Uran(III)-hydrid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Uran(III)-hydrid
Andere Namen
  • Urantrihydrid
  • Uranhydrid
Verhältnisformel UH3
CAS-Nummer 13598-56-6
Kurzbeschreibung

graubrauner bis schwarzer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 241,05 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

11,4 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

300 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser und Aceton[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)[4], ggf. erweitert[3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​373​‐​411
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [6]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/28​‐​33​‐​51/53
S: (1/2)​‐​20/21​‐​45​‐​61
Radioaktivität
Radioaktiv
 
Radioaktiv
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Uran(III)-hydrid ist eine anorganische chemische Verbindung des Urans aus der Gruppe der Hydride.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uran(III)-hydrid kann durch Reaktion von Uran mit Wasserstoff bei 150–200 °C gewonnen werden.[1]

Die α-Form kann durch langsame Reaktion unter –80 °C gewonnen werden.[7]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uran(III)-hydrid ist ein graubrauner bis schwarzer Feststoff,[1] der unlöslich in Wasser ist. Er reagiert bereits bei Raumtemperatur mit Sauerstoff und bei 250 °C mit Stickstoff.[7] Er besitzt eine kubische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pm3m (Raumgruppen-Nr. 221).[2] Es kommt in zwei verschiedenen Modifikationen vor, wobei sich die α-Form bei 200 °C irreversibel in die β-Form umwandelt.[8]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uran(III)-hydrid wird zur Herstellung von reinem Uranpulver durch Zersetzung verwendet.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds, Second Edition. Taylor & Francis US, 2011, ISBN 1-4398-1462-7, S. 446 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 3-642-58842-5, S. 784 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Eintrag zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich)
  4. Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff uranium compounds with the exception of those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Uranverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. August 2011 (JavaScript erforderlich).
  7. a b Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, J. Fuger: The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements (Set Vol.1-6). Springer, 2010, ISBN 94-007-0211-6, S. 328–334 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Comprehensive Nuclear Materials: Online version. Newnes, 2011, ISBN 0-08-056033-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).