Unschooling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres sollte auf der Diskussionsseite angegeben sein. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Unschooling ist eine Form des informellen Lernens. Die Kinder gehen dabei nicht zur Schule, sondern suchen sich selbst ein Interessensgebiet aus und werden dabei von den Eltern oder auch externen Lehrern unterstützt. Im deutschsprachigen Raum wird dazu auch der Begriff Freilerner verwendet. Der Begriff wurde von John Caldwell Holt geprägt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unschooling bezeichnet ein vom Kind geleitetes Lernen im Wohn- und Lebensumfeld, im Unterschied zur klassischen Form des Hausunterrichts ohne den Versuch, die traditionelle Schule und ihre Lehrpläne zu Hause nachzuahmen. Es gibt daher keinen geplanten Unterricht oder bestimmte Zeiten am Tag, für die schulähnliche Aktivitäten vorgeschrieben sind. Themen werden behandelt, wenn das Interesse des Kindes danach verlangt. Die Eltern – oder die Personen, mit denen das Kind zusammenlebt, – sind weniger Lehrer als Unterstützer und Begleiter der Lernprozesse. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass für ein Projekt (z. B. um ein Instrument zu erlernen) ein geeigneter Lehrer hinzugezogen wird. Das Kind beschäftigt sich dann je nach Interesse wochenlang nur mit einem Thema[1].

In Deutschland ist Unschooling wegen der Schulpflicht verboten.

Motive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befürworter des Unschooling argumentieren auf verschiedene Weise. Einige bemängeln die Ineffizienz des Lernens an einer Schule. Andere vertreten die Ansicht, dass es unzulässig sei, Kinder bzw. junge Menschen zu Dingen zu zwingen, die sie nicht wollen. Kinder hätten die gleichen Menschenrechte wie Erwachsene.

Im Übrigen sind die Motive ähnlich wie unter Hausunterricht.

Ländervergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

rot = verboten
blau = erlaubt
violett = mit Einschränkungen erlaubt
grau = unbekannt

In allen englischsprachigen und vielen weiteren Ländern der westlichen Hemisphäre wie der Schweiz und Österreich ist zumindest Hausunterricht zulässig. In den meisten europäischen Ländern besteht Bildungspflicht, das heißt die Vermittlung von Wissen ist für das Kind nicht an den Besuch einer Schule (Schulpflicht im eigentlichen Sinne) gebunden.

In Deutschland hingegen ist Unschooling erst nach Erfüllung der in allen Bundesländern geltenden gesetzlichen Schulpflicht möglich.

Für Unschooling gelten die gleichen Voraussetzungen wie für Hausunterricht.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker halten dem entgegen, dass beim Unschooling kein Bildungsniveau sichergestellt werden kann. Solche Kinder hätten zu wenig Sozialkontakte und seien auf das spätere Berufsleben nicht hinreichend vorbereitet.[2] Es gibt außerdem ähnliche Kritik wie für andere nicht-schulische Formen des Lernen, wie der Schutz vor Kindesmissbrauch, religiösem Fanatismus oder dass Kinder einfach vorm Fernsehen sitzen bleiben und keine Schulbildung erhalten.[3] Dass auch mit Unschooling ein Abschluss an einer normalen Schule erreicht werden kann, soll die Studie von Peter Gray beweisen.[4] In den Ergebnisse ist zu sehen, dass die Befragten mehr kreative bzw. selbständige Berufe erlangt haben. Die Studie ist dabei nicht repräsentativ.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Olivier Keller: Denn mein Leben ist Lernen. Arbor, Freiburg 1999, ISBN 3-924195-44-7.
  • Stefanie Mohsennia: Schulfrei: Vom Lernen ohne Grenzen, 2. aktualisierte Aufl., Anahita-Verlag, Königslutter 2010, ISBN 978-3-937797-12-0.
  • Dagmar Neubronner: Die Freilerner, Genius, 2008, ISBN 978-3-934719-34-7.
  • André Stern: …und ich war nie in der Schule: Geschichte eines glücklichen Kindes. ZS Verlag, 2009, ISBN 978-3-89883-228-1.
  • Bertrand Stern: Schluß mit Schule! – das Menschenrecht, sich frei zu bilden. tologo, Leipzig 2006, ISBN 3-9810444-5-2.
  • Alan Thomas: Bildung zu Hause: Eine sinnvolle Alternative. tologo, 2007, ISBN 978-3-940596-00-0.
  • Bruno und Doris Gantenbein: Das Wahren der Einzigartigkeit: Entfaltung durch natürliches und selbstbestimmtes Lernen. Ataraxis.ch, 2015, ISBN 978-3-9524155-1-1.
  • weitere Literatur dazu findet sich unter: John Caldwell Holt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Parvin Sadigh: Schule: Für immer Ferien. In: Die Zeit. 21. November 2014, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. August 2019]).
  2. Abschottung durch Unschooling. 16. November 2015, abgerufen am 24. August 2019 (deutsch).
  3. Parvin Sadigh: Schule: Für immer Ferien. In: Die Zeit. 21. November 2014, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. August 2019]).
  4. A Survey of Grown Unschoolers I: Overview of Findings. Abgerufen am 24. August 2019 (englisch).
  5. Ergebnisse der Studie von Peter Gray und Gina Riley: Wenn Freilerner erwachsen werden... In: die freilerner. 5. März 2016, abgerufen am 24. August 2019 (deutsch).