Unterwasserschweißen

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Unterwasserschweißen wird durchgeführt, während der Schweißer untergetaucht ist, oft bei mit hoher Wassertiefe einhergehendem erhöhtem Druck. Das bringt eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich, die spezielle Fähigkeiten und eine besondere Ausbildung erforderlich machen.[1] Es darf nicht mit dem Unterpulverschweißen (Submerged Arc Welding) verwechselt werden.

Schweißarbeiten unter Wasser

Einsatzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfall und damit einhergehender Wartungsbedarf an Unterwasserkonstruktionen, die nicht an die Oberfläche gebracht werden können, wie u. a. Spundwänden, Brunnenrohren oder Pipelines, machen Schweißarbeiten unter Wasser nötig. Einsatzorte können sein:

Techniken des Unterwasserschweißens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Anforderungen des Einsatzgebietes, Kosten- und Zeitrahmen, können verschiedene Varianten und Techniken des Unterwasserschweißens zum Einsatz kommen.

Trockenes/hyperbares Schweißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die zu schweißende Stelle wird unter Zuhilfenahme einer geeigneten Kammer eine trockene Umgebung geschaffen, in der hyperbare Drücke erzeugt werden. Derartige Arbeiten können meist von Schweißern durchgeführt werden, die für das Arbeiten an Atmosphäre ausgebildet sind.[2]

Feuchtes Schweißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuchtes Schweißen bedarf eines besonderen Schweißdrahtes und es werden bestimmte Ansprüche an die gesondert dafür ausgebildete und examinierte Belegschaft gestellt.[2]

Geschichte des Unterwasserschweißens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurden durch Helmtauchgeräte die Möglichkeiten von Tauchern massiv erweitert, während nach der Entdeckung des Acetylens 1836 und der Luftverflüssigung zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Schmelzschweißen mit einer kraftvollen Flamme möglich wurde.

Das Schweißen verband sich in den dreißiger Jahren mit der Seefahrt: Professor Viktor Petrowitsch Vologdin ließ in Dalzavod in Wladiwostok im Jahre 1930 Experimente zum Unterwasserschweißen anstellen. Konstantin Khrenov entwickelte dann das erste voll funktionsfähige Unterwasserschweißgerät.[3]

Generelle Anforderungen an Unterwasserschweißer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Resilienz, Charakterstärke und ein widerstandsfähiger Körper sind grundsätzlich wichtig für Berufstaucher, da Panikattacken im Wasser schnell lebensgefährliche Situationen hervorrufen können.

Die Fortbildung zum „Geprüften Taucher“, die bei einem Taucherlehrbetrieb mit fest angestelltem Tauchermeister durchzuführen ist, ist formelle Grundbedingung, um für das Unterwasserschweißen zugelassen zu werden.

Zur Teilnahme an dieser Fortbildung sind die folgenden Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Das 21. Lebensjahr muss erreicht sein.
  • Eine vollendete Ausbildung in einem handwerklichen Beruf oder eine vergleichbare Berufspraxis müssen belegt werden.
  • Die körperliche Eignung zum Tauchen muss durch das ärztliche Attest eines Tauchmediziners bescheinigt werden.
  • Der Bewerber muss das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen der DLRG mindestens in Bronze erworben haben.

Im Regelfall dauert die Fortbildung zum Unterwasserschweißer zwei Jahre. Sie umfasst mindestens 200 Tauchstunden sowie vier außerbetriebliche Kurse bei anerkannten Instituten.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Commercial Diver Program: Underwater Welding, abgerufen am 17. November 2014
  2. a b Broschüre DVS-Unterwasser (PDF-Datei), abgerufen am 17. November 2014
  3. Russian Navy: The Rise of the Soviet Navy, abgerufen am 17. November 2014
  4. Wenn der Lichtbogen im Wasser brennt, abgerufen am 17. November 2014
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