Urmitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Urmitz
Urmitz
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Urmitz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 25′ N, 7° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Weißenthurm
Höhe: 66 m ü. NHN
Fläche: 3,77 km2
Einwohner: 3492 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 926 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56220
Vorwahl: 02630
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 225
Adresse der Verbandsverwaltung: Kärlicher Straße 4
56575 Weißenthurm
Webpräsenz: urmitz.de
Ortsbürgermeister: Norbert Bahl (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Urmitz im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Urmitz am Rhein (mundartlich: Örms) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Weißenthurm an.

Urmitz, Luftaufnahme (2016)

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urmitz mit Urmitzer Werth aus östlicher Richtung gesehen

Die Gemeinde Urmitz liegt unmittelbar am Rhein zwischen Andernach und Koblenz. Im Rhein vor dem Ort liegt die Rheininsel Urmitzer Werth (Vogelschutzgebiet), die allerdings zum Landkreis Neuwied gehört. Im Osten grenzt Urmitz an die ebenfalls im Landkreis Mayen-Koblenz liegende Gemeinde Kaltenengers, im Süden an Mülheim-Kärlich und im Westen an Weißenthurm.

Statistisch betrachtet leben in Urmitz 3.630 Menschen in 1.014 bewohnten Adressen, verteilt auf 53 Straßen. Der Ausländeranteil beträgt ca. 5,3 %. Ca. 70 % gehören der römisch-katholischen, 9,5 % der evangelischen Kirche an. (Stand: August 2010)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bimsabbau in der Nähe des Ortes wurde ein ca. 1250 x 800 Meter messendes unterbrochenes Erdwerk der jungneolithischen Michelsberger Kultur entdeckt. Um 1900 wurden bei Ausgrabungen Pfahlreste einer römischen Brücke gefunden, die mit dem Rheinübergang der Truppen Julius Caesars im Jahr 53 v. Chr., welchen dieser in seinem Werk „De Bello Gallico“ erwähnt, in Zusammenhang gebracht werden.

Urkundlich wurde das fränkische Königsgut als villa Auromoncio quod est prope litora Rheni fluvii 755 & 757[2] erstmals erwähnt. Es gelangte durch eine Schenkung Kaiser Heinrichs II. 1022 in den Besitz des Bamberger Domstifts. Später kam der Ort an das Kurfürstentum Trier bis zu dessen Ende 1794, nach der napoleonischen Herrschaft 1815 an die preußische Rheinprovinz.

Die Pfarrei des Ortes ist seit 1204 urkundlich belegt. Die heutige St. Georgskirche stammt aus dem Jahr 1722, das Pfarrhaus aus dem Jahr 1810.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Urmitz besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 12 8 20 Sitze
2009 12 8 20 Sitze
2004 12 8 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot auf einem steigenden, gezäumten, silbernen Ross ein geharnischter, nimbierter, silberner Reiter mit schallerbedecktem Haupt, eine silberne Lanze in einen rücklings rechtsschrägen aufgerichteten geflügelten silbernen Drachen unterhalb der Vorderläufe des Rosses stoßend, dessen Pfeilschwanz um den linken Rosshinterlauf gewunden, zwischen den Pferdeläufen ein Schildchen, darin in Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz“. Eine Variante besitzt ein silbernes Schildhaupt, darin in schwarzen Großbuchstaben der Namenszug „URMITZ-RHEIN“.

Wappenerklärung: Der Reiter ist der drachentötetende hl. Georg, der Schutzpatron der örtlichen Pfarrkirche St. Georg, das Schildchen das Wappen des ehemaligen kurtrierischen Staates, zu dem Urmitz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urmitz pflegt seit einigen Jahren eine gute Partnerschaft mit der in der Nähe von Paris liegenden französischen Gemeinde Les Noes.

Auch führt man seit Jahren eine informelle Freundschaft mit der schottischen Gemeinde Maybole. Die Freundschaft besteht in erster Linie aus einem jährlichen Besuch der Dudelsackspieler der Maybole Pipe Band aus der Stadt Maybole (South Ayrshire) an Karneval in Urmitz und der Teilnahme am Rosenmontagszug.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg
Brunnen

Die St. Georg geweihte Barockkirche wurde 1772 gebaut, das Pfarrhaus Anfang des 19. Jahrhunderts.

In der Nähe von Urmitz führt die Urmitzer Eisenbahnbrücke, 1918 als sogenannte Kronprinzenbrücke errichtet, über den Rhein. Die Stahlkonstruktion wurde im März 1945 auf dem Rückzug vor dem amerikanischen Vormarsch von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Nach dem Krieg wurde die Brücke wieder neu errichtet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Vereine sind der Junggesellenverein 1872, der St. Nikolaus-Schifferverein, der Radsportclub Rückenwind, der DPSG Stamm St. Georg, der Spielmannszug 1955, der Obst- und Gartenbauverein, der Musikverein, der Möhnen-Club, der Männerchor 1887, der Kraftfahrerverein 1953, die Kolpingsfamilie St. Georg, der Kirchenchor Cäcilia 1712, die Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß, der Kaninchenzuchtverein, der Deutsch-Französische Freundschaftskreis Urmitz/Les Noes, die Katholische Frauengemeinschaft St. Georg, der Frauenchor "Rheinperle" 1972, der Arbeiterwohlfahrt-Ortsverein Urmitz, der Angler-Club "Geduld", der Radsportclub RSC "Rückenwind", der VdK-Ortsverband, der Örmser Museumsverein, der DRK Ortsverband, ATA Sport, die Freiwillige Feuerwehr und der Sportverein Urmitz 1913/1970.

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich findet traditionell am Sonntag nach dem St. Georgs Tag (23. April) die Kirmes statt. Diese Tradition geht bis ins 17. Jahrhundert zurück, die erste weltliche Kirmes gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Kirmes wird zu Ehren des Ortspatrons St. Georg von dem „Junggesellenverein 1872 Urmitz“ veranstaltet. Neben dem Junggesellenverein sind auch jeweils zwei Jahrgänge mit der Kirmes traditionell verbunden. Der „Schorschjahrgang“ sowie der „Schießjahrgang“ sind zwei aufeinanderfolgende Jahrgänge, die während der Kirmes verschiedene Aufgaben übernehmen. Die Aufgabe des "Schorschjahrgangs" ist im Wesentlichen das Tragen der St.-Georgs-Figur an der am Kirmessonntag stattfindenden Prozession. Der "Schießjahrgang" baut die Eierkrone mit Motto, organisiert die Tombola und schießt zu verschiedenen Zeiten mit den nachfolgend erwähnten "Katzenköpp". Neben der St.-Georgs-Figur, die während der kirchlichen Prozession getragen wird, gibt es seit 1920 auch einen Kirmesbaum, der seit 1945 mit einer jährlichen neuen und einzigartigen Eierkrone geschmückt wird. Auch das Schießen mit den Kanonen „Katzenköpp“ ist seit den 1920er Jahren Tradition.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Urmitz gibt es einen Sportverein, den SV Urmitz 1913/1970 e.V. Der SV Urmitz ist der Zusammenschluss der beiden Sportvereine FC und TV Urmitz. In 12 Abteilungen werden die Sportarten Boule, Cheerleading, Fitness, Fußball, Gymnastik/Tanz, Handball, Judo, Leichtathletik, Schach, Tennis, Tischtennis und Volleyball angeboten.

Der Handball hat eine lange Tradition und ist seit langem in den oberen Ligen vertreten. So spielt man lange Zeit in der Oberliga und zeitweise sogar in der Regionalliga. Die Handballabteilung des SV Urmitz fusionierte vor der Saison 2007/08 mit der des TV Vallendar und spielte bis zur Saison 2008/09 unter dem Namen UVS Rheintal (UVS = Urmitz Vallendarer Spielgemeinschaft) in der RPS-Oberliga. Vor der Saison 2009/2010 trennte sich die Spielgemeinschaft. Unter dem alten und neuen Namen SV Urmitz spielte die Mannschaft nach der Trennung nun in der Rheinlandliga.

Eine weitere große Tradition hat der Judo in Urmitz. Der bekannteste Judoka ist Stefan Dott, welcher u.a. bei den Olympischen Spielen startete. Zeitweise kämpften die Urmitzer Judoka sogar in der Regionalliga zuletzt als Kampfgemeinschaft mit Neuwied. Seit mehreren Jahren steht aber nun der Breitensport im Vordergrund. Doch auch hier gibt es eine Vielzahl von Erfolgen vor allem im Jugendbereich.

Außerdem ist in Urmitz seit 1981 die türkischstämmige Fußballmannschaft von Ata Urmitz beheimatet. Diese spielt in der Bezirksliga-Mitte und blickt auf einige Erfolge zurück, nämlich der dreimaligen Kreismeisterschaft in der C-Klasse, B-Klasse und auf zwei Kreispokalendspiel teilnahmen. Diese und andere Sportarten werden bevorzugt in der Peter-Häring-Halle betrieben. Außerdem sind noch eine Bouleanlage und eine Tennisanlage vorhanden. Seit Sommer 2011 verfügt die Gemeinde über einen modernen Kunstrasenplatz mit Tartanlaufbahn.

Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendarbeit in Urmitz wird hauptsächlich geführt durch das Verbandsgemeinde-Jugendprojekt "That’s it", das für die Jugendarbeit in allen Gemeinden der Verbandsgemeinde Weißenthurm verantwortlich ist.

Es gibt in Urmitz einige Einrichtungen für Jugendliche und Kinder. So wurde der alte etwas kleinere Sportplatz nach dem Bau eines neuen Platzes außer Betrieb genommen und zu einem viel genutzten Bolzplatz umgestaltet. Im Sportzentrum Urmitz ist für die Jugendlichen ein Skatepark mit Halfpipe, Grindstangen und vielen anderen Dingen gebaut worden.

In der Grundschule St. Georg befindet sich der im Dezember 2013 neu eingerichtete Kinder- und Jugendtreff mit Internetcafé, der gerne als Anlaufpunkt genutzt wird.

Andere Jugendgemeinschaften sind zum Beispiel die St. Georg Pfadfinder, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen und jedes Jahr an vielen sozialen und gemeinnützigen Aktionen teilnehmen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Urmitz landwirtschaftlich geprägt. Begünstigt durch seine Lage in unmittelbarer Nähe zu den Gewerbegebieten der Städte Koblenz, Mülheim-Kärlich, Weißenthurm, Andernach und Neuwied hat sich auch in Urmitz Gewerbe angesiedelt. Am Rand des Mülheim-Kärlicher Gewerbegebiet liegt auch das Industriegebiet 'Rudolf-Diesel-Straße' der Gemeinde Urmitz, in dem sich in den vergangenen Jahren vermehrt Industrie- und Gewerbeunternehmen niederlassen.

Im Ortskern gibt es trotz der Nähe zum Gewerbegebiet Mülheim-Kärlich alle notwendigen Einkaufsmöglichkeiten: mehrere Lebensmittelgeschäfte, Poststelle, Apotheke, Ärzte, Bank- und Versicherungsniederlassungen, Frisöre und Gastronomiebetriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brücke Urmitz.Rhein.JPG
  • Straßenverkehr

Urmitz liegt an der B 9 in der Nähe von Koblenz.

  • Eisenbahnverkehr

Es gibt zwei Bahnhaltepunkte, an denen ausschließlich Regionalbahnen halten.

Zum einen besteht der Bahnhof Urmitz, der an der linken Rheinstrecke, welcher stündlich von der Mittelrheinbahn RB 26 (Köln Messe/Deutz- Bonn- Remagen- Andernach- Koblenz- Bingen (Rh)- Mainz) sowie der Lahn-Eifel-Bahn RB 23 (Mayen Ost- Mendig- Andernach- Koblenz- Bad Ems- Diez- Limburg(Lahn)) bedient wird. Zum Anderen existiert der Haltepunkt Urmitz-Rheinbrücke an der Strecke Neuwied–Koblenz, an welchem die Regionalbahn Linie RB 27 (Koblenz- Neuwied- Köln- Mönchengladbach) verkehrt.

Letztgenannter Haltepunkt wurde am 15. September 1935 in Betrieb genommen. Als 1945 die Kronprinz-Wilhelm-Brücke von den sich zurückziehenden deutschen Truppen zerstört wurde, kam auch der Bahnverkehr an diesem Haltepunkt zum Erliegen. Erst zwischen 1952 und 1954 wurde die Brücke unter dem Namen Urmitzer Eisenbahnbrücke wieder aufgebaut und der Haltepunkt konnte wieder in Betrieb genommen werden. Zwischen 1987 und 2006 war der Haltepunkt erneut außer Betrieb.[4] Seit seiner Wiedereröffnung wird er von den Zügen der Regionalbahn-Linie 27 über die rechtsrheinischen Bahnstrecke, die hier den Fluss überquert, stündlich angefahren.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnmobilstellplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 wurde in der Gemeinde Urmitz ein Wohnmobilstellplatz eingeweiht. Die 24 Stellplätze liegen in einem Halbrund am Rhein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Mittelrheinische Becken (= Werte der deutschen Heimat. Band 65). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 978-3-412-10102-2, S. 126–127.
  • Horst Hohn, Heimatbuch 2005 Landkreis Mayen-Koblenz, 1250 Jahre Urmitz – 800 Jahre Pfarrei St. Georg, Seite 165-167
  • Reinhard Gilles, Die Geschichte der Gemeinde Urmitz (Chronik mit 360 Seiten), Herausgeber Ortsgemeinde Urmitz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Urmitz – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Urmitz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Goerz: M. Reg. 1, 67 & 69.
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. urmitz.de: Die Geschichte der Gemeinde Urmitz Abgerufen am 9. Dezember 2010