Untermünkheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Untermünkheim
Untermünkheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Untermünkheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 9′ N, 9° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 27,14 km2
Einwohner: 3109 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74547
Vorwahlen: 0791, 07906, 07944Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SHA, BK, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 086
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hohenloher Straße 33
74547 Untermünkheim
Website: www.untermuenkheim.de
Bürgermeister: Matthias Klocke
Lage der Gemeinde Untermünkheim im Landkreis Schwäbisch Hall
BayernHohenlohekreisLandkreis HeilbronnMain-Tauber-KreisNeckar-Odenwald-KreisOstalbkreisRems-Murr-KreisBlaufeldenBraunsbachBühlertannBühlerzellBühlerzellCrailsheimFichtenauFichtenbergFrankenhardtGaildorfGerabronnIlshofenIlshofenKirchberg an der JagstKreßbergLangenburgMainhardtMichelbach an der BilzMichelfeldOberrotObersontheimRosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall)Rot am SeeSatteldorfSchrozbergSchwäbisch HallStimpfachSulzbach-LaufenUntermünkheimVellbergWallhausen (Württemberg)WolpertshausenKarte
Über dieses Bild

Untermünkheim ist eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das namengebende Hauptdorf Untermünkheim liegt etwa fünf Kilometer nördlich von Schwäbisch Hall am linken Flussufer im tief eingeschnittenen Tal des Kochers am sogenannten Kochereck, wo der Fluss aus nördlichem auf nordöstlichen Lauf abknickt. Die aus Hall kommende, nach einer Brücke das Dorf durchlaufende Bundesstraße 19 erklimmt hier in Fortsetzung ihrer nach Norden führenden Trasse über eine steile Steige durch die Seitenklinge des Dobel- und Heiligenbachs die Hohenloher Ebene.

Ebenfalls im Kochertal am linken Flussufer liegen Obermünkheim etwas flussaufwärts am Zulauf des Schmiedbachs, das mit Untermünkheim zusammengewachsene Haagen und danach Enslingen dagegen flussabwärts. Der überwiegende Teil des Gemeindegebietes liegt linksseits des Flusstales auf der Hochebene, die größten Orte sind dort Übrigshausen oberhalb der genannten Steige, an dessen Ortsrand die Kupfer entspringt, sowie Kupfer und Brachbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten an Braunsbach, im Süden an die Kreisstadt Schwäbisch Hall und im Nordwesten an Kupferzell im Hohenlohekreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Untermünkheim gehören 15 Dörfer, Weiler und Höfe.

  • Zur ehemaligen Gemeinde Enslingen gehören das Dorf Enslingen und die Weiler Gaisdorf und Schönenberg sowie die abgegangenen Ortschaften Bernsbach und Diepach.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Übrigshausen gehören das Dorf Übrigshausen und die Weiler Brachbach, Kupfer, Leipoldsweiler und Steigenhaus sowie die abgegangene Ortschaft Zittenheimat.[2]
  • Zur Gemeinde Untermünkheim im Gebietsstand vom 31. Dezember 1971 gehören das Dorf Untermünkheim, die Weiler Haagen, Obermünkheim, Suhlburg und Wittighausen und die Höfe Eichelhof und Lindenhof sowie die abgegangene Ortschaft Breitenweidach.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte im alten Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untermünkheim wurde 1216 als „Muncheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert ist im heutigen Teilort Enslingen das Adelsgeschlecht der Herren von Enslingen nachweisbar, das 1534 im Mannesstamm ausstarb.

Im 16. Jahrhundert gingen Burgen, Besitzungen und Güter in den Besitz der Reichsstadt Hall über, welche seither auch die Blutgerichtsbarkeit am Ort ausübte.

Jenseits von Untermünkheim liegt bei der Flussbrücke der Burghügelrest der Wasserburg Untermünkheim, beim Ortsteil Suhlburg der Rest der Suhlburg, die Burg Haagen bestand bis ins 16. Jahrhundert.

Die Grundherrschaft am Ort war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein sehr heterogener Flickenteppich aus Kondominaten der Reichsstadt Hall, Hohenloher Fürstentümer, des Klosters Comburg und weiterer Adelsfamilien.

Geschichte seit württembergischer Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Mediatisierungen gelangte die gesamte Gegend zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach an das Herzogtum Württemberg, aus dem 1806 das gleichnamige Königreich hervorging. Seit 1809 waren alle Teilorte der heutigen Gemeinde Untermünkheim dem Oberamt Hall unterstellt, das 1934 in Kreis Hall umbenannt wurde. Bei dieser ersten kleinen Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg blieb es nicht. Seit 1938 gehören die Gemeinden zum neu formierten Landkreis Schwäbisch Hall. Von 1945 bis 1952 befand sich das Gebiet im Nachkriegsland Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. Im Jahre 1952 gelangten die Gemeinden zum neuen Bundesland Baden-Württemberg.

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1972 die früher selbständigen Gemeinden Enslingen und Übrigshausen in die Gemeinde Untermünkheim eingemeindet.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der im 16. Jahrhundert erfolgten Reformation des Haller Landgebiets waren die Ortschaften überwiegend evangelisch geprägt. Die Kirchengemeinden Enslingen, Untermünkheim und Übrigshausen liegen heute im Kirchenbezirk Schwäbisch Hall der Württembergischen Landeskirche.

  • Kirche St. Kilian in Untermünkheim
  • Evangelische Kirche Enslingen
  • Kirche St. Martin in Übrigshausen
  • Süddeutscher Gemeinschaftsverband Untermünkheim (Landeskirchliche Gemeinschaft)

Katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholiken von Untermünkheim gehören zur Kirchengemeinde St. Joseph in Schwäbisch Hall.

Neuapostolisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neuapostolische Kirche Enslingen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern (Kommunalwahl vom 25. Mai 2014).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2012 wurde Christoph Maschke mit 57,2 % der Stimmen wiedergewählt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein in zwei abgewendeten Löwenköpfen endendes goldenes Schiff mit goldenem Mast und einem schräg gelegten goldenen Ruder auf blauem Grund.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit zahlreichen Buslinien mit Schwäbisch Hall verbunden und gehört dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rößler-Museum zeigt vorwiegend klassische ländliche Aussteuermöbel wie Schränke, Truhen und Himmelbetten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burgruine Geyersburg
  • Senftenschlössle
  • Überreste der ehemaligen Ziegelei Übrigshausen (Trockenhallen)
  • Überreste der ehemaligen Haller Landheeg im Überhäuhölzle nordwestlich und im Eichhölzle nördlich von Brachbach; westlich des Weilers stand früher nahe an einem Straßendreieck der Brachbacher Landturm, einer der wenigen großen Einlässe in die Landheeg, von dem aber zumindest oberirdisch nichts erhalten ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekannte Schreinerfamilie Rößler stammt aus Untermünkheim. Johann Heinrich Rößler (1751–1832) begründete dort eine Schreinerwerkstatt, die der Sohn Johann Michael Rößler (1791–1849) ab 1818 fortführte. Die beiden weiteren in Untermünkheim geborenen Söhne Johann Georg Rößler (1785–1844) und Johann Friedrich Rößler (1796–1863) gründeten an anderen Orten eigene Werkstätten. Die bemalten Bauernmöbel aus den Rößler-Werkstätten gelten als stiltypisch für Hohenlohe und das Haller Umland.

Der Philologe und Direktor der königlichen Ministerialabteilung für die höheren Schulen in Stuttgart Adolf von Rapp (1841–1905) wurde in Enslingen geboren.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Ein auf einer heutigen Karte als Züttenheimat, auf einer älteren als Sittenheimat bezeichnetes Gewann liegt am Südrand der Übrigshausener Teilgemarkung wenig östlich des Kupfermoors am diesem entfließenden Kupfermoorbach.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 418–421
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Untermünkheim.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 456.
  6. http://www.swp.de/crailsheim/lokales/landkreis_schwaebisch_hall/maschke-bleibt-buergermeister-in-untermuenkheim-8470576.html

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 6824 Schwäbisch Hall
  • Enslingen. In: Rudolf Moser (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Hall (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 23). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1847, S. 191–198 (Volltext [Wikisource]).
  • Übrigshausen. In: Rudolf Moser (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Hall (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 23). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1847, S. 270–273 (Volltext [Wikisource]).
  • Unter-Münkheim. In: Rudolf Moser (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Hall (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 23). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1847, S. 280–287 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Untermünkheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Untermünkheim – Reiseführer