Unruhen von Jaffa

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Die Unruhen von Jaffa fanden 1921 im Mandatsgebiet Palästina in der von Arabern und Juden bewohnten Stadt Jaffa statt. Dabei kam es zu Massakern zwischen der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten.

Ablauf[Bearbeiten]

Denkmal in Petach Tikwa

Anlässlich der Feierlichkeiten zum Ersten Mai 1921 veranstaltete die kommunistische Sozialistischen Arbeiterpartei eine von den britischen Behörden nicht genehmigte Demonstration. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Kommunisten und der sozialistischen Partei Achduth ha-Awoda. Im Zuge der Auseinandersetzungen fielen Schüsse unklarer Herkunft.[1]

Daraufhin kam es zu einem Pogrom von Seiten arabischer Zivilisten gegen jüdische Wohnungen, Passanten und Einrichtungen. Männer, Frauen und Kinder wurden mit Knüppeln, Messern, Schwertern und seltener Schusswaffen ermordet. Es kam auch zu zahlreichen Vergewaltigungen, insbesondere von Minderjährigen. Am Folgetag setzten sich die Ausschreitungen fort und jüdische Einwohner gingen stellenweise selbst zu Terror und Tötung von arabischen Zivilisten über. Die dreitägigen Auseinandersetzungen bewogen den britischen Gouverneur Herbert Samuel schließlich durch Flugzeuge der Royal Air Force arabische Menschenansammlungen und Schlüsselörtlichkeiten zu bombardieren.[1][2]

47 Juden und 48 Araber fanden den Tod. 146 Juden und 73 Araber wurden zum Teil schwer verletzt.[1]

Bewertungen und Folgen[Bearbeiten]

Beide Seiten reklamierten einen Pogrom der anderen Seite. Die britische Botschaft wertete das initial von Arabern verübte Massaker als spontan und unorganisiert. Die Auseinandersetzung zwischen Juden am 1. Mai sei der Anlass gewesen. Die diplomatische Vertretung der Vereinigten Staaten berichtete nach Washington dass das Massaker unabhängig davon stattgefunden habe.[1]

Samuel erwirkte nach den Unruhen die administrative Trennung des jüdischen Tel Avivs von der gemischten Stadt Jaffa.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Tom Segev: Es war einmal ein Palästina – Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels, 4. Auflage, München, 2005, S. 188–209
  2. David Omissi: Air power and colonial control: the Royal Air Force, 1919–1939, Manchester, 1990, S. 44f