Unteroffizierschule des Heeres

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Unteroffizierschule des Heeres
— USH —

Verbandsabzeichen

Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. Oktober 2003
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Heer Heer
Typ Ausbildungseinrichtung des Heeres
Unterstellung Ausbildungskommando (Bundeswehr).svg Ausbildungskommando
Standort Delitzsch
Netzauftritt Website USH
Kommandeur
Kommandeur Oberst Axel Hermeling
Feldwebel-Boldt-Kaserne in Delitzsch

Die Unteroffizierschule des Heeres (USH) in Delitzsch ist die zentrale truppengattungsübergreifende Ausbildungseinrichtung für die Unteroffiziere des Heeres und die Heeresuniformträger der Streitkräftebasis der Bundeswehr.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unteroffizierschule des Heeres ist die zentrale Ausbildungseinrichtung für die Feldwebelanwärter und Unteroffiziere mit Portepee des Heeres und der Heeresuniformträger der Streitkräftebasis. An ihr erfolgt die abschließende Ausbildung der Feldwebelanwärter, die an den Feldwebelanwärter-/Unteroffizieranwärterbataillonen begonnen hat. Die Englischausbildung an der USH wird durch das Referat S9 des Bundessprachenamts geleistet und ist seit Juli 2014 am Standort Delitzsch konzentriert. Des Weiteren betreut die USH Unteroffiziere für die zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Folgende Lehrgänge werden an der Schule durchgeführt:

  • Feldwebellehrgang AMT (allgemein militärischer Teil)
  • Aufbaulehrgang für Berufsunteroffiziere
    • Fortbildungslehrgang 1 und 2
  • Sprachenlehrgang Englisch
  • Lehrgang Menschenführung im Einsatz für Feldwebelanwärter der Reserve

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unteroffizierschule des Heeres in der Feldwebel-Boldt-Kaserne (Hauptsitz) in Delitzsch[1] (ehem. Heeresunteroffizierschule IV), Koordinaten: 51° 33′ 22″ N, 12° 19′ 25″ O

  • Stab
  • Bereich Unterstützung
  • Bereich Lehre/Ausbildung
    • Gruppe Lehre/Ausbildung
    • Lehrgruppe A
    • Lehrgruppe B

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1964 wurden die Heeresunteroffizierschulen I (HUS I) in Sonthofen und II in Aachen aufgestellt. Sie wurden 1972 bzw. 1973 aufgelöst.[2]

Zum 27. Juni 1990 wurden zwei Schulen mit dem gleichen Namen in Münster und Weiden in der Oberpfalz aufgestellt. Am gleichen Tag wurde auch die Heeresunteroffizierschule III (HUS III) in Lahnstein errichtet.[2] Jede Schule war für den Bereich eines Korps des Heeres zuständig. Am 2. Oktober 1990 folgte die Heeresunteroffizierschule IV (HUS IV) in Delitzsch[2] für das neu aufgestellte IV. Korps in den neuen Bundesländern. Sie war die Nachfolgerin der Unteroffiziersschule II „Kurt Bennewitz“ der Nationalen Volksarmee der DDR. Gründe für die Wiedereinrichtung von Heeresunteroffizierschulen neben den Truppenschulen waren sowohl die Notwendigkeit, Unteroffiziere auf Trupp-/ und Gruppenführer-Ebene in der Ausbildung allgemeiner Ausbildungsgebiete – vor allem in methodisch/didaktischer Hinsicht – einheitlich zu schulen und sicherer zu machen, als auch die guten Erfahrungen, die man mit den in den 1960er und 1970er Jahren bereits existierenden Heeresunteroffizierschulen gemacht hatte.

Mit der grundlegenden Neuordnung der Unteroffizierausbildung ab dem Jahr 2002 änderten sich Auftrag und Gliederung der HUS. Sie sind jetzt für die zentrale abschließende Ausbildung mit Laufbahnprüfung innerhalb der neu eingerichteten Feldwebellaufbahnen (Truppen- und Fachdienst) zuständig. Der Feldwebellehrgang dauert 20 Wochen und besteht aus einem zehnwöchigen allgemeinmilitärischen Teil, der die Feldwebelanwärter aller Truppengattungen befähigen soll, allgemeine Aufgaben als Vorgesetzte, Führer, Ausbilder und Erzieher wahrzunehmen. Eine zehnwöchige Sprachausbildung Englisch trägt den Forderungen, die sich aus der neuen Rolle der Bundeswehr als Einsatzarmee ergeben, Rechnung.

Zum 1. Oktober 2003 wurden die verschiedenen Heeresunteroffizierschulen zu einer Unteroffizierschule des Heeres mit vier Lehrgruppen (A–D) zusammengeführt.

2010 wurde die Lehrgruppe C nach Delitzsch verlegt und bis 2012 befristet in Weiden in der Ostmark-Kaserne eine Lehrgruppe D aufgestellt. 2016 wurde die Lehrgruppe B von Münster nach Delitzsch verlegt, seitdem sind sämtliche Lehrgruppen am sächsischen Standort stationiert.

Kommandeure
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
4 Oberst Axel Hermeling 15. März 2018
3 Oberst Peer Luthmer 9. März 2011 15. März 2018
2 Oberst Herbert Schmidtmeier 24. Januar 2008 9. März 2011
1 Oberst Burkhard Gaide 1. Oktober 2003 24. Januar 2008

Verbandsabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbandsabzeichen (getragen am linken Ärmel des Dienstanzugs) zeigt ähnlich wie alle Abzeichen der Truppenschulen zwei gekreuzte Schwerter auf rotem Grund. Darüber hinaus signalisiert ein „S“, dass es sich um eine der Schule des Heeres handelt. Die silber-schwarze Umkordelung steht im Gegensatz zu den Wappen der anderen Truppenschulen für keine für eine Truppengattung spezifische Waffenfarbe, sondern entspricht der Umrandung z. B. der Divisionsverbandsabzeichen sowie des Heeresamtes, da die Unteroffiziere auch aus allen Truppengattungen stammen. Damit entspricht es insgesamt dem Wappen des Heeresamtes mit einem zusätzlichen „S“.

Das interne Verbandsabzeichen ist in den Farben der Flagge Deutschlands Schwarz, Rot und Gold gehalten. Es greift die gekreuzten Schwerter als allgemeines Zeichen für das Heer wieder auf. Außerdem zeigt es wie das interne Verbandsabzeichen der Offizierschule des Heeres das Eiserne Kreuz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Heydt, Christian Bannert (Projektbeauftr.): Die Heeresschulen. Im Auftrag des Heeresamtes, Fölbach-Medienservice, München 2011, S. 250 ff.
  • Manfred Wilde: Die Unteroffizierschule des Heeres der Bundeswehr in Delitzsch. In: Delitzscher Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. 2011, ZDB-ID 2584303-5, S. 19–38.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unteroffizierschule des Heeres. delitzsch.de, abgerufen am 15. Juni 2014.
  2. a b c Suchbegriff „Ostmark-Kaserne“. In: Standortdatenbank der Bundeswehr. www.zmsbw.de, abgerufen am 30. April 2020.

Koordinaten: 51° 33′ 25″ N, 12° 19′ 33″ O