Unterdießen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Unterdießen
Unterdießen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterdießen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 59′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Fuchstal
Höhe: 646 m ü. NHN
Fläche: 12,79 km2
Einwohner: 1446 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86944
Vorwahl: 08243
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 143
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 2
86944 Unterdießen
Webpräsenz: www.unterdiessen.de
Bürgermeister: Alexander Enthofer
Lage der Gemeinde Unterdießen im Landkreis Landsberg am Lech
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Über dieses Bild

Unterdießen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterdießen liegt an der römischen Via Claudia. Damit liegt der Ort heute am gleichnamigen neuzeitlichen Radfernweg Via Claudia Augusta.

Die Bundesstraße 17 verläuft als Romantische Straße wenige Kilometer östlich des Ortsteils Unterdießen zwischen den Ortsteilen Unterdießen und Dornstetten.

Die Gemeinde liegt westlich des Lechs auf einer etwa zwei Kilometer breiten Schotterterrasse und wird östlich von einem Altmoränenzug begrenzt. Unterdießen besteht aus den Ortsteilen Oberdießen, Unterdießen und Dornstetten. Durch Ober- und Unterdießen fließt der Wiesbach, Dornstetten liegt weiter östlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Unterdießen während der Bauarbeiten im März 2007

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon zur Römerzeit 50 n. Chr. zog die Via Claudia als erste Römerstraße von Füssen kommend durch das Dorf in Richtung Augsburg. Entlang der Straße und des Lechs bauten die römischen Legionäre ihre ersten Siedlungen. Aus dieser Zeit berichten Münzen und Scherben, während die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1126 stammt.

Die Herren von Diezzen gaben dem Dorf ihren Namen. Der Name Diezzen stammt entweder vom althochdeutschen Diuzan = von einem erhebenden Berg, oder vom mittelhochdeutschen Tosen und bezeichnet somit den Ort an einen tosenden Bach. Das Stammwappen der Diezzen zeigt den Schild golden, schräg gezinnt, das Grundlage für das heutige Gemeindewappen war.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1925 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dornstetten eingegliedert.[2]

Ortsansicht des Ortsteils Oberdießen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Alexander Enthofer, 2. Bürgermeisterin ist Marie-Luise Raffalt (CSU / Dorfgemeinschaft Unterdießen). Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern.

Nach der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 73,9 % gehören 11 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte zur „Dorfgemeinschaft Unterdießen“, ein Mitglied gehört keiner Gruppierung an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat nach vergangenen Wahlen:

Jahr CSU/DG NL gesamt Wahlbeteiligung
2008 8 4 12 72,9 %
2002 8 4 12 73,8 %

DG = Dorfgemeinschaft
NL = Neue Liste

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Im Wolkenschnitt schräglinks geteilt von Blau und Gold; oben eine goldene Mitra, unten eine schräglinks gestellte schwarze Lanze.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften bestehen mit dem italienischen Dimaro (seit 2016 Teil der Gemeinde Dimaro Folgarida) und dem französischen Orgerus.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über dem Ort erhebt sich das Schloss Unterdießen, dessen heutiger Bau erst im späten Mittelalter (1589) durch das Geschlecht der Freyberg errichtet wurde.

Das Ortsbild wird von den drei Kirchen in den drei Ortsteilen geprägt: St. Nikolaus (18. Jahrhundert) in Unterdießen, St. Rupert (15. Jahrhundert) in Oberdießen und St. Gangwolf (15. Jahrhundert) in Dornstetten. Auch zahlreiche alte Profanbauten bestimmen den Charakter des Ortes, z. B. die Alte Mühle in Dornstetten (1611) oder das Schulhaus Oberdießen (1857).

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Malura-Museum im Ortsteil Oberdiessen bietet neben Werken des Münchner Malers Oswald Malura jährlich wechselnde Kunstausstellungen. Malura kam 1955 über seinen Freund Franz Hauber nach Oberdiessen, kaufte ein Grundstück und erbaute dort ein Atelier, in dem er regelmäßig arbeitete und lehrte. 1977 erwarb er in Oberdiessen am Mühlweg 2 ein altes Bauernhaus, das er renovierte und zum Museum und als „Haus der Begegnung und Kulturtreffpunkt für Gleichgesinnte im Geiste“ nutzte. In diesem Haus ist heute das Malura-Museum untergebracht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unterdießen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.