Urkundenbuch

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Als Urkundenbuch bezeichnet man in der Geschichtswissenschaft eine gedruckte Sammlung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Urkunden aus einem inhaltlichen, geographischen oder sachlichen Zusammenhang. In älteren Veröffentlichungen und im nicht deutschsprachigen Raum ist auch Diplomatarium gebräuchlich, ansonsten analoge Begriffsbildungen in der jeweiligen Sprache. Auch Codex diplomaticus ist bei älteren Editionen geläufig.

Das Urkundenbuch unterscheidet sich vom Kopialbuch und vom Register, die nicht gedruckte, sondern handschriftliche Sammlungen von Urkunden aus dem Mittelalter oder der Frühen Neuzeit sind. Das Urkundenbuch unterscheidet sich außerdem vom Regestenwerk darin, dass in ersterem gewöhnlich der vollständige Text der Urkunden abgedruckt wird, während in letzterem nur inhaltliche Zusammenfassungen zu finden sind. Insbesondere in Urkundenbüchern aus dem 19. Jahrhundert findet man jedoch längere Passagen, die nur Regesten der Urkunden bieten. Jüngstes Beispiel ist das „Liechtensteinische Urkundenbuch“[1], dessen Fortsetzung ausschließlich Regesten enthält.

Urkundenbücher nach Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland:

Österreich:

Städtische Urkundenbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch bei Freien Reichsstädten und anderen Städten gibt es entsprechende Urkundenbücher:

Sonstige Urkundenbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hansische Urkundenbuch enthält Urkunden zum Handel an der Ostsee und im niederdeutschen Raum bis 1500.

Klösterliche Urkundenbücher:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liechtensteinisches Urkundenbuch. In: llv.li. Abgerufen am 14. Mai 2020 (das Liechtensteinische Urkundenbuch ist entgegen seiner Bezeichnung kein Urkundenbuch, sondern ein Regestenbuch).
  2. Virtuelles Preußisches Urkundenbuch: Regesten und Texte zur Geschichte Preußens und des Deutschen Ordens. In: uni-hamburg.de.
    Preussisches Urkundenbuch. In: poznan.pl (politische (allgemeine) Abteilung, Band I: Die Bildung des Ordensstaats, 1. Hälfte: hrsg. von Rudolf Philippi in Verbindung mit Carl P. Wölky, 2. Hälfte: bearbeitet von August Seraphim, Königsberg i. Pr. 1882–1909).
  3. Landesarchiv Baden-Württemberg (Hrsg.): Württembergisches Urkundenbuch Online. In: wubonline.de.
    Königliches Staatsarchiv in Stuttgart (Hrsg.): Württembergisches Urkundenbuch. 11 Bände, Scientia Verlag und Antiquariat Schilling OHG, Aalen 1972–1978 (1986), ISBN 3-511-05180-0 (Neudruck der Ausgabe 1849–1913).
  4. Urkundenbuch zur Geschichte der Babenberger in Österreich. In: opac.regesta-imperii.de.
  5. Hubert Ermisch (Bearbeitung): Urkundenbuch der Stadt Chemnitz und ihrer Klöster. In: Codex diplomaticus Saxoniae Regiae. II 6, Leipzig 1879 (online auf codex.isgv.de).