Untergriesbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Untergriesbach
Untergriesbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Untergriesbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 34′ N, 13° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 556 m ü. NHN
Fläche: 73,6 km2
Einwohner: 5999 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94107
Vorwahl: 08593
Kfz-Kennzeichen: PA Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 153
Marktgliederung: 106 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 24
94107 Untergriesbach
Webpräsenz: www.untergriesbach.de
Bürgermeister: Hermann Duschl (CWG)
Lage des Marktes Untergriesbach im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Marktplatz von Untergriesbach
Die Pfarrkirche St. Michael

Untergriesbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untergriesbach und erstreckt sich linksseits bis weit über das tief eingeschnittene Tal der Donau im südlichen Bayerischen Wald. Der namengebende Zentralort der Marktgemeinde liegt auf Höhen um 556 m ü. NHN. Über die B 388 erreicht man die 22 km entfernte Dreiflüssestadt Passau im Westen und in Gegenrichtung nach 32 km das oberösterreichische Haslach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untergriesbach hat 106 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namensgebung stammt von den Edlen von Griesbach. Diese waren ein begütertes Adelsgeschlecht mit zahlreichen Besitzungen im „Land der Abtei“ (Passauer Abteiland). Der erste Edle, der sich 1108 nach Griesbach nannte, war Albero mit dem Beinamen Kälbergras (1096–1125). Er war vermutlich ein Bruder Rotberts von Polsenz-Hals. Sein Enkel Werner heiratet Elisabeth von Wilhering, Erbin der Herrschaft Waxenberg (Bezirk Urfahr), ihre Söhne nennen sich abwechselnd nach Griesbach und Waxenberg. Von der ehemaligen Burg, erbaut zwischen 1096 und 1108, ist nichts erhalten.

Ursprünglich „Griespach“, danach „Griesbach am hohen Markt“ (zur Unterscheidung von „Griesbach in der Zell“ = Obernzell), wurde es nach 1806 zu Untergriesbach (zur Unterscheidung von Griesbach im Rottal). Der ehemalige Kern um die Kirche dürfte ein Haufendorf gewesen sein.

Die Edlen von Griesbach starben mit Heinrich Anfang des 13. Jahrhunderts aus, sodass es den Bischöfen von Passau gelang, ihren Herrschaftsbereich ab 1220/21 in das Fürstbistum zu integrieren. Die Burg selbst dürfte bald danach aufgegeben worden sein.

1260 verlieh Bischof Otto die Marktrechte und weitere Privilegien. Im Passauer Bürgeraufstand gegen Bischof Albert wurde Untergriesbach 1367 von Passauer Aufständischen niedergebrannt. 1443 erhielt der Markt ein bischöfliches Pflegegericht mit Peter Höpfl als erstem Pfleger, 1456 bestätigte und erweiterte Bischof Ulrich die Rechte und Freiheiten des Marktes.
siehe auch Ruine Altjochenstein, Burgruine Neujochenstein

Vom Dreißigjährigen Krieg blieb Untergriesbach weitgehend verschont, doch die bayerischen und kaiserlichen Truppen, die hier einquartiert waren, schleppten im letzten Kriegsjahr 1648 die Pest ein, die bis Anfang 1650 mit großer Heftigkeit wütete.

Die spätgotische Pfarrkirche St. Michael wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts in mehreren Etappen barock umgestaltet. 1803 kam der Markt Griesbach an Großherzog Ferdinand von Toskana und 1806 zu Bayern. Im Jahr 1818 nahm Untergriesbach die magistratische Verfassung (Gemeindeedikt von 1818) an. Der Handelsmann Georg Saxinger wurde zum ersten Bürgermeister gewählt.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1829 entstand ein neues Schulhaus. Von 1829 bis 1830 wurde eine neue Straße nach Obernzell erbaut, die erheblich komfortabler zu befahren war als die alte Bergstraße.

Im Jahr 1903 wurde der Name Griesbach der Gemeinde amtlich in Untergriesbach geändert.[3]

1956 wurde im Gemeindegebiet das Donaulaufkraftwerk Jochenstein errichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lämmersdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Gottsdorf und Schaibing hinzu. Oberötzdorf folgte am 1. März 1972.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein linksgewandter steigender roter Wolf.“

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle drei Jahre finden am zweiten Juliwochenende die Heimattage in Verbindung mit einem Volksfest statt. Hier stellt sich die gesamte Gemeinde jeweils unter einem festgelegten Motto (i. d. R. traditionell) nach außen dar.
  • SAMICO - junger Chor: Gospels, neue geistliche Lieder

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spätgotische, im 18. Jahrhundert barock umgestaltete Pfarrkirche St. Michael
  • Dorfkapelle, erbaut von 1765 bis 1768
  • Pfarrkirche St. Jakob der Ältere in Gottsdorf
  • Pranger aus dem Jahr 1490 als Zeichen der ehemaligen niederen Gerichtsbarkeit des Marktes

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 erhielt Untergriesbach einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Erlau–Wegscheid, einer Zahnradbahn. Der Bahnverkehr wurde 1965 eingestellt, 1975 baute man die Strecke von Obernzell bis Wegscheid ab.

Der 1971 eingemeindete Ort Schaibing an der Bahnstrecke Passau–Hauzenberg erhielt bereits 1904 Bahnanschluss. Hier endete der Personenverkehr 1970 und der Güterverkehr 1997. Es gibt Bemühungen, diese Strecke zu reaktivieren.

Ab Jochenstein setzt die Fußgängerfähre Donaunixe Isa nach Engelhartszell in Oberösterreich über, sie ist nur im Sommer in Betrieb und insbesondere bei Nutzern des Donauradweges beliebt.

Sport und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der größte Verein des Marktes ist der SV Untergriesbach mit rund 850 Mitgliedern.
  • Die Veteranen der Weltkriege, ehemalige und aktive Soldaten der Bundeswehr sind organisiert in den (jeweils eigenständigen) Soldaten- und Kriegervereinen in Untergriesbach, Schaibing und Gottsorf.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ottfried Fischer (* 7. November 1953 in Ornatsöd), Schauspieler und Kabarettist
  • Christian Goller (* 1943 in Untergriesbach), Kunstmaler
  • Theoderich Hagn (* 23. März 1816 in Untergriesbach), Benediktiner, Abt von Lambach
  • Michael Höllerzeder (* 15. August 1898 in Untergriesbach), Politiker der KPD
  • Friedrich Oberneder (* 25. September 1891 in Pölzöd), Theologe und Dichter
  • Rudolf Wimmer (* 10. April 1849 in Gottsdorf), Kaiserlicher Hofmaler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Untergriesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111118/233404&attr=OBJ&val=764
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 590.
  4. Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden in Bayern 2014 nach Gemeinden. Landkreis 275 Passau. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 13. März 2017.