Ursensollen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ursensollen
Ursensollen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ursensollen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 11° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 72,9 km2
Einwohner: 3718 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92289
Vorwahl: 09628
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 154
Gemeindegliederung: 38 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
92289 Ursensollen
Website: www.ursensollen.de
Bürgermeister: Franz Mädler (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Ursensollen im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der OberpfalzKönigstein (Oberpfalz)Hirschbach (Oberpfalz)EtzelwangWeigendorfBirglandKastl (Lauterachtal)EdelsfeldEdelsfeldVilseckNeukirchen bei Sulzbach-RosenbergSulzbach-RosenbergEichen (gemeindefreies Gebiet)FreihungHirschauGebenbachSchnaittenbachHahnbachIllschwangFreudenberg (Oberpfalz)UrsensollenEbermannsdorfEnsdorf (Oberpfalz)KümmersbruckRieden (Oberpfalz)HohenburgSchmidmühlenPoppenrichtAmmerthalAmbergLandkreis Neustadt an der WaldnaabWeiden in der OberpfalzLandkreis SchwandorfLandkreis BayreuthLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild

Ursensollen ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im jüngsten Naturpark Bayerns, dem Naturpark Hirschwald, in der Region Oberpfalz-Nord und etwa zehn Kilometer südwestlich von Amberg und etwa 50 Kilometer östlich von Nürnberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursensollen hat 38 Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Beginn der Geschichte Ursensollens ist eng verbunden mit dem Adelsgeschlecht von Scharfenberg. Dieses hat sich wahrscheinlich um das Jahr 1000 auf dem Scharfenberg, etwa einen Kilometer südwestlich von Ursensollen, angesiedelt. Im Jahre 1144 wurden dieses Adelsgeschlecht und der Ort Ursensollen erstmals erwähnt. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Ursensollen war. Im 14. Jahrhundert wurde ein Landsassenschloss in Ursensollen beurkundet. 1383 war nachweislich die Burg Scharfenberg zerstört. Die Scharfenberger blieben bis etwa 1550 in Ursensollen ansässig. Deren berühmtester Sohn war der Minnesänger Albrecht von Scharfenberg, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wirkte. Seine berühmtesten Werke sind Der jüngere Titurel und Merlin. Ab dem Jahr 1550 sind die Meringer als Herren von Ursensollen bezeichnet. Doch bereits 1566 wurde ein Johan Erckenbrecht als Besitzer genannt. 1693 wurde die Hofmark Ursensollen an einen Johann Jakob Haller von Hallerstein verkauft. Im Jahre 1729 wurde ein Johann Michael von Thünefeld als neuer Besitzer genannt. Im Jahre 1749 wurde die Hofmark erneut verkauft. Die Erwerber waren die Brüder Velhorn. 1773 verkauften diese ihre Besitzungen an Hofrat Franz de Paula Knebel. Neun Jahre später gab es wieder einen Besitzerwechsel: Der neue Eigentümer war Ferdinand von Hötzendorf. 1817 hieß der neue Eigentümer Joseph von Schenkl.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1828 war wieder ein Franz von Hötzendorf, der Schwiegersohn des vorhergehenden, als Eigentümer genannt. Sein Schwager Franz von Schenkl kaufte die Hofmark sechs Jahre später zurück und mit ihm endete 1838 die Linie der ortsansässigen Adelsgeschlechter. Der erste nichtadelige Besitzer der Hofmark war Regierungsrat Jakob Windwarth aus Amberg. Nach dem Tode des Schlossherren verkaufte die Witwe 1856 Gebäude und Grundstücke an den Braumeister Mathias Muggenthaler. Dieser richtete eine Brauerei ein und begründete damit den Ruf des Ursensollener Bieres.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Bayern wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Haag, Hohenkemnath, Ullersberg und Zant sowie Teile der Gemeinde Garsdorf am 1. April 1971 und jeweils Teile der zuvor zum Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz gehörenden Gemeinden Hausen, Thonhausen, Winkl und Wolfsfeld am 1. Juli 1972 nach Ursensollen eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1978 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Götzendorf und am 1. Mai 1978 kleine Teile der Gemeinde Hohenburg mit etwa 50 Einwohnern hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Gemeinde, jetziger Ort

  • 1933: 0382 Einwohner
  • 1939: 0415 Einwohner
  • 1961: 0578 Einwohner
  • 1970: 0673 Einwohner
  • 2010: 1350 Einwohner

Jetziges Gemeindegebiet

  • 1961: 2469 Einwohner
  • 1970: 2678 Einwohner
  • 1987: 2991 Einwohner
  • 1991: 3220 Einwohner
  • 1995: 3415 Einwohner
  • 2000: 3518 Einwohner
  • 2005: 3669 Einwohner
  • 2010: 3758 Einwohner
  • 2015: 3641 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister der neu geformten Gemeinde Ursensollen war Michael Kuhn (Ursensollen) bis zum Jahr 1978. Ihm folgte von 1978 bis 1989 Anton Lindner (CSU, Hohenkemnath) nach. Josef Wölfl (CSU, Heimhof) war von 1989 bis 2002 Bürgermeister. Seit 2002 ist Franz Mädler (Freie Wähler) Bürgermeister.

Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern. Davon gehören seit der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 drei der SPD, sechs den Freien Wählern und sieben der CSU an.

Vom 1. Mai 1978 bis 31. Dezember 2001 bildeten die Gemeinden Ammerthal und Ursensollen eine Verwaltungsgemeinschaft.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen besteht oben aus einem Schrägbalken in Schwarz und Silber umgeben von Rot und ist unten in Silber und Blau gehalten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Heimhof
  • Katholische Pfarrkirche St. Vitus (Ursensollen), Altäre um 1712 von Meister Johann Michael Schaller aus Velburg, Epitaph für Johann Erckenprechtshausen († 1578) an der Südwand
  • Katholische Kirche St. Laurentius (Erlheim), erbaut 1433, gotischer Chor, Rokoko-Ausstattung
  • Katholische Pfarrkirche St. Georg (Hausen), neubarocker Bau aus dem Jahr 1914, spätgotische Maria (Ende des 15. Jahrhunderts) im linken Seitenaltar
  • Schloss Heimhof, im Kern eine mittelalterliche Wohnburg aus dem 14. Jahrhundert mit teilweise originaler Ausstattung (Privatbesitz, nicht zu besichtigen)
  • Katholische Filial- und Wallfahrtskirche St. Joseph (Zant) mit romanischer Burgruine, auf den Mauerresten im 17. Jahrhundert von Freiherr von Lonnerstadt erbaut, 1778 erweitert, Rokoko-Ausstattung
  • Kunstwerke der Bildhauerin Sabine Mädl:
    • Albrecht von Scharfenberg (1996) Minnesänger des 13. Jahrhunderts, Bronzeguss mit Brunnen vor dem Rathaus
    • Bärenbrunnen (2003) vor der Grundschule: Eine Bärin mit ihren zwei Jungen an einem Weiher.
    • Pietà (2004, Edelstahl) vor dem Friedhof in Hohenkemnath
    • Einradfahrer (2005, Edelstahl) am Brunnen vor der Grund- und Mittelschule
    • Kreuz aus Edelstahl mit Glas an der Ortseinfahrt West in Ursensollen
    • Gänseliesl mit drei Gänsen (2010, Edelstahl und Bronze, geschweißt) auf dem Dorfplatz Ursensollen, zur Erinnerung an die ursprünglich bäuerliche Bevölkerung
  • Kunstwerk der Bildhauerin Uber-Diem, Aschach: Madonna (Bronzeguss, 2010) auf dem Kirchplatz Ursensollen

Die Gemeinde Ursensollen gehört zum Bistum Eichstätt, Dekanat Habsberg. Die östlich gelegenen Gemarkungen befinden sich schon auf dem Territorium der Diözese Regensburg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ursensollen gibt es zwei Gewerbegebiete, in denen namhafte Firmen angesiedelt sind. Käfer und Hummel fertigen hochwertige Polstermöbel, TLA ist eine weltweit tätige Logistikfirma, und die Firma Sheepworld ist europaweit erfolgreich im Geschenkartikelmarkt. Zahlreiche weitere leistungsfähige mittelständische Firmen bieten mehrere hundert Arbeitsplätze. Der Autozulieferer Grammer AG wird Hauptsitz und Forschungs- und Entwicklungszentrum in Ursensollen in der dort neu entstehenden Zentrale ansiedeln. Die medizinische Versorgung der Gemeinde Ursensollen wird durch ein Ärztehaus, eine Apotheke, einen Physiotherapeuten und eine Zahnarztpraxis sichergestellt. Über 40 Vereine haben ein reichhaltiges sportliches und kulturelles Angebot.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Ursensollen wurde am 4. März 2008 zusammen mit Ingolstadt und Neustadt bei Coburg der Bayerische Qualitätspreis 2008 – Wirtschaftsfreundliche Gemeinde verliehen.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 33, im produzierenden Gewerbe 170 und im Bereich Handel und Verkehr 122 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 95 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1251. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 noch 159 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4141 Hektar, davon waren 3251 Ackerfläche und 886 Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand von 2010 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kinderkrippe in Ursensollen für ein- bis dreijährige Kinder
  • Zwei Kindergärten: 75 Kindergartenplätze in Ursensollen und 25 Kindergartenplätze in Hausen
  • Grund- und Mittelschule in Ursensollen mit 23 Lehrern und ca. 340 Schülern
  • Offene Ganztagesschule mit ca. 60 Kindern und Jugendlichen
  • Musikschule der Musikkapelle Ursensollen
  • Bücherei. Im Jahre 2011 wurde sie mit dem Kinderbibliothekspreis als eine der zehn besten Kinderbüchereien Bayerns ausgezeichnet. E.ON-Bayern gab ein Preisgeld von 5000 Euro.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ursensollen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/213204&attr=OBJ&val=903
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 419.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 639 und 640.
  5. Auflösung durch das Sechste Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 23. November 2001 (GVBl S. 738)