Uschi Brüning

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Uschi Brüning (September 2018)
Uschi Brüning im Konzert mit Stephan König (Grimma, Gymnasium St. Augustin, 14. September 2018)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Auserwählt (mit Manfred Krug)
  DE 54 06.02.2015 (4 Wo.)

Uschi Brüning (* 4. März 1947 in Leipzig) ist eine deutsche Jazz- und Soul-Sängerin und Songautorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brüning debütierte öffentlich 1960 mit Schlagern. Mit 17 Jahren sang sie in der Amateurband Studio Team, mit der sie in den nächsten Jahren in Sachsen tourte. Sie erhielt zunächst keine Zulassung zum Musikstudium am Konservatorium in Zwickau und wurde Gerichtssekretärin. Dann besuchte sie ab 1969 in der Musikschule Friedrichshain in Berlin-Friedrichshain die Spezialklasse Tanzmusik und Gesang und sang mit der Klaus-Lenz-Band. Seit 1970 arbeitete sie als Berufssängerin. In diesem Jahr unternahm sie ihre erste DDR-Tournee mit dem Günther-Fischer-Quintett und Manfred Krug. 1972 erhielt sie den zweiten Preis beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden.

Seit 1975 arbeitete sie mit der eigenen Band Uschi Brüning & Co., zu der unter anderem der Saxophonist Helmut Forsthoff gehörte. Ihre Unterschrift gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976 zog sie zurück, nachdem die Stasi sie unter Druck setzte.[2] 1977 trat sie auf der 1. Jazzbühne Berlin auf und erhielt 1981 den dritten Preis beim Festival Kärnten International in Österreich. Seit dieser Zeit arbeitet sie mit Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky zusammen, mit dem sie seit 1982 verheiratet ist.[3] 1985 nahm sie an den 1. Jazztagen der DDR in Weimar und 1986 am 1. Internationalen Frauen-Jazz-Festival in Frankfurt am Main teil. 1989 war sie auf Tournee mit dem European Jazz Ensemble und trat in dem Programm Ich mach ein Lied aus Stille mit Eva Strittmatter auf. 1993 nahm sie am JazzFest Berlin teil und trat im Programm Vier im Konzert mit Annekathrin Bürger, Barbara Kellerbauer und Carola Nossek auf. 2008 sang sie mit Georgie Fame in der Berliner Philharmonie.[4]

Von 2015 bis zu dessen Tod 2016 trat Brüning mit Manfred Krug unter dem Titel Manfred Krug liest und s(w)ingt auf.[5] Ihr von Andreas Bicking produziertes Album So wie ich wurde in der Kategorie Sänger/National für den Echo Jazz 2017 nominiert.[6] In der 32. Folge der Augustiner-Konzerte am Gymnasium St. Augustin in Grimma brachte Uschi Brüning am 14. September 2018 ihr Programm Herzenslieder mit Stephan König zur Aufführung, das sie gemeinsam mit dem diesem erarbeitet hat.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Uschi Brüning und das Günther-Fischer-Quintett
  • 1974: Uschi Brüning und Günther Fischer
  • 1982: Uschi Brüning
  • 1988: Kontraste – Uschi Brüning/Ernst-Ludwig Petrowsky
  • 1992: Features of Usel
  • 1992: Enfant
  • 2000: Breitmaulfrösche
  • 2002: Dein Name, das Porträt
  • 2005: Swingin’ Ballads
  • 2010: Uschi Brüning: Das Portrait (Original Amiga Masters)
  • 2013: Ernst-Ludwig Petrowsky / Uschi Brüning / Michael Griener Ein Résumé
  • 2014: Auserwählt (zusammen mit Manfred Krug) (German Jazz Award in Platin, Deutschland)[7]
  • 2015: So wie ich
  • 2016: Live (mit Engerling featuring Ernst-Ludwig Petrowsky)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Komm doch zu mir / Lichterglänzendes Rad
  • 1972: Dein Name / Bunte Bilder
  • 1974: Es war lieb von dir / Die Angst in der Nacht
  • 1974: Ich steig’ aufs Dach / Mach deine Augen zu
  • 1975: Hochzeitsnacht / Einer wie du

Autobiografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schriftsteller Ulrich Plenzdorf hat in seinem Werk Die neuen Leiden des jungen W. Uschi Brüning literarisch verewigt:

„[…] Uschi Brüning! Wenn die Frau anfing, ging ich immer kaputt. Ich glaube, sie ist nicht schlechter als Ella Fitzgerald oder eine. Sie hätte alles von mir haben können, wenn sie da vorn stand mit ihrer großen Brille und sich langsam in die Truppe einsang. […] Wie sie sich mit dem Chef verständigte ohne einen Blick, das konnte nur Seelenwanderung sein. Und wie sie sich mit einem Blick bedankte, wenn er sie einsteigen ließ! Ich hätte jedes Mal heulen können. Er hielt sie so lange zurück, bis sie es fast nicht mehr aushalten konnte, und dann ließ er sie einsteigen, und sie bedankte sich durch ein Lächeln, und ich wurde fast nicht wieder.“

Ulrich Plenzdorf (1973)[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uschi Brüning – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uschi Brüning in den deutschen Charts
  2. Christoph Dieckmann: Uschi Brüning: Ella Fitzgerald aus Leipzig. In: ZEIT ONLINE. 25. März 2019, abgerufen am 18. November 2019: „Ich kannte Biermann kaum. Er war für mich der mutige Mann, der in der DDR gegen den Stachel löckte. Mich empörte das Unrecht des Rauswurfs. Ich hab voller Überzeugung unterschrieben. Aber dann ... Kam die Angst, mit Gänsehaut. Mein Beruf, meine alte Mutti ... Es folgte Druck, ich widerrief. Das ist unehrenhaft und mir peinlich, aber da ich’s nun mal gemacht habe, muss ich es ja nicht verbergen.
  3. Torsten Wahl: Uschi Brüning singt immer wieder zum Heulen schön. In: Berliner Zeitung. 7. Dezember 2015, abgerufen am 18. November 2019.
  4. Georgie Famie mit Uschi Brüning & Alan Skidmore Quartet A Declaration of Love (ITM 2015)
  5. Spielplan des Nationaltheaters Weimar, abgerufen am 27. Oktober 2016
  6. Karim Saab: Kaum zu glauben: Uschi Brüning wird 70. In: Märkische Allgemeine. 2. März 2017, abgerufen am 18. November 2019.
  7. Auszeichnungen: DE
  8. https://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/jazz-alles-fuehlbare-in-einem-schrei/1325598.html - abgerufen am 26. August 2018