Unruhen von Jaffa

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Die Unruhen von Jaffa fanden vom 1. bis 7. Mai 1921 im Mandatsgebiet Palästina in der von Arabern und Juden bewohnten Stadt Jaffa statt. Dabei kam es zu Massakern zwischen der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten. Gleichzeitig gab es Ausschreitungen in Petach Tikwa,[1] Rechovot,[1] Gedera[1] und Kfar Saba.[1]

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massengrab für jüdische Opfer der Unruhen von Jaffa auf dem Trumpeldor-Friedhof Tel-Aviv (2011)

Anlässlich der Feierlichkeiten zum Ersten Mai 1921 veranstaltete die kommunistische Sozialistische Arbeiterpartei eine von den britischen Behörden nicht genehmigte Demonstration. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Kommunisten und der sozialistischen Partei Achdut haAwoda. Im Zuge der Auseinandersetzungen fielen Schüsse unklarer Herkunft.[2]

Im Zuge der Auseinandersetzung versammelten sich viele Araber in Manshiyya. Beim Versuch die Gruppen auseinander zu halten, fiel ein Schuss unklarer Herkunft, vermutlich hat ein britischer Polizist in die Luft geschossen.[2]

Daraufhin kam es zu einem Pogrom von Seiten arabischer Zivilisten unter Teilnahme von arabischen Polizisten gegen jüdische Wohnungen, Passanten und Einrichtungen. Männer, Frauen und Kinder wurden mit Knüppeln, Messern, Schwertern und seltener Schusswaffen ermordet. Es kam auch zu zahlreichen Vergewaltigungen, insbesondere von Minderjährigen.

Am Folgetag setzten sich die Ausschreitungen fort. Der jüdische Schriftsteller Josef Chaim Brenner wurde mit 5 weiteren Juden gelyncht. Jüdische Einwohner rächten sich ihrerseits an arabischen Zivilisten.[3]

Die dreitägigen Auseinandersetzungen bewogen den britischen Gouverneur Herbert Samuel schließlich durch Flugzeuge der Royal Air Force arabische Menschenansammlungen und Schlüsselörtlichkeiten zu bombardieren.[2][4] Erst nach sieben Tagen hatte die britische Mandatsmacht die Lage wieder unter Kontrolle.

Bei den Unruhen fanden 47[1] Juden (davon 43[1] in Jaffa) und 48 Araber den Tod. 146 Juden und 73 Araber wurden zum Teil schwer verletzt.[2]

Bewertungen und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Seiten reklamierten einen Pogrom der anderen Seite. Die britische Botschaft wertete das initial von Arabern verübte Massaker als spontan und unorganisiert. Die Auseinandersetzung zwischen Juden am 1. Mai sei der Anlass gewesen. Die diplomatische Vertretung der Vereinigten Staaten berichtete nach Washington, dass das Massaker unabhängig davon stattgefunden habe.[2]

Ein britischer Untersuchungsbericht, der Haycraft Report, wurde im Herbst 1921 veröffentlicht.[5]

Herbert Samuel erwirkte nach den Unruhen die administrative Trennung des jüdischen Tel Aviv von der gemischten Stadt Jaffa.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Simon Epstein: Histoire du peuple juif au XXe siècle – De 1914 à nos jours. In: Collection Pluriel. Hachette Littératures, Paris 1998, ISBN 978-2-01-278993-7, S. 52.
  2. a b c d e f Tom Segev: Es war einmal ein Palästina – Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. 4. Auflage, Siedler Verlag, München 2005, S. 188–209.
  3. Britischer Offizier nach 100 Jahren für Rettung von Juden geehrt. Israelnetz, 4. Mai 2021, abgerufen am 8. Juli 2021.
  4. David E. Omissi: Air power and colonial control: the Royal Air Force 1919–1939. Manchester University Press, Manchester 1990, ISBN 978-1-5261-2358-9, S. 44 f.
  5. Haycraft Report: Haycraft Report. Abgerufen am 8. Juli 2021.