Urbach (Baden-Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Urbach
Urbach (Baden-Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Urbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 49′ N, 9° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 20,76 km²
Einwohner: 8744 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 421 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73660,
73614 (Wellingshof),
73655 (Bärenbach, Eulenhof, Ilgenhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07181
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 076
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Konrad-Hornschuch-Straße 12
73660 Urbach
Webpräsenz: www.urbach.de
Bürgermeister: Jörg Hetzinger
Lage der Gemeinde Urbach im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Urbach, im Hintergrund Schorndorf

Urbach ist eine Gemeinde im Remstal, östlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Urbach liegt knapp 4 km östlich von Schorndorf und knapp 20 km östlich der Kreisstadt Waiblingen in einer breiten Weitung des zwischen den bewaldeten Berglandschaften des Welzheimer Waldes im Norden und des Schurwaldes im Süden westwärts laufenden Remstals. Diese Weitung zählt zum Teilraum Mittleres Remstal und Schorndorfer Becken des alle Teile des Gemeindegebietes umfassenden Naturraums Schurwald und Welzheimer Wald.[2] Der Ort grenzt im Süden an den das fast 21 km² großen Gemeindegebiet durchquerenden Fluss Rems. Das Gebiet Urbachs erstreckt sich im Norden bis in nahe Teile des Welzheimer Waldes, aus welchem der Rems nacheinander die kleineren Gewässer Bärenbach und Urbach zulaufen; der erste mündet aufwärts noch im Gemeindegebiet von Plüderhausen, der namengebende Bach, nachdem er das Siedlungsgebiet von Urbach durchquert hat.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Urbach besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Oberurbach und Unterurbach. Zur ehemaligen Gemeinde Oberurbach mit der merklich größeren nordwestlichen Teilgemarkung des Gemeindegebietes gehören das ehemalige Dorf Oberurbach, die Weiler Hegnauhof und Wellingshof und der Wohnplatz Wasenmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Burg, Judenburg, Katzenbrunn und Schneckenweiler Hof. Zur ehemaligen Gemeinde Unterurbach mit der kleineren Südöstlichen Teilgemarkung gehören das ehemalige Dorf Unterurbach, der Weiler Bärenbach und die Höfe Eulenhof und Ilgenhof.[3]

Die ehemaligen Gemeinden sind heute vollständig zu einem Ort zusammengewachsen. Lediglich die beiden Ortskerne zeugen noch von der früheren Selbstständigkeit der beiden Ortsteile. Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung bestehen nicht. Verwaltungstechnisch bestehen in einigen Bereichen (z.B. Schul- und Wahlbezirke) die Bezeichnungen Urbach-Nord und Urbach-Süd.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Urbach grenzen im Norden die Stadt Welzheim; von Nordosten über Osten bis Süden die Gemeinde Plüderhausen erst mit der Gemeindeexklave Walkersbach und dann mit ihren Hauptgebiet, zwischen welchen im Osten eine Keilspitze des Urbacher Gebietes bis an den Walkersbach und das Gebiet der Gemeinde Alfdorf reicht; an der gesamten Westseite die Stadt Schorndorf. Alle Nachbargemeinden gehören ebenfalls zum Rems-Murr-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urbach wurde im Jahr 1181 erstmals als Uracbach urkundlich erwähnt: Friedrich I. „Barbarossa“ ließ am 25. Mai des Jahres 1181 eine Urkunde ausstellen, in der er das Kloster Adelberg unter seinen Schutz nahm. Unter den hochadeligen, namentlich aufgeführten Zeugen befand sich auch ein Gerund von Urbach.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober- und Unterurbach gehörten zunächst zum Oberamt Schorndorf und kamen 1938 zum Landkreis Waiblingen. Dieser ging kurz nach der Vereinigung beider Ortsteile 1970 im Jahre 1973 im Rems-Murr-Kreis auf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberurbach
Oberurbach
Seit 1819 waren das landwirtschaftlich geprägte Oberurbach und das eher industriell geprägte Unterurbach zwei getrennte Gemeinden, die im Zuge der Gemeindereform am 1. Januar 1970 wieder zusammengeschlossen wurden. Unterurbach
Unterurbach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl Frauen Männer
  2011   8.711     4.383 (50,3 %)     4.328 (49,7 %)  
  2010   8.631     4.378 (50,7 %)     4.253 (49,3 %)  
  2009   8.592     4.345 (50,6 %)     4.247 (49,4 %)  
  2008   8.530     4.320 (50,6 %)     4.210 (49,4 %)  
  2007   8.527     4.324 (50,7 %)     4.203 (49,3 %)  
  2006   8.559     4.340 (50,7 %)     4.219 (49,3 %)  
  2005   8.541     4.338 (50,8 %)     4.203 (49,2 %)  
  2004   8.469     4.282 (50,6 %)     4.187 (49,4 %)  
  2003   8.456     4.276 (50,6 %)     4.180 (49,4 %)  
  2002   8.339     4.228 (50,7 %)     4.111 (49,3 %)  
  2001   8.208     4.173 (50,8 %)     4.035 (49,2 %)  
  • Stand: 31. Dezember 2011, Quelle: Mitteilungsblatt der Gemeinde Urbach vom 1. März 2012

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 16. Januar 1979 verfügt die Gemeinde Urbach wieder über ein Gemeindewappen: „Unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Rot ein silberner Brackenrumpf“ – so die offizielle Beschreibung in der Urkunde. Während die Hirschstange die Zugehörigkeit zu Württemberg symbolisiert, zeigt der Brackenrumpf das Wappentier der Herren von Urbach. Nach dem Zusammenschluss von Ober- und Unterurbach am 1. Januar 1970 erlosch das Recht zur Führung der ehemaligen Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urbach unterhält eine Gemeindepartnerschaft mit Szentlörinc in Ungarn.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Urbach hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 53,93 %
 %
40
30
20
10
0
38,46 %
25,53 %
22,50 %
13,52 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,48 %p
+8,66 %p
-2,88 %p
+13,52 %p
-8,8 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
FW Freie Wähler Urbach 38,46 7 48,94 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,53 5 16,87 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,50 4 25,38 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,52 2
FDP Freie Demokratische Partei 8,8 1
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 53,93 % 55,8 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister ist seit der Bürgermeisterwahl am 7. April 2002 Jörg Hetzinger, bei der letzten Bürgermeisterwahl am 28. März 2010 wurde er für weitere acht Jahre wiedergewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Afrakirche
Urbacher Baptistenkirche

Urbach liegt am Stromberg-Schwäbischer-Wald-Weg, einem Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Afrakirche ist eine gotische Wehrkirche aus dem Jahr 1509. Sie besitzt Renaissance-Wandmalereien im Chor und Emporenbauten aus dem 17., teilweise schon aus dem 16. Jahrhundert. Kanzel und Deckel stammen aus dem Jahr 1721.

Der Neubau der Urbacher Baptistenkirche wurde im Jahr 2003 mit dem Freikirchlichen Architekturpreis ausgezeichnet.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museum am Widumhof in Urbach-Nord
  • Museum Farrenstall in Urbach-Süd

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergrutsch am Kirchsteig
  • Urbacher Bergrutsch (2001)

Am 7. April 2001 kamen an einem Obstwiesenhang am Kirchsteig oberhalb von Urbach rund 70.000 Kubikmeter Gestein und Erde auf einer Breite von 240 Metern ins Rutschen, das Gelände sackte um bis zu 17 m tief ein. Dieses Terrain wurde inzwischen als Geotop und Naturschutzgebiet ausgewiesen.

  • Urbacher Bergrutsch (1921)

In den Jahren von 1921 bis 1926 legte ein mächtiger Bergrutsch im Gewann Altenberg unterhalb der ehemaligen Judenburg eine Kieselsandsteinbank frei. Das Gebiet ist heute verwildert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Urbach wird Mineralwasser abgefüllt, das unter dem Namen Urbacher verkauft wird. Das Unternehmen gehört zum Coca-Cola-Konzern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urbach ist Haltepunkt für die Regional-Express-Züge auf der Remsbahn nach Stuttgart und Aalen. Urbach hat eine Anschlussstelle zur hier vierspurig ausgebauten Bundesstraße 29 zwischen Stuttgart und Aalen.

Des Weiteren verläuft durch Urbach die Buslinie 243 zwischen Schorndorf und Plüderhausen

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad
  • Jugendhaus
  • Mediathek/Bücherei
  • Sportstätten
    • Atriumhalle: einteilige Sporthalle mit Mehrzweck- und Gymnastikraum
    • Espach-Sportgelände beim Friedhof (Rasensportplatz und Tennenhartplatz)
    • Waldsportplatz bei der Kläranlage
    • Wittumhalle (dreiteilige Sporthalle mit Zuschauertribüne)
    • Wittumstadion: Sportplatz mit 400-m-Laufbahnen und leichtathletischen Einrichtungen sowie Allwetter-Kleinspielfeld
  • Vereinsanlagen:
    • Schützenhaus der Schützengilde Urbach
    • Tennisanlage mit Halle des TC Urbach

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Wittumschule verfügt Urbach über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Daneben gibt es mit der Atriumschule noch eine reine Grundschule. Für die jüngsten Urbacher gibt es fünf gemeindliche und je einen evangelischen bzw. römisch-katholischen Kindergarten. Seit 1. September 2009 gibt es einen Waldkindergarten im Bärenbachtal.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schnitzfetzede – Straßenfest – findet normalerweise Anfang Juli im dreijährlichen Rhythmus in der neuen Urbacher Mitte statt, zuletzt am 7./8. Juli 2012 (insgesamt 10. Ausgabe).
Der Begriff „Schnitzfetzede“ leitet sich von „Schnitzfetzer“ (hochdeutsch etwa: Obststückeschneider) her, dem Spitznamen für die Einwohner Urbachs, die der Legende nach in früheren Jahrhunderten den württembergischen Hof mit Dörrobst (schwäbisch: „Schnitzen“) beliefert haben sollen.
  • Urbacher Weihnachtsmarkt – jährlich am zweiten Adventssonntag
  • Das Freiluftkonzert Zabbaduschder Open Air fand seit 2002 bis einschließlich 2009 jährlich zu Beginn der Sommerferien neben der Urbacher Kläranlage statt. Der Schwerpunkt lag auf Death Metal und Thrash Metal.
  • Das Mud-Race Urbach, eine alljährliche Veranstaltung, bei der die Teilnehmer durch ein 30 m langes Schlammloch durchqueren müssen, sei es zu Fuß, mit dem Geländewagen oder dem Motorrad.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde Urbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7123 Schorndorf und (nur für einen Gebietsschnipsel im Süden) Nr. 7223 Göppingen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Urbach (Baden-Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 171 Göppingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 536–537
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Urbach.
  5. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart