Urfaust (Band)

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Urfaust
Urfaust auf dem Party.San Metal Open Air 2017
Urfaust auf dem Party.San Metal Open Air 2017
Allgemeine Informationen
Genre(s) Black Doom, Ambient, Avantgarde
Gründung 2003
Gründungsmitglieder
IX (Villem[1])
Aktuelle Besetzung
E-Gitarre, Gesang, Bass
IX (Villem)
VRDRBR/Nachtraaf (Jim[1])
Ehemalige Mitglieder
Dolen

Urfaust ist eine niederländische Band.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urfaust (benannt nach Goethes Urfaust) entstand zunächst als Ambient-Projekt von IX. [1] Dieser nahm das Demo Urvaterlicher Sagen auf. Später stieg VRDRBR (sprich: Verderber), welcher schon als Gastmusiker für The Devil’s Blood tätig war, ein und 2004 erschien auf dem Label GoatowaRex das Debüt Geist ist Teufel. 2005 folgte Verräterischer, nichtswürdiger Geist. In den folgenden Jahren erschienen weitere EPs und Splits. Derzeit ist die Band beim Label Ván Records des Ex-Nagelfar-Mitglieds Sven Dinninghoff unter Vertrag.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Alben spielte Urfaust rohen und einfach gehaltenen Black Metal, der jedoch nicht mit dem üblichen Screams versehen ist. IX verwendet eine Art Operngesang, der von klarem Gesang bis zu an Burzum erinnernde Schreie variiert. Die Gitarre ist extrem verzerrt und oft mit starken Effekten versehen. Im Kontrast dazu steht das trockene, klare Schlagzeug. Manche Stücke sind nur mit klassischen Instrumenten wie der Violine, dem Kontrabass, Pauken und Trompeten gespielt. Die Kritiken waren überwiegend positiv. Die Musik wird als „schwer verdaulich“[2], „benebelnd und beklemmend“[3] beschrieben. Drei Rituale jenseits des Kosmos enthält starke Einflüsse aus dem Drone Doom. Die Musik dieser EP wurde mit der Black-Metal-/Death-Industrial-Band Abruptum verglichen.[4] Die EP Einsiedler ist etwas melodischer, aber in ähnlich langsamen Tempo. Dort finden sich Einflüsse des Postrock sowie ein mehrere Minuten langes Keyboard-Solo. Die Einflüsse der Band liegen im Black Metal, aber auch in der mittelalterlichen Musik, alten Lobpreisgesängen und Shōmyō-Gesang.[5] Textliche Inspirationen sind unter anderem Goethes Faust und Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra.[6]

Die Namen der Lieder sind in anspruchsvollem, aber oft fehlerhaftem Deutsch: Auszug Aller Tödlich Seinen Krafte, Der Halbtoten Dichters Schein-Existenz. Die Texte der Band sind weder verständlich noch bekannt, oft wird die Frage aufgeworfen, ob welche existieren.[7]

„Hört sich so an, als enthielte ‚der Text‘ kein einziges Wort. Sänger IX artikuliert sich vorrangig in klagenden Schreien mit ornithologischem Hintergrund […] und einem morbiden Singsang, der mal die feierliche Theatralik eines sterbenden Opernhelden verströmt, mal wie ein betrunkener Seemann klingt, der zwischen unterschlagener Lebensfreude und unendlicher Sehnsucht wankt und schwankt.“

Dirk Bengt: Kritik zu Einsiedler im Online-Magazin burnyourears.de[8]

Aus einer Aussage der Band ist jedoch zu schließen, dass die Stimme zwar als Instrument eingesetzt wird, aber durchaus auch Texte vorhanden sind.[6] Im Beiheft des 2010 erschienenen Albums Der Freiwillige Bettler sind in niederländischer Sprache verfasste Texte abgedruckt.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Urvaterlicher Sagen (Demo)
  • 2004: Geist ist Teufel (GoatowaRex, Black Blood Productions)
  • 2004: I anmarsj gjennom grangrunn und Skogens hatefulle skapning auf Gathered Under the Banner of Strength and Anger: A Homage to Ildjarn (Pestilence Records)
  • 2005: Verräterischer, nichtswürdiger Geist (GoatowaRex)
  • 2006: Auerauege Raa Verduistering (Split; Urfaust / Circle of Ouroborus (Ahdistuksen Aihio Productions, Target:Earth Productions))
  • 2007: Urfaust / The Ruins of Beverast (Split; Ván Records)
  • 2008: Drei Rituale jenseits des Kosmos (EP; Debemur Morti Productions)
  • 2009: Urfaust / Joyless (Split; Ván Records)
  • 2009: Einsiedler (EP; Ván Records, Terratur Possessions)
  • 2010: Der freiwillige Bettler (Ván Records)
  • 2011: Celestial Bloodshed / Urfaust (Split; Terratur Possessions)
  • 2012: Ritual Music for the True Clochard (Compilation; Ván Records)
  • 2013: Die erste Levitation (7”; Ván Records)
  • 2013: Trúbadóirí Ólta an Diabhail (LP; Ván Records)
  • 2013: Urfaust / King Dude (Split; Ván Records)
  • 2015 Apparitions (EP; Ván Records)
  • 2015 Het aalschuim der natie (Split; Lugubrum / Urfaust (Ván Records))[9]
  • 2015 Ghoulfaust (Split; Ghoul-Cult / Urfaust (Terratur Possessions))
  • 2016 Empty Space Meditation (Ván Records)
  • 2018 The Constellatory Practice (Ván Records)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Urfaust (Band) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Dorian Gorr: Portrait: Urfaust – “Das Weltall belauschen”.
  2. Götz Kühnemund: URFAUST. Der freiwillige Bettler. In: Rock Hard, Nr. 268.
  3. Yannick Lengkeek: CD-Review: Urfaust - Drei Rituale Jenseits des Kosmos.
  4. [-c:]: Urfaust - Drei Rituale jenseits des Kosmos. Archiviert vom Original am 13. Mai 2012; abgerufen am 20. Juni 2018.
  5. Johannes Paul Köhler: Urfaust. Monoton, erheiternd und nihilistisch. In: Legacy. The Voice from the Dark Side. Nr. 70, 2011, S. 157.
  6. a b sw: Urfaust. ...bis einer den Raum verlässt. mega-metal.de, abgerufen am 24. Mai 2011.
  7. sw: URFAUST - Der freiwillige Bettler. mega-metal.de, abgerufen am 24. Mai 2011.
  8. dirk-bengt: Urfaust - IX: Der Einsiedler. Abgerufen am 19. Januar 2010.
  9. Lugubrum / Urfaust - Het aalschuim der natie - Encyclopaedia Metallum: The Metal Archives. In: www.metal-archives.com. Abgerufen am 25. Juni 2016.