Oganesson

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Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Oganesson, Og, 118
Serie Unbekannt
Gruppe, Periode, Block 18, 7, p
CAS-Nummer 54144-19-3
Atomar
Atommasse 294 u
Elektronenkonfiguration [Rn] 5f14 6d10 7s2 7p6
Physikalisch
Isotope
Isotop NH t1/2 ZA ZE (MeV) ZP
294Og

{syn.}

0,89 ms α 290Lv
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Radioaktivität
Radioaktives Element

Radioaktives Element
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Oganesson ist ein chemisches Element und weist die bisher höchste nachgewiesene Ordnungszahl 118 auf (Stand März 2017). Sein Elementsymbol ist Og. Es steht im Periodensystem der Elemente in der 18. IUPAC-Gruppe und gehört damit zur Gruppe der Edelgase. Sein Name leitet sich von seinem Mitentdecker Juri Oganesjan ab.

Geschichte und Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angebliche Erzeugung in Berkeley[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bericht über die Erzeugung der Elemente 116 und 118 im Lawrence Berkeley National Laboratory wurde 1999 in der Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht.[2] Im folgenden Jahr wurde der Bericht zurückgezogen, da die beschriebenen Ergebnisse von anderen Wissenschaftlern nicht zu reproduzieren waren.[3][4] Im Juni 2002 gab der Direktor der Berkeley Labs bekannt, dass die ursprüngliche Veröffentlichung auf höchstwahrscheinlich gefälschten Daten beruht habe. Der Mitarbeiter Victor Ninov wurde verdächtigt, Zerfallsreihen manipuliert zu haben. Ninov erklärte dagegen die Messapparatur für fehlerhaft und bestand auf seiner Unschuld.

Erzeugung in Dubna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde erneut die Erzeugung des Elements 118 bekanntgegeben.[5][6][7][8] Einige Atome des Elements waren in Dubna im Rahmen einer Zusammenarbeit des Vereinigten Instituts für Kernforschung und des Lawrence Livermore National Laboratory durch Beschuss von Californium mit Calcium-Ionen hergestellt worden. Identifizieren konnte man sie über ihre Alphazerfalls-Produkte.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst trug das Element den systematischen Namen Ununoctium (chemisches Symbol Uuo). Nach Meldungen planten die Entdecker, den Namen Moskowium für das neue Element vorzuschlagen, der dann von der IUPAC bestätigt werden musste. In den Medien wurde diese Bezeichnung bereits teilweise verwendet. Die amerikanische Gruppe um Ninov hatte zunächst zur Ehrung ihres Kollegen Albert Ghiorso, der entscheidend an der Entdeckung der Elemente 95 bis 106 beteiligt war, den Namen Ghiorsium vorgesehen. Der Vorschlag wurde nach der Entdeckung der Fälschungen jedoch obsolet.

Am 30. Dezember 2015 wurde die Entdeckung des Elements von der IUPAC offiziell anerkannt und dem Joint-Venture das Recht auf Namensgebung zugesprochen.[9] Am 8. Juni 2016 gab die IUPAC bekannt, dass für das Element der Name Oganesson (Og) nach dem wissenschaftlichen Leiter des russischen Instituts und Mitentdecker des Elements Juri Z. Oganesjan vorgeschlagen wurde; eine Widerspruchsfrist dazu endete am 8. November 2016.[10] Am 30. November 2016 wurde die offizielle Benennung von Oganesson bekannt gegeben.[11] Mit Moscovium (Mc) wurde gleichzeitig das Element 115 benannt.[10]

Die Endung -on leitet sich aus der Analogie zu den Namen der bisher bekannten Edelgase ab.[12]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

294Og ist radioaktiv und mit einer Halbwertszeit von 0,89 ms sehr kurzlebig. Durch Alphazerfall zerfällt Oganesson in das Element Livermorium, das jedoch auch in Millisekunden weiter zerfällt. Es zählt zu den Transactinoiden und gehört chemisch vermutlich zur Gruppe der Edelgase. Ob es tatsächlich bei Raumtemperatur gasförmig ist, ist noch unbekannt. Da sich Oganesson auf der diagonalen Grenze zu den Halbmetallen befindet, ist es möglich, dass dies nicht der Fall ist. Das Halogen Astat, das sich ebenfalls auf dieser Diagonalen befindet, ist vom Aussehen beispielsweise eher metallisch.

Auf Grund relativistischer Effekte verhält sich Oganesson möglicherweise nicht wie ein Edelgas; diese Eigenschaft wird hingegen eher von Copernicium (Element 112) erwartet. Andererseits verhält sich Copernicium laut einer Pressemitteilung des Paul Scherrer Instituts im Mai 2006 chemisch ähnlich wie Quecksilber (Hg).[13]

Derzeit ist dies Gegenstand aktueller theoretischer Diskussionen, weil über die chemischen Eigenschaften von Oganesson bisher keine experimentellen Befunde existieren, da das Element lediglich indirekt anhand seiner typischen Zerfallsprodukte nachgewiesen wurde.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt keine Einstufung nach der CLP-Verordnung oder anderer Regelungen, weil von diesem Element nur wenige Atome gleichzeitig herstellbar sind und damit viel zu wenige für eine chemische oder physikalische Gefährlichkeit.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieses Element wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Victor Ninov, K. E. Gregorich, W. Loveland, A. Ghiorso, D. C. Hoffman, D. M. Lee, H. Nitsche, W. J. Swiatecki, U. W. Kirbach, C. A. Laue, J. L. Adams, J. B. Patin, D. A. Shaughnessy, D. A. Strellis, P. A. Wilk: Observation of Superheavy Nuclei Produced in the Reaction of 86Kr with 208Pb. In: Physical Review Letters. 83, 1999, S. 1104–1107 (doi:10.1103/PhysRevLett.83.1104).
  3. Berkeley Lab News Releases: Results of Element 118 Experiment Retracted. 27. Juli 2001; abgerufen am 27. Oktober 2007.
  4. Victor Ninov, K. E. Gregorich, W. Loveland, A. Ghiorso, D. C. Hoffman, D. M. Lee, H. Nitsche, W. J. Swiatecki, U. W. Kirbach, C. A. Laue, J. L. Adams, J. B. Patin, D. A. Shaughnessy, D. A. Strellis, P. A. Wilk: Editorial Note: Observation of Superheavy Nuclei Produced in the Reaction of 86Kr with 208Pb [Phys. Rev. Lett. 83, 1104 (1999)]. In: Physical Review Letters. 89, 2002, S. 039901 (doi:10.1103/PhysRevLett.89.039901).
  5. Yu. Ts. Oganessian, V. K. Utyonkov, Yu. V. Lobanov, F. Sh. Abdullin, A. N. Polyakov, R. N. Sagaidak, I. V. Shirokovsky, Yu. S. Tsyganov, A. A. Voinov, G. G. Gulbekian, S. L. Bogomolov, B. N. Gikal, A. N. Mezentsev, K. J. Moody, J. B. Patin, D. A. Shaughnessy, M. A. Stoyer, N. J. Stoyer, P. A. Wilk, J. M. Kenneally, J. H. Landrum, J. F. Wild, R. W. Lougheed: Synthesis of the isotopes of elements 118 and 116 in the 249Cf and 245Cm+48Ca fusion reactions. In: Physical Review C. 74, 2006, S. 044602 (doi:10.1103/PhysRevC.74.044602).
  6. Katherine Sanderson: Heaviest element made - again. In: nature@news.com. Nature. 17. Oktober 2006. Abgerufen am 27. Juli 2009.
  7. Phil Schewe and Ben Stein: Elements 116 and 118 Are Discovered. In: Physics News Update. American Institute of Physics. 17. Oktober 2006. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013. Abgerufen am 19. Oktober 2006.
  8. Presseaussendung der Itar-tass (17. Oktober 2017) (Memento vom 22. Oktober 2006 im Internet Archive)
  9. Discovery and Assignment of Elements with Atomic Numbers 113, 115, 117 and 118. In: IUPAC | International Union of Pure and Applied Chemistry. 30. Dezember 2015, abgerufen am 3. Januar 2016.
  10. a b IUPAC is naming the four new elements nihonium, moscovium, tennessine, and oganesson. In: IUPAC | International Union of Pure and Applied Chemistry. 8. Juni 2016, abgerufen am 9. Juni 2016.
  11. IUPAC Announces the Names of the Elements 113, 115, 117, and 118. In: IUPAC | International Union of Pure and Applied Chemistry. 30. November 2016, abgerufen am 30. November 2016.
  12. Die vier Neuen haben einen Namen
  13. Beat Gerber: Superschweres Element 112 chemisch untersucht – Experimentell auf der Insel der künstlichen Elemente gelandet. Informationsdienst Wissenschaft. 31. Mai 2006. Abgerufen am 25. Januar 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oganesson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Oganesson – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen