Unterbürg

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Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 26′ 48″ N, 11° 3′ 32″ O
Höhe: 315 m ü. NHN
Eingemeindung: 1938
Postleitzahl: 90482
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 94 Laufamholz in Nürnberg
Schloss Unterbürg in Nürnberg-Laufamholz
Schloss Unterbürg in Nürnberg-Laufamholz

Unterbürg ist ein Stadtteil von Nürnberg und Teil des statistischen Bezirks 94 (Laufamholz) und gehört zum PLZ-Bezirk 90482.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt im Osten von Nürnberg zwischen Mögeldorf und Laufamholz, an der Ausfallstraße nach Schwaig, der Laufamholzstraße. Folgende Straßen gehören zum Stadtteil: Beerbacher Weg, Ellenbacher Weg, Eschenbacher Weg, Hartmannshofer Weg, Laufamholzstraße, Oelsbacher Weg, Pegnitzweg, Sendelbacher Weg und Unterbürger Straße.[1]

Der namensgleiche statistische Distrikt 941 wird im Norden durch die Pegnitz und im Süden durch die Laufamholzstraße begrenzt. Er grenzt im Osten an den Distrikt 942 Ottensooser Str., Hammer, im Süden an Distrikt 940 Laufamholz (Happurger Str.), im Westen an Distrikt 923 Mögeldorf (Ebenreuther Str.) und im Norden an den Distrikt 913 Erlenstegen (Wasserwerk).[2]

Statistische Nachbardistrikte des Distrikts 941 Laufamholz (Unterbürg)
913 Erlenstegen (Wasserwerk)
923 Mögeldorf (Ebenreuther Str.) Nachbargemeinden 942 Ottensooser Str., Hammer
940 Happurger Str.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1250 wurde von den Reichsministerialen von Laufamholz an der Pegnitz in Sichtweite von Oberbürg ein Turmbau in der heutigen Unterbürger Straße 36 errichtet. Man nimmt an, dass der Herrensitz Unterbürg der Stammsitz des Reichsministerialengeschlechts der Laufamholzer war. 1363 gelangte er in den Besitz des Nürnberger Patriziats. Leupolt Groß öffnete das Wasserschloss der Stadt Nürnberg. 1372 erwarb es die Familie Groland. 1449 wurde es wahrscheinlich zerstört und 1552 stark beschädigt. Die Turmburg wurde jeweils neu errichtet.[3] Noch im 18. Jahrhundert bot der Ansitz trotz der frühneuzeitlichen Umbauten den Anblick einer mittelalterlichen Wasserburg. Eine Zugbrücke ermöglichte den Zugang zum Hauptgebäude.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Unterbürg drei Haushalte (Schloss und Handwerkerhäuser). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Schwabach und vom brandenburg-bayreuthischen Vogtamt Schönberg bestritten wurde. Grundherr über alle Anwesen war der Nürnberger Eigenherr von Randahl.[4]

Ab 1796 wurde Unterbürg vom preußischen Justiz- und Kammeramt Burgthann verwaltet. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern.[3] Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Unterbürg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Laufamholz zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Laufamholz an. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 13 Anwesen bis 1812 dem Patrimonialgericht Unterbürg.[5]

1938 wurde Unterbürg in die Stadt Nürnberg eingemeindet.[3]

Der Herrensitz wurde 1945 beschädigt und nach dem Krieg wieder restauriert.[3] Nach einem Besitzerwechsel wurde er 1990 restauriert und erhielt als Rekonstruktion die alte Dachform und die Scharwachttürmchen wieder zurück.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemaliges Wasserschloss
  • Brunnenstube

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925
Einwohner 39 58 60 70 73 77 157
Häuser[6] 9 7 12 13 20
Quelle [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Heilig Geist gepfarrt, die römisch-katholischen Einwohner nach St. Karl Borromäus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unterbürg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unterbürg im BayernAtlas
  2. Stadtplandienst Nürnberg Distrikt 941 Laufamholz (Unterbürg), abgerufen am 23. Februar 2016
  3. a b c d G. Voit, S. 1121f.
  4. H. H. Hofmann, S. 178
  5. H. H. Hofmann, S. 241f.
  6. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1925 als Wohngebäude.
  7. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 93 (Digitalisat).
  8. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 207 (Digitalisat).
  9. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1065, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  10. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1231, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  11. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1165 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1275 (Digitalisat).