Untere Ruhrtalbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kettwig–Mülheim-Styrum
Strecke der Untere Ruhrtalbahn
Streckennummer (DB):2185 (Kettwig–Mülheim-Styrum)
85 (Ruhrbrücke Abzw–Mülheim West)
Kursbuchstrecke (DB):zuletzt 231a
Streckenlänge:14,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:zuletzt 40 km/h
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Ruhrtalbahn von Essen-Werden
S-Bahnhof
0,0 Kettwig
BSicon eBS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
(ehem. Abzweig nördlich der Ruhr)
BSicon exWBRÜCKE.svgBSicon WBRÜCKE.svg
Ruhr, Eisenbahnbrücke Kettwig, Kettwiger See
BSicon exHST.svgBSicon SHST.svg
1,0 Kettwig Stausee
BSicon exBS2l.svgBSicon BS2lxc.svg
Ruhrtalbahn nach Düsseldorf
   
1,8 Kettwig vor der Brücke
   
3,0 Schloßhotel Hugenpoet
   
4,5 Mintard
   
8,7 Mülheim (Ruhr) Aubergweg
   
9,0 Mülheim (Ruhr)-Saarn
   
Mülheim (Ruhr) Brauerei Ibing
   
11,5 Mülheim (Ruhr)-Broich
   
Verbindungskurve nach Speldorf
   
Rheinische Bahn Mülheim Hbf–Speldorf
   
Ruhr
   
13,0 Ruhrbrücke Abzw
   
ehem. Personenstrecke nach Mülheim BME
   
Hauptstrecke von Mülheim (Ruhr) Hbf
S-Bahnhof
14,7 Mülheim (Ruhr)-Styrum
   
Hauptstrecke nach Oberhausen bzw. Duisburg

Die Untere Ruhrtalbahn ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) entlang der Ruhr durch den Südwesten der Stadt Mülheim an der Ruhr gebaut und verband Mülheim-Styrum an der Bahnstrecke Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg mit Essen-Kettwig an der Bahnstrecke Düsseldorf-Oberbilk–Essen-Kupferdreh.

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst wurde ab 1876 Personenverkehr von Kettwig über die Eisenbahnbrücke Kettwig sowie über die Ruhrbrücke in Mülheim zum Bahnhof Mülheim BME, welcher später Bahnhof Mülheim (Ruhr) hieß und heute Mülheim (Ruhr) West heißt, durchgeführt. Der Personenverkehr wurde aber schon 1909 nach Styrum geführt, da die Verbindungskurve nach Mülheim BME der expandierenden Friedrich Wilhelms-Hütte sowie dem Ausbau des Bahnhofs Bahnhof Mülheim (Ruhr) (West) im Wege stand.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Ruhrbrücken zerstört. Der Personenverkehr konnte infolgedessen nur noch von Kettwig vor der Brücke, später von dem neu eingerichteten Haltepunkt Kettwig Stausee, (unterhalb des heutigen S-Bahn-Haltepunktes gleichen Namens) in Richtung Mülheim durchgeführt werden. In Mülheim wurde der Personenverkehr über die Broicher Verbindungskurve nach Speldorf umgeleitet. Nach Wiedererrichtung der Mülheimer Brücke wurden ab 1954 beide Ziele (Styrum und Speldorf) bis zur Stilllegung im Personenverkehr bedient.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 24. Januar 1876: BME Kettwig–Styrum abgenommen
  • 6. März 1876: Güterverkehr Kettwig–Styrum aufgenommen
  • 15. März 1876: Personenverkehr Kettwig–Ruhrbrücke Abzw aufgenommen
  • 1899: Zweites Gleis Kettwig–Broich erstellt
  • 1909: Zweites Gleis Broich–Styrum erstellt
  • 10. Dezember 1909: Personenverkehr Ruhrbrücke Abwz–Styrum aufgenommen
  • 1945: Brücke Broich–Styrum gesprengt
  • 10. April 1945: Brücke Kettwig–Kettwig Stausee gesprengt
  • 1953: Personenverkehr Kettwig vor der Brücke–Kettwig Stausee wieder aufgenommen
  • 23. Mai 1954: Güterverkehr Broich–Styrum über eingleisige Brücke wieder aufgenommen
  • 1. November 1955: Kettwig Stausee–Styrum von zweigleisiger Hauptbahn in eingleisige Nebenbahn umgewandelt
  • 1954/1955/1958: Personenverkehr Broich–Styrum wieder aufgenommen
  • 26. Mai 1968: Personenverkehr Kettwig Stausee–Styrum eingestellt
  • 1. September 1968: Güterverkehr Kettwig Stausee–Saarn eingestellt
  • 10. Oktober 1973: Broich–Styrum stillgelegt
  • 10. Oktober 1973: Saarn–Broich in Bahnhofsgleis umgewandelt
  • 1978: Güterverkehr Saarn–Broich eingestellt
  • 2. November 1981: Saarn–Broich stillgelegt
  • 3. Februar 1982: Saarn–Broich abgebaut
  • 1992 Verbindungsgleis Broich-Speldorf abgebaut

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Mülheim (Ruhr) Brauerei Ibing wurde benannt nach der Brauerei Ibing Willy Kraus, diese war eine der größten Brauereien der Stadt und wurde 1863 gegründet. Im Jahr 1968 endete der Betrieb, nachdem das Unternehmen Konkurs gegangen war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedhelm Stöters: Die Ruhrtalbahn von Kettwig nach Mülheim an der Ruhr. Selbstverlag des Autors, Duisburg 1993.
  • Martin Menke: Die Geschichte der Ruhrtalbahn von Mülheim (Styrum) über Broich-Saarn-Mintard nach Kettwig. 3. Auflage. Selbstverlag Eisenbahnfreunde, Mülheim an der Ruhr 1999.
  • Klaus Dattenberg: Als Heisingen noch einen Bahnhof hatte. Erinnerungen an die Eisenbahn von den Anfängen 1872 bis zur heutigen Zeit. Essen, Bergbau und Heimatmuseum Paulushof 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruhrtalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.