Unterwasserhockey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Unterwasserhockey
Ausrüstung eines Unterwasserhockeyspielers: 1. Schnorchel und Mundschutz 2. Kappe 3. Maske 4. Flossen 5. Schläger 6. Puck 7. Handschuh

Unterwasserhockey (auch Octopush genannt) ist eine Mannschaftssportart, bei der sechs mit Schnorchel, Maske und Flossen ausgerüstete Spieler pro Mannschaft versuchen, am Grund eines Schwimmbeckens einen Bleipuck mit Hilfe eines Schlägers ins gegnerische Tor zu bringen.

Das Tor ist eine 3 m breite Metallrinne mit einer Rückwand und einer Schräge an der Frontseite. Der Puck wiegt 1,3 kg (±0,2 kg) und ist mit Kunststoff ummantelt, was seine Griffigkeit erhöht und gleichzeitig die Fliesen schont.

Die Mannschaftszugehörigkeit lässt sich an der Schläger- und Kappenfarbe ablesen: Die blaue Mannschaft hat schwarze Schläger, die weiße Mannschaft weiße. Die Kappen entsprechen denen des Wasserballs, haben einen Ohrmuschelschutz und sind mit der Spielernummer gekennzeichnet.

Zur Ausrüstung gehören neben Flossen, Maske, Schnorchel und Kappe ein mit Silikon geschützter Handschuh und ein kurzer Schläger aus Holz oder Kunststoff. Der Schläger darf maximal 35 cm lang sein, ist jedoch selten länger als 30 cm. Stürmer verwenden meist kleine, wendige Schläger, während Verteidiger wuchtigere Modelle bevorzugen.

Ein wettkampftaugliches Spielfeld ist 21-25 m lang, 12-15 m breit und 2,00-3,65 m tief (± 10 %, leichte Schräge zulässig). Bei Wettkämpfen in 50-m-Becken können oft zwei Spielfelder (mit jeweils einer Wechselgasse) und ein Aufwärmbereich eingerichtet werden. Die Schiedsrichter verwenden dann unterschiedliche akustische Signale, z.B. Unterwasserhupe in Pool A, Klangstab in Pool B.

Unterwasserhockey in Deutschland[Bearbeiten]

Den Anfang machten einige Unterwasserrugbyspieler der Giessener Hochschulmannschaft, die 1996 begannen Unterwasserhockey zu trainieren. Auf Einladung der französischen FFESSM (Fédération Française d'Études et de Sports Sous-Marins) nahm 1997 zum ersten Mal eine deutsche Mannschaft an einer Europameisterschaft teil. Diese Teilnahme an der Europameisterschaft in Reims wurde auf Anhieb mit einem siebten Platz belohnt.

Seit dem 26. Januar 1998 ist Unterwasserhockey offizieller Wettkampfsport des Verbandes Deutscher Sporttaucher.

Deutsche Nationalmannschaften haben an folgenden Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen:

  • 1998 WM in San José, USA
  • 2003 EM in San Marino, San Marino
  • 2005 EM in Marseille, Frankreich (Damen- und Herrenmannschaft)
  • 2009 WM in Kranj, Slowenien (Damenmannschaft)

Während sich Unterwasserrugby im deutschsprachigen Raum relativer Bekanntheit erfreut, ist Unterwasserhockey noch weithin unbekannt. Zurzeit wird Unterwasserhockey nur an drei deutschen und einem Schweizer Standort als Wettkampfsport betrieben: München, Elmshorn, Laubach und Zürich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]