Unterdürnbach

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Unterdürnbach ()
Ortschaft
Verwaltungssprengel
Unterdürnbach (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hollabrunn (HL), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Maissau  (KG Unterdürnbach)
Koordinaten 48° 34′ 47″ N, 15° 52′ 22″ OKoordinaten: 48° 34′ 47″ N, 15° 52′ 22″ Of1
Höhe 289 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 220 (k. A. Hilfef3f0)
Fläche ~ 30 Hektardep1
Postleitzahl 3721f1
Vorwahl +43/02958f1
Ortsvorsteher Helga Zeiler-Rauschf1
Offizielle Website
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03871
Zählsprengel/ -bezirk Unterdürnbach (31026 009)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

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Unterdürnbach ist eine österreichische Ortschaft mit 220 Einwohnern (Stand 2011) in der Gemeinde Maissau im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Unterdürnbach ist eine eigene Katastralgemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterdürnbach ist ein Doppelstraßendorf östlich von Maissau im Weinviertel am Fuß des Manhartsberges. Das Dorf liegt in einer Grabensenke des namengebenden Dürnbaches und ist aus einem Längsangerdorf hervorgegangen.[1]

Nachbarortschaften:

Oberdürnbach Limberg Niederschleinz
Maissau Nachbargemeinden Frauendorf an der Schmida
Parisdorf Ravelsbach Minichhofen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Pfarreinweihungsurkunde von Ravelsbach wurde Unterdürnbach erstmals im Jahre 1110 urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1147 scheint ein Dietmarius von Durrinpach in einer Göttweiger Traditionsnotiz auf und auch in Urkunden von Stift Klosterneuburg scheinen Genannte von Dürenbach auf. In der Mitte des 12. Jahrhunderts findet sich auch die erste urkundliche Erwähnung eines Festen Hauses der Herren von Durrinbach[2]

Im Jahre 1265 wurde ein Ritter Meinhard de Durnbach genannt, welcher der Witwe des gewaltsam ums Leben gekommenen Otto von Maissau bei der Verwaltung ihrer Güter behilflich war. Seine Söhne Meinhard, Ernst und Wolfhard gehörten der Gefolgschaft des Marschalls Stephan von Maissau an.

Im Jahre 1293 errichtete Wolfhard von Durnbach die Pfarre in Unterdürnbach. In den folgenden Jahren werden verschiedene Familien des Kleinadels als Lehensnehmer genannt. Im 15. Jahrhundert wurden auch andere Adelsfamilien vom Landesfürsten mit Besitz belehnt, so Ulrich Zischerl (um 1400), Kaspar Schober (um 1430) und dessen Sohn Georg, Ritter auf Niederdürnbach (um 1450). Seine Erbtochter heiratete nach dem Jahre 1492 Laurenz Steger, der damit Lehensnehmer wurde.

Die als Ungarnkriege bekannten Auseinandersetzungen zwischen Friedrich III. und den Hunyadis (Johann Hunyadi, Matthias Corvinus) gegen Ende des 15. Jahrhunderts führten dazu, dass das Gebiet um Unterdürnbach Raubzüge der Ungarn unter ihrem Hauptmann Wenzel Martinsky erlebte und Unterdürnbach eine Zeit lang von den Ungarn besetzt war.

Im Jahre 1517 übernahm Wolfgang, der Sohn von Laurenz Steger den Besitz. Er nannte sich Ritter auf Dürnbach und Harmannsdorf und verkaufte die Kirche und das Schloss im Jahre 1531 an Melchior Hohberg. Anlässlich dieses Verkaufes ist auch erstmals der Bestand eines Schlosses dokumentiert, das möglicherweise aus dem Festen Haus aus dem 12. Jahrhundert hervorgegangen ist.[3] 1644 erwirbt das Stift Lilienfeld das Gut Unterdürnbach, das 1971 verkauft wird. Das Schloss ist auch heute noch im Besitz des Stiftes und wird als Pfarrhof verwendet.

Mit 1. Jänner 1972 erfolgte aus finanziellen und wirtschaftlichen Überlegungen heraus die Gemeindezusammenlegung der ehemaligen Gemeinde Unterdürnbach mit der Gemeinde Maissau.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maissau

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dehio S. 1194
  2. Dehio, S. 1195
  3. Das Schloss Unterdürnbach zusammengestellt von Pater Dr. Edmund Tanzer
  4. Österreichischer Städteatlas: Maissau ( Online); Verlag Franz Deuticke, Wien 1997, ISBN 3700546599
  5. Historisches Ortslexikon Niederösterreich Teil 2 (PDF; 1,2 MB). Österreichische Akademie der Wissenschaften. Abgerufen am 16. März 2012