Upasbaum

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Upasbaum
Upasbaum (Antiaris toxicaria)

Upasbaum (Antiaris toxicaria)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)
Tribus: Castilleae
Gattung: Antiaris
Art: Upasbaum
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Antiaris
Lesch.
Wissenschaftlicher Name der Art
Antiaris toxicaria
Lesch.

Der Upasbaum (Antiaris toxicaria) ist die einzige Art der Pflanzengattung Antiaris innerhalb der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae)[1]. Weitere Trivialnamen sind Javanischer Giftbaum[1], Borneobaum, Javagiftbaum oder Ipobaum[2] sowie Antiarbaum.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
„Der Upas, oder Giftbaum, auf der Insel Java“ – Ölgemälde von Francis Danby, um 1820, Victoria and Albert Museum, London.
Zweig mit wechselständig und zweizeilig angeordneten, einfachen Laubblättern.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Upasbaum wächst als schnellwüchsiger, halbimmergrüner, monözischer, sehr großer Baum und erreicht Wuchshöhen von etwa 40 Metern oder seltener bis zu 60 Metern. Er bildet teils hohe Brettwurzeln, der Stammdurmesser kann bis etwa zwei Meter betragen. Die Borke ist weißlich-grau bis bräunlich. Antiaris toxicaria ist gut selbst-stutzend (self-pruning), d. h. sie lässt unproduktive oder schattenwerfende Zweige und sogar größere Äste mit sauberen Narben fallen→ Abszission.

Die kurz gestielten, wechselständig und zweizeilig angeordneten, einfachen, obseits glänzenden und ledrigen, unterseits helleren und matteren Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 20 Zentimeter und einer Breite bis etwa 8–10 Zentimeter elliptisch, länglich oder eilanzettlich und verkehrt-eiförmig bis -eilanzettlich. Die Lamina ist öfters etwas ungleich. Die Blätter sind spitz, abgerundet oder zugespitzt bis bespitzt, die Basis ist abgerundet bis stumpf oder teils leicht herzförmig, die kräftige Nervatur ist parallel-vorwärts gefiedert. Die Blattränder sind ganz bis feingekerbt, -gezähnt und teils behaart (gewimpert). Auch die kurzen Stiele und die Unterseite der Nervatur und der Hauptnerv teils auch an der Oberseite, sowie die kleinen Zweige sind mehr oder weniger behaart. Es sind kleine, abfallende Nebenblätter vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleinen, männlichen Blüten stehen zu mehreren, in kleinen, feinhaarig gestielten, pilzförmigen, grünlichen Köpfchen (Scheinblüten) mit vielen kleinen Hüllblättern, die am Rand einen Hüllkelch bilden und auch am Boden des fleischigen Blütenbodens sitzen, zusammen. Die einzelnen Blüten bestehen aus etwa drei bis fünf, feinhaarigen, schöpfkellenförmigen Tepalen die mit der Spitze über die zwei bis vier Staubblättern, mit großen Antheren und sehr kurzen Filamenten, geneigt sind. Es stehen bis zu acht Köpfchen zusammen.

Die größeren, grünlichen und feinhaarigen weiblichen Blüten ohne Blütenhülle, stehen meist einzeln, sie bestehen aus mehreren, kleinen Hüllblättern die zu einem umschließenden, fleischigen Hüllkelch verwachsen sind.[4] Der (halb)oberständige Fruchtknoten ist mit dem Hüllkelch verwachsen und hat einen zweiästigen, weißlichen Griffel mit sehr langen, vorstehenden (Narben-)Ästen.

Die pelzigen, feinhaarigen, steinfruchtartigen, einsamigen, fleischigen und essbaren Scheinfrüchte sind orange-rot, weißlich und ellipsoid bis rundlich und etwa 1,5–2 Zentimeter lang. Der große Kern ist rundlich und hellbräunlich, mit einem dünnen Endokarp das die Samen umschließt. Wenn man die Kerne schüttelt dann klappert es aufgrund der Ablösung des Embryos von der Samenschale.[5]

Die Blütezeit liegt im März und April.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 24 oder 28

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antiaris toxicaria kommt in den Tropen Asiens und Afrikas sowie bis Australien und Melanesien inkl. Tonga vor, so insbesondere im südlichen Indien, Sri Lanka, Myanmar, Malaysia, Indonesien und im südlichen China. Es werden fünf Unterarten unterschieden:

  • Antiaris toxicaria subsp. toxicaria
  • Antiaris toxicaria subsp. macrophylla (R.Br.) C.C. Berg
  • Antiaris toxicaria subsp. humbertii (Leandri) C.C.Berg
  • Antiaris toxicaria subsp. madagascariensis (H.Perrier) C.C.Berg
  • Antiaris toxicaria subsp. welwitschii (Engl.) C.C.Berg
    • Antiaris toxicaria subsp. welwitschii var. africana A.Chev.
    • Antiaris toxicaria subsp. welwitschii var. usambarensis (Engl.) C.C.Berg
    • Antiaris toxicaria subsp. welwitschii var. welwitschii (Engl.) Corner

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der brennend-scharfe, gelblich-weiße Milchsaft aus der Rinde von Antiaris toxicaria ist stark giftig und diente in Südostasien als Pfeilgift (Upas Antiar). Die im Milchsaft vorkommenden Cardenolid-Glykoside führen zum Herzstillstand. Die Giftstoffe kommen auch in den Samen vor.[6] Die Giftigkeit des Baums war Gegenstand von Legenden, wonach der Baum so giftig sei, dass Vögel beim bloßen Überfliegen verstürben. Auch wurde behauptet, dass Menschen, die sich einem blühenden Baum näherten, den Tod gefunden hätten.

Der Milchsaft wird aber auch zu verschiedenen medizinischen Zwecken verwendet. Der Rindenbast kann für gröberes Flechtwerk, Gewebe und Papier verwendet werden.

Das relativ weiche Holz des Upasbaums dient auch der Holzgewinnung (Ako-, Vawi-, Kirundu-Holz).[7]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antiaris toxicaria wurde 1810 durch Jean-Baptiste Leschenault de La Tour in Annales du Muséum National d'Histoire Naturelle, Band 16, S. 478, Tafel 22 veröffentlicht.[8] Antiaris toxicaria ist die einzige Art der Gattung Antiaris in der Tribus Castilleae innerhalb der Familie Moraceae.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard F. Gustafson: The Upas Tree: Pushkin and Erasmus Darwin. In: PMLA. 75(1), 1960, S. 101–109, doi:10.2307/460432.
  • Sir Henry Yule: UPAS. In: Hobson-Jobson: A Glossary of Colloquial Anglo-Indian Words and Phrases, and of Kindred Terms, Etymological, Historical, Geographical and Discursive. New Edition, J. Murray, London 1903, S. 952–959 (ausführliche Darstellung der Legendenbildung um den Upas-Baum in der europäischen Literatur der Frühen Neuzeit), archive.org.
  • D. Louppe, M. Brinck, A. A. Oteng-Amoako: Plant Resources of Tropical Africa. 7(1), Timbers 1, Prota, 2008, ISBN 978-90-5782-209-4, S. 75–79, online auf prota4u.org, abgerufen am 30. Januar 2018.
  • Antiaris toxicaria in der Flora of China, Vol. 5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antiaris toxicaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Antiaris toxicaria. In: S. Dressler, M. Schmidt, G. Zizka (Hrsg.): African plants – A Photo Guide. Senckenberg, Frankfurt/Main 2014.
  • Antiaris toxicaria bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 29. Januar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Antiaris toxicaria im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 18. September 2013.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 34, archive.org.
  3. Friedrich Holl: Wörterbuch deutscher Pflanzen-Namen. Keyser, 1833, S. 2.
  4. R. Schmid, H. P. Nooteboom et al.: Flora Malesiana. Series I: Seed Plants. In: Taxon. 55(1), 2006, S. 251, doi:10.2307/25065564.
  5. Poonam Agrawal et al.: Quantification of Convallatoxin in Antiaris toxicaria Leuschseeds by RP-HPLC. In: TACL. 4(3), 2014, S. 172–177, doi:10.1080/22297928.2014.925821.
  6. W. Blaschek, R. Hänsel u. a.: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Folgeband 2: Drogen A–K, 5. Auflage, Springer, 1998, ISBN 978-3-642-63794-0, S. 133 f, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  7. Der Knaur, Universallexikon. Band 10, Lexikographisches Institut München 1992/93, S. 5296.
  8. Antiaris toxicaria bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 18. September 2013.