Untermarchtal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Untermarchtal
Untermarchtal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Untermarchtal hervorgehoben
Koordinaten: 48° 14′ N, 9° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 5,61 km2
Einwohner: 893 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89617
Vorwahl: 07393
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 123
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 4
89617 Untermarchtal
Website: www.gemeinde-untermarchtal.de
Bürgermeister: Bernhard Ritzler
Lage der Gemeinde Untermarchtal im Alb-Donau-Kreis
Landkreis BiberachLandkreis EsslingenLandkreis GöppingenLandkreis HeidenheimLandkreis ReutlingenUlmAllmendingen (Württemberg)Allmendingen (Württemberg)Altheim (Alb)Altheim (bei Ehingen)Altheim (bei Ehingen)Amstetten (Württemberg)AsselfingenBallendorfBalzheimBeimerstettenBerghülenBernstadt (Alb)BlaubeurenBlausteinBreitingenBörslingenDietenheimDornstadtEhingen (Donau)Ehingen (Donau)EmeringenEmerkingenErbach (Donau)GriesingenGrundsheimHausen am BussenHeroldstattHolzkirchHüttisheimIllerkirchbergIllerriedenLaichingenLangenauLauterach (Alb-Donau-Kreis)LonseeMerklingenMunderkingenNeenstettenNellingenNerenstettenOberdischingenObermarchtalOberstadionÖllingenÖpfingenRammingen (Württemberg)RechtensteinRottenackerSchelklingenSchnürpflingenSetzingenStaigUntermarchtalUnterstadionUnterwachingenWeidenstettenWesterheim (Württemberg)WesterstettenBayernKarte
Über dieses Bild

Untermarchtal an der Donau ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untermarchtal liegt auf einer Weißjuraplatte am Fuße der Schwäbischen Alb, zu beiden Seiten der Donau.

Bahnhof von Untermarchtal

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Süden und Westen an Obermarchtal, im Nordwesten an Lauterach, im Norden an die Stadt Ehingen (Donau) und im Osten an die Stadt Munderkingen, zu deren Verwaltungsgemeinschaft Untermarchtal auch gehört.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrschaft der Reichsritter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hochmittelalter lag Untermarchtal im Herzogtum Schwaben. Die Herrschaft über den Ort übten im 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Grafen von Berg und die Herren von Steußlingen aus. Die Hochgerichtsbarkeit lag seit dem 14. Jahrhundert in der Zuständigkeit Vorderösterreichs. 1365 lassen sich die Herren von Stein als Besitzer der Burg in Untermarchtal nachweisen. 1442 kauften die Speth von Ehestetten die Herrschaftsrechte. Die Burg wurde 1517 zerstört und an ihrer Stelle von 1573 bis 1576 durch Johann Ulrich Speth das Schloss erbaut. 1604 wurden die Speth mit dem Blutbann belehnt. Die katholische Pfarrkirche St. Andreas geht in ihrer heutigen Form auf das Jahr 1613 zurück, mit einer von 1880 bis 1888 erfolgten Restaurierung.

Geschichte seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Mediatisierung fiel Untermarchtal 1805 an das Kurfürstentum Württemberg, welches 1806 zum Königreich erhoben wurde. Württemberg ordnete Untermarchtal 1810 dem Oberamt Ehingen zu. 1870 erhielt Untermarchtal eine eigene Station an der Donaubahn, womit die Gemeinde ans Streckennetz der Württembergischen Staatseisenbahnen angeschlossen war. Seit 1886 entstand im Schloss das Kloster Untermarchtal. 1938 kam der Ort zum Landkreis Ehingen und seit 1973 zum Alb-Donau-Kreis.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[2] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 370
1. Dezember 1880 ¹ 355
1. Dezember 1890 ¹ 420
1. Dezember 1900 ¹ 561
1. Dezember 1910 ¹ 970
16. Juni 1925 ¹ 1057
16. Juni 1933 ¹ 1039
17. Mai 1939 ¹ 979
13. September 1950 ¹ 932
6. Juni 1961 ¹ 1068
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 1068
31. Dezember 1980 894
27. Mai 1987 ¹ 888
31. Dezember 1990 881
31. Dezember 1995 883
31. Dezember 2000 916
31. Dezember 2005 947
31. Dezember 2010 933
31. Dezember 2015 879

Mit einem Durchschnittsalter von 50,8 Jahren war Untermarchtal Ende 2010 – bedingt durch das ortsansässige Kloster – die Gemeinde mit den im Schnitt ältesten Einwohnern in Baden-Württemberg.[3] Ende 2011 betrug der Altersdurchschnitt 50,7 Jahre, nur in Büsingen am Hochrhein lag er darüber.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern. Er wurde bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 in Mehrheitswahl für fünf Jahre gewählt. Dem Gremium gehören zwei frauen an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Bernhard Ritzler wurde im Oktober 2016 mit 99 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Kalkofenmuseum
Mutterhauskirche St. Vinzenz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kalkofenmuseum zwischen Munderkingen und Obermarchtal: Hier wurde ein kleines Kalkwerk originalgetreu restauriert und als technisches Museum eingerichtet. Die Anlage war bis 1939 in Betrieb.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kloster Untermarchtal ist das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal. Die Mutterhauskirche St. Vinzenz, eine von Architekt Hermann Baur erbaute moderne Rundbaukirche, wurde 1972 von Bischof Leiprecht eingeweiht und besitzt ein Geläute (b°-des'-es'-ges'-as'-b') der Glockengießerei Bachert.
  • Das Schloss (ebenfalls Teil des Mutterhauskomplexes) stammt aus dem Jahr 1576. Johann Ulrich Späth von Zwiefalten erbaute das Schloss 1573 bis 1576. 1853 verkaufte Reichsfreiherrin von Speth, geborene Prinzessin von Oettingen Wallerstein, das Gut an den protestantischen Pfarrer Schuster von Rottenacker. Kaufmann Franz Joseph Linder erwarb 1886 dann das einstige Schloss und schenkte es der Kongregation der Barmherzigen Schwestern, deren Generaloberin damals seine Tochter war. Das einstige Schloss der Freiherren von Speth beherbergt also seit 1887 das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern. In all den Jahren wurden verschiedene Erweiterungsbauten erstellt.[5]
  • Die katholische Pfarrkirche St. Andreas wurde 1465 erbaut und 1613 umgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Kasper: Kunstwanderungen kreuz und quer der Donau: Zwischen Riedlingen, Grüningen, Ulpflamör und der Donau entlang über Daugendorf, bechingen, Zell, Datthausen, Zwiefaltendorf, Baach, zwiefalten, hayingen mit Großem Lautertal, Ober- und Untermarchtal, Munderkingen, Emerkingen, Unterwachingen, Oberstadion, Oggelsbeuren, Ahlen zum Federsee, Mochental, Kirchen, Ehingen, Nasgenstadt, Rißtissen, Ersingen, Oberdischingen, Donaurieden, Erbach, Wiblingen, Allmendingen, Muschenwang, Urspring, Blaubeuren, Wippingen, Lautern, Oberherrlingen, Söflingen, Dornstadt, Ober- und Unterelchingen, Thalfingen, Ulm an der Donau. Kasper, 1965.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Untermarchtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Durchschnittsalter der Bevölkerung im Südwesten auf 42,8 Jahre angestiegen. (Nicht mehr online verfügbar.) Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 25. August 2011, archiviert vom Original am 14. Dezember 2011; abgerufen am 28. Mai 2012 (Pressemitteilung Nr. 294/2011). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-bw.de
  4. Durchschnittsalter in Baden-Württemberg: 43 Jahre. (Nicht mehr online verfügbar.) Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 30. August 2012, archiviert vom Original am 17. Oktober 2012; abgerufen am 31. August 2012 (Pressemitteilung Nr. 283/2012). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-bw.de
  5. Bildungshaus. Senioren haben Kloster besucht. In: Schwäbische Zeitung vom 17. März 2009