Urinstein

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Urinstein ist eine gelblich-braune kristalline Ablagerung und entsteht durch Ausfällungen des Urins in Toiletten und Urinalen in fester oder pastöser Form.

Urinstein entsteht durch eine chemische Reaktion von kalkhaltigem Wasser (in der Regel das Spülwasser) und Urin. Der im Wasser gelöste Kalk und weitere im Wasser gelöste Stoffe verbinden sich mit dem Urin und der Harnsäure als Katalysator zu einer unlöslichen Kalk-Magnesiaverbindung. Diese Verbindung liegt als eine Mischung aus Calcium- oder Magnesiumcarbonat, -oxalat, -phosphat und -sulfat vor.[1] Die dabei entstehenden Feststoffe bestehen aus den Mineralien Struvit, Hydroxylapatit und Kalzit.[2] Die Mischung verfestigt sich durch einen hohen pH-Wert, der durch die am Harnstoffabbau beteiligten Bakterien entsteht. Frischer Urin hat zunächst einen niedrigen pH-Wert.[3] Da Regenwasser keinen Kalk enthält, tritt bei Regenwassernutzung zur Spülung von WCs und Urinalen kein Urinstein auf.[4]

Abgesehen von der Menge des Urins und dem Kalkgehalt des Wassers hängt die Urinsteinbildung vornehmlich von der Verweildauer im Siphon oder anderen Sammelstellen ab. Die Menge des verwendeten Spülwassers hat demgegenüber einen geringen Einfluß.

Auch bei Urinalen wird die Verstopfung des Siphons nicht ausschließlich von den Inhaltsstoffen des Urins verursacht. In der Regel sind immer auch organische Stoffe wie Staub, Fette, Hautpartikel und insbesondere Haare daran beteiligt. Soll die Verstopfung ohne mechanische Maßnahmen entfernt werden, so ist es daher erforderlich, zunächst die organischen Bestandteile mithilfe eines alkalischen Rohrreinigers zu lösen und anschließend den Urinstein mit einer Säure zu zersetzen.[2] Saure und alkalische Mittel dürfen jedoch nicht gemeinsam angewendet werden, da es zu heftigen Reaktionen kommen kann.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haushaltsreiniger – Experimente für einen alltagsorientierten Chemieunterricht. (PDF) S. 5, archiviert vom Original am 19. November 2014; abgerufen am 19. November 2014.
  2. a b K.M. Udert, R. Högger, T.A. Larsen, W.Gujer: Urinausfällungen in Urinalen und NoMix-Toiletten. (PDF) Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG), Dübendorf, S. 8, archiviert vom Original am 19. November 2014; abgerufen am 19. November 2014.
  3. SOS. Wie macht man das? Was man wirklich können muss! S. 102 [1]
  4. Hotel&Technik. (PDF) Januar 2012, S. 56, archiviert vom Original am 19. November 2014; abgerufen am 19. November 2014.