu gehören auch die unter einem bestimmten Thema stehenden Führungen der Abteilung Sondersammlungen. Für ihre intensive und beispielhafte Zusammenarbeit mit Schulen erhielt die UB wiederholt das bayerische Gütesiegel Bibliotheken – Partner der Schulen. Daneben werden zahlreiche Kurse zur Vermittlung von Informationskompetenz angeboten, die in die Curricula fast aller Studiengänge der Universität Würzburg integriert sind. Während der gesamten Öffnungszeiten der Zentralbibliothek können sich die Bibliotheksbenutzer telefonisch oder persönlich an der Informationstheke beraten lassen. Für Anfragen, Wünsche, Anschaffungsvorschläge und Kritik steht ein Auskunftsmanagementsystem zur Verfügung (Frag' die UB, basierend auf Question Point). Reprografische Dienstleistungen bietet das Digitalisierungszentrum der UB an. Zu den Kernaufgaben des Digitalisierungszentrums zählen neben Reprodiensten für universitäre und wissenschaftliche Zwecke auch Scanarbeiten für Elektronische Semesterapparate der E-Learning-Plattform WueCampus sowie die Buchdigitalisierung im Rahmen der Plattformen WuE-Books und Franconica Online. Die UB Würzburg unterstützt mit dem Online-Publikationsserver OPUS Würzburg die Open Access-Initiative: Auf diesem Server können Wissenschaftler und Studierende der Universität Würzburg ihre wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichen. Erst- und Zweitpublikationen sowie Zeitschriften, Reihen und Kongressberichte Würzburger Wissenschaftler stehen weltweit für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung.

Sondersammlungen[Bearbeiten]

Die Sondersammlungen der UB werden von zwei Abteilungen betreut, die jeweils ein besonderes Aufgabengebiet haben:

Die Abteilung Handschriften und Alte Drucke erschließt und verwaltet den wertvollen Alt- und Sonderbestand der Universitätsbibliothek. Die seit über 400 Jahren angewachsene Sammlung erfuhr ihren größten Zuwachs in den Jahren der Säkularisation, als zahlreiche Bücher und Handschriften aus den Klöstern und Stiften in und um Würzburg in die Universitätsbibliothek gelangten. Heute umfassen die von der Abteilung betreuten Bestände neben den ca. 2300 Handschriften und ca. 3000 Inkunabeln zahlreiche Drucke aus den Jahren vor 1801, sowie Papyri, Autografen, Nachlässe, Originalgrafik, historische Karten und Pläne. Zu den größten Kostbarkeiten der Sammlungen gehören das Kiliansevangeliar und das Fuldaer Evangeliar mit der Würzburger Markbeschreibung sowie das Rundbuch des Fürstbischofs Julius Echter.

Die Abteilung Fränkische Landeskunde betreut die umfangreichste Sammlung fränkischer Literatur bzw. der Literatur über Franken, seine Kultur und Geschichte an einer wissen-schaftlichen Bibliothek. Seit 1962 wird hier auch die Unterfränkische Bibliographie als Regionalbibliographie für den bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken erstellt, heute als Teil der Bayerischen Bibliographie. Räumlich gesehen liegt der Schwerpunkt der Sammlung auf Unterfranken, daneben wird aber auch Literatur über Mittel- und Oberfranken sowie Hennebergisches Franken, Hohenlohe, Württembergisch und Badisches Franken gesammelt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

49.78259.9680555555556Koordinaten: 49° 46′ 57″ N, 9° 58′ 5″ O