Unserer Lieben Frauen (Christes)

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Die evangelische Pfarrkirche in Christes

Die denkmalgeschützte Kirche Unserer Lieben Frauen in Christes im Landkreis Schmalkalden-Meiningen (Thüringen), eine ehemalige Wallfahrtskirche, gilt als die kleinste spätgotische dreischiffige Basilika Europas. Die Gemeinde Christes und Viernau gehört zum Kirchenkreis Henneberger Land in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland.[1]

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen des heilkräftigen Christusborns gab es seit 1367 eine Wallfahrt.[2] Die Vorgängerkirche war kleiner und wurde 1443 umgebaut und erweitert. Um Emporen einbauen zu können, wurde das Schiff um 1627 erhöht.

Die Kirche besteht aus einem Westturm, dem Langhaus zu drei Schiffen, einem eingezogenen rechteckigen Chor und einer angebauten Sakristei. Das Gebäude ist durch einen Eingang im Erdgeschoss des Turmes erschlossen. In das Turmgeschoss wurde ein Kreuzgratgewölbe eingezogen. Das Mittelschiff war wohl ursprünglich, so wie heute noch der Chor mit einem Tonnengewölbe aus Holz eingewölbt. Derzeit ist im Mittelschiff eine flache Holzdecke zu sehen. Drei der Seitenschiffjoche besitzen ein Kreuzrippengewölbe, eines ein Netzgewölbe. Der Schlussstein des mittleren südlichen Joches zeigt eine Darstellung des Ecce homo. Im Chor wurden in den 1970er Jahren Reste alter Bemalungen freigelegt. Das Gebäude wurde von 1983 bis 1994 umfangreich renoviert. Bei den Renovierungsarbeiten wurden die Emporen entfernt, es traten Reste von Wandmalereien des ausgehenden 15. Jahrhunderts zutage. Die Malereien zeigen unter anderem Darstellungen der Heiligen Katharina, Barbara, Dorothea und Ursula.[3] Von den erhaltenen Wandmalereien wurden bisher nur die in der Sakristei restauriert.[4]

Nach 1990 waren umfangreiche Renovierungsmaßnahmen nötig (Trockenlegung der Fundamente, Bekämpfung des Hausschwamms, statische Maßnahmen, Dachsanierung). Ferner wurden drei Bronzeglocken anstelle der Stahlglocken angeschafft. Die Außensanierung des 20 Meter hohen Turmes begann mit der Abnahme der Turmhaube und die Entsorgung der Stahlglocken. Die Finanzierung wurde durch Fördermittel und Spenden realisiert. Am Heiligabend 2009 konnte die Kirche wieder in Betrieb genommen werden.[5]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der stark überarbeitete Taufstein stammt, ebenso wie die Kanzel aus dem Jahr 1572.[6]
  • Die alte Altarplatte bekam einen neuen Unterbau.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Unserer Lieben Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite des Kirchenkreises
  2. Seite des Kirchenkreises
  3. Stephanie Eißing, Franz Jäger u. A. in Georg Dehio Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, Deutscher Kunstverlag, 2003, ISBN 3-422-03095-6, Seite 186
  4. Seite des Kirchenkreises
  5. glaube-und-heimat.de Abgerufen am 29. Oktober 2014.
  6. henneberger-land.de
  7. Stephanie Eißing, Franz Jäger u. A. in Georg Dehio Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, Deutscher Kunstverlag, 2003 ISBN 3-422-03095-6, S. 186.

Koordinaten: 50° 39′ 39,1″ N, 10° 28′ 46,2″ O