Ura Vajgurore

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Urë Vajgurore
Ura Vajgurore
Wappen von Ura Vajgurore
Ura Vajgurore (Albanien)
Paris plan pointer b jms.svg

Koordinaten: 40° 47′ N, 19° 53′ O

Basisdaten
Qark: Berat
Gemeinde: Ura Vajgurore
Höhe: 40 m ü. A.
Einwohner Ort: 7232 (2011)
Einwohner Bashkia: 27.295 (2011)
Telefonvorwahl: (+355) 361
Postleitzahl: 5007
Politik und Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeisterin: Juliana Memaj (PS)
Stadtzentrum (2015)

Stadtzentrum (2015)

Ura Vajgurore (albanisch auch Urë Vajgurore) ist eine Gemeinde (bashkia) in Mittelalbanien mit 27.295 Einwohnern (Stand 2011).[1] Die Gemeinde, die zuvor 7232 Einwohner hatte (2011).[1] wurde im Jahr 2015 um die Nachbargemeinden (komuna) Cukalat, Kutalli und Poshnja erweitert. Ura Vajgurore gehört zum Qark Berat, bis Berat sind es zwölf Kilometer.

Brücke von Hasan Bey in einer Aufnahme von 1914

Der Name Ura Vajgurore bedeutet übersetzt Erdölbrücke. Früher wurde die hier über den Fluss Osum führende Brücke und die angrenzende Siedlung Ura e Hasan Beut genannt.[2] Die sich auf einigen älteren Karten zu findende Bezeichnung Banja leitet sich von einer schwefelhaltigen Heilquelle im Fluss ab. Vom Bad im Schwefelwasser versprach man sich Heilung und Kindersegen.[3] Zur osmanischen Zeit befand sich bei der Brücke ein kleiner Marktplatz und ein Stützpunkt der Armee. Die alte osmanische Brücke wurde unter Ahmet Zogu durch einen Neubau ersetzt.[4]
Erdöl wird in der Region seit 1928 gefördert.[5] Die Erdölfelder wurden von Ura Vajgurore aus erschlossen. In diesem Zusammenhang wurde unmittelbar östlich des Orts um 1940 auch ein Flugfeld angelegt, aus dem sich der heutige Militärflugplatz Kuçova entwickelte. Die Einwohnerzahlen stiegen aber nur langsam: 1979 wurden 2900 Personen, 1990 schon 4400 Personen gezählt.[6] Schneller entwickelte sich das östlich gelegene Kuçova, das zum Zentrum der albanischen Erdölindustrie wurde.

Ura Vajgurore liegt am Rande der Myzeqe-Ebene. Der Ort befindet sich am Fuße eines kleinen Hügels, der Beginn des südlichen albanischen Berglands. Der Osum, der sich allmählich ein immer breiteres Tal geformt hatte, tritt an dieser Stelle aus dem Hügelland und fließt noch ein paar Kilometer weiter nach Norden, bis er sich mit dem Devoll vereinigt. Seit 2015 entlastet eine Umfarhungsstraße im Osten mit neuer Osum-Brücke das Ortszentrum vom Durchgangsverkehr, insbesondere demjenigen nach Berat. Von der Zufahrt nach Berat zweigt in Ura Vajgurore eine Straße zum fünf Kilometer entfernten Kuçova ab. Ein paar Kilometer weiter westlich bei Poshnja kommen die Straßen von Lushnja im Nordwesten (25 Kilometer) und von Fier im Westen (35 Kilometer) zusammen.

Zur alten Gemeinde Ura Vajgurore gehörten auch die Dörfer Bistrovica, Gur i Bardhë, Konisbalta, Pashallia, Vokopola und Skrevan, die im hügeligen Gebiet südwestlich von Ura Vajgurore liegen. Das westlich angrenzende Cukalat umfasste auch die Dörfer Allambrez, Krotina, Donofrosa und Slanica. Poshnja und Kutalli liegen entlang der Flussebenen nordwestlich von Ura Vajgurore. Die Gemeinde Poshnja bestand aus zwölf Dörfern (darunter Çiflik, Arrëz, Syzez, Polizhan, Agim, Kuç und Hinga), die Gemeinde Kutalli aus zehn (darunter Drenovica, Samatica, Rërëz, Goriçan und Malas-Breg).

Ura Vajgurore lebt insbesondere von der Landwirtschaft. Die Region Berat ist ein traditionelles Weinbaugebiet. Heute gibt es im Ort bedeutende Weinkellereien, die zu den ersten privaten Produzenten im Land nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes zählen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Berat 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (instat.gov.al [PDF; abgerufen am 14. April 2019]).
  2. Albturist (Hrsg.): Guide d’Albanie. Tirana 1958.
  3. Heinz Gstrein: Walter-Reiseführer Albanien. Walter-Verlag, Olten 1989, ISBN 3-530-29602-3.
  4. James Pettifer: Albania & Kosovo – Blue Guide. A & C Black, London 2001, ISBN 0-7136-5016-8.
  5. Historiku i Kuçovës. In: Bashkia Kuçova. Abgerufen am 30. März 2014 (albanisch).
  6. Michael Schmidt-Neke und Örjan Söberg: Bevölkerungsstruktur. In: Klaus-Detlev Grothusen (Hrsg.): Albanien (= Südosteuropa-Handbuch). Band VII. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-36207-2, S. 464–490.
  7. Çobo Winery. Abgerufen am 30. März 2014 (englisch).