Usedom (Stadt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Usedom
Usedom (Stadt)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Usedom hervorgehoben
Koordinaten: 53° 52′ N, 13° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Usedom-Süd
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 38,57 km²
Einwohner: 1842 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17406
Vorwahl: 038372
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 137
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
17406 Usedom
Webpräsenz: https://www.stadtinfo-usedom.de/
Bürgermeister: Jochen Storrer
Lage der Stadt Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Usedom ist eine Stadt auf der gleichnamigen Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie gehört zum Landkreis Vorpommern-Greifswald und ist Verwaltungssitz des Amtes Usedom-Süd, dem weitere 14 Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt liegt im südwestlichen Teil der gleichnamigen Insel, im so genannten Achterland, am Nordwestufer des Usedomer Sees, einer Bucht des Stettiner Haffs. Im Westen und Norden wird das Gebiet der Stadt vom Peenestrom begrenzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Usedom gehören die Ortsteile:

  • Gellenthin
  • Gneventhin
  • Karnin
  • Kölpin
  • Mönchow
  • Ostklüne
  • Paske
  • Usedom
  • Vossberg
  • Welzin
  • Westklüne
  • Wilhelmsfelde
  • Wilhelmshof
  • Zecherin
Wüstungen und Wohnplätze
  • Amtsmühlen (hist. Wohnplatz)
  • Amtswiek (Wüstung)
  • Bauhof (Wüstung)
  • Bresiz (Wüstung)
  • Grobe (Klosterwüstung)
  • Gumzin (Wüstung)
  • Hufe (Wüstung)
  • Kavelacker (hist. Wohnplatz)
  • Kleine Werder (Wüstung)
  • Klüne (Wüstung)
  • Neufähr (Wüstung)
  • Regezow (Wüstung)
  • Sandfurt (hist. Wohnplatz)
  • Sluteuiz (Wüstung)
  • Vanzaseuiz (Wüstung)

Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Usedom zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin. Von 1945 bis 1952 bildete die Stadt, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin, den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg. Dieser ging im Jahr 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock auf. Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Jahr 1994 gehörte Usedom zum Landkreis Ostvorpommern, der 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Usedom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name

Der Name der Stadt Usedom leitet sich aus dem slawischen „uznam“ ab. „Uznoimia civitas“ wurde 1124/1125 von den Biografen des hier missionierenden Bischof Otto von Bamberg erstmals für die Stadt im Südwesten der Insel bezeugt.[2] Vielleicht liegt Uznoimia das slawische Wort znoj für Strom oder auch Mündung oder Umströmt zu Grunde. Der Name wandelt sich zu Uznam, Uznom (1175), Uznoim, Usdum hin zum Usedum im Jahr 1421.[3][4]

Mittelalter

Die Region ist seit der Jungsteinzeit besiedelt und seit dem 8. bis 9. Jahrhundert durch Slawen. Der Fundkomplex am Schlossberg, der so genannte Bauhof brachte viele Belege einer befestigten Siedlung aus dieser Zeit. Auch weiter nordöstlich bei den Amtsmühlen gab es eine weitere Siedlung. Ein slawisches Gräberfeld wurde davon östlich nahe dem jetzigen Friedhof nachgewiesen. Seit dem 10. Jahrhundert stand auf dem heutigen Schlossberg eine slawische Burgsiedlung. Die „urbs Osna“ wurde um 1115/1119 von den Dänen unter König Niels zerstört. Das wurde auch ohne Datum in der Knytlinga c. 123 genannt.

Ansicht 1611/15. Stralsunder Bilderhandschrift – Rechts mittig – Bauwiek, Rechts oben – Amtsmühlen
Ansicht von 1652 nach Merian

1128 nahmen auf dem Usedomer Schlossberg die wendischen Edlen Westpommerns unter Druck durch Wartislaw I. das Christentum an, das Treffen wurde oft auch als erster Landtag von Wartislaws Herrschaftsgebiet bezeichnet.[5] Die Burg Usedom, Zentrum der „terra Wanzlow“, wurde urkundlich erstmals 1140 bei der Bestätigung des Pommerschen Bistums durch den Papst genannt. Eine Burg wurde um 1159 wieder aufgebaut und zugleich entstand eine planmäßige Stadt mit seinem Markt.

1155 wurde bei der Stadt das Kloster Grobe errichtet. In den Jahren 1173, 1177 und 1178 wurde Usedom erneut von Dänen unter König Waldemar I. erobert und zerstört.[6][7]

Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts war der Ort Usedom eine der Hauptresidenzen der Herzöge von Pommern, das belegen die vielen Urkunden, die sie dort ausführten. Später verlor er diese Bedeutung zugunsten von Wolgast und Stettin.

Im 13. Jahrhundert begann im Zuge der Ostkolonisation die deutsche Besiedlung von Usedom. Als vicus – also als Dorf – wurde Usedom 1240 und als oppidum dann 1267 erstmals erwähnt. Am 23. Dezember 1298 erhielt Usedom von Herzog Bogislaw IV. Lübisches Recht.

16. bis 19. Jahrhundert

Im 16. und 17. Jahrhundert schuf die Stadt sich eine Ringmauer mit drei Stadttoren, von denen nur noch eines erhalten ist. Die Stralsunder Bilderhandschrift vermittelt ein gutes Bild der damaligen Stadt, diese war auch Vorbild für die Vignette auf der Lubinschen Karte von 1618. Bei Großfeuern 1475 und 1688 brannte die Stadt komplett nieder.

Nach dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648 gehörte Usedom zu Schwedisch-Pommern, mit dem Frieden von Stockholm vom 1. Februar 1720 wurde die Stadt preußisch.

Nach dem Preußischen Urmesstischblatt von 1835 hat sich Usedom kaum nach außerhalb der Stadtmauer entwickelt. Lediglich entlang der nördlichen Straße zu den Amtsmühlen und zur südöstlichen Amtswiek entstanden kleinbäuerliche Ansiedlungen (Ackerbürger). Seit 1876 hat die Stadt einen Eisenbahnanschluss mit Bahnhof durch die Strecke Ducherow-Swinemünde. Auch die Stadt entwickelte sich jetzt weiter nach außen.

Ab dem 20. Jahrhundert
Paul Trömel
Bürgermeister Trömel als Fremdenlegionär in Algerien (Mai 1913)
Trömel bei seiner Rückkehr aus Algier in Frankreich (November 1913)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts macht der Usedomer Bürgermeister Paul Trömel europaweit von sich reden. Er verschwand spurlos im Februar 1911, wurde dann in Paris erkannt und gab an, nicht zu wissen, wie er dorthin gelangt sei. Man unterzog ihn einer psychiatrischen Untersuchung und kam zu dem Schluss, dass Trömel ein „psychisches Doppelleben“ führe und unter „krankhaftem Wandertrieb“ litt. In einem Disziplinarverfahren sprach man ihn deswegen frei, und er trat sein Bürgermeisteramt wieder an und übte es zu aller Zufriedenheit aus. Im März 1913 verschwand er unmittelbar im Anschluss an eine Kreistagssitzung nochmals und tauchte einige Wochen darauf in Algier als Mitglied der französischen Fremdenlegion auf, was ein enormes Presseecho auslöste und zu abenteuerlichen Mutmaßungen Anlass gab. Auf der Reise hatte er einen neuen Namen angenommen: die Presse sprach u. a. von „Tunzel“, „Funze“, „Tunke“ oder „Tunge“; in den Dokumenten der Legion hieß er „Tunzé“. Dem Vernehmen nach hatte er sich bei der Einschiffung „Kunze“ genannt und war dann missverstanden worden. Im Spätsommer 1913 schrieb er an seine Frau, er sei „legionsmüde“, und kehrte anschließend nach Deutschland zurück, nachdem er von den französischen Militärbehörden offiziell wegen einer „Hörschwäche“ ausgemustert worden war. Im Jahr 1914 erschien ein autobiographischer Kurzroman unter seinem Namen, in dem er seine Erlebnisse schildert; danach verlieren sich seine Spuren.[8]

Im Verlauf der Eisenbahnlinie Ducherow–Swinemünde wurde 1932/33 die Hubbrücke Karnin errichtet, die 1945 kurz vor Kriegsende von Truppen der Wehrmacht auf dem Rückzug gesprengt wurde.

Die Innenstadt und das Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gellenthin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gellenthin wurde 1254 erstmals als „Gelendin“ urkundlich erwähnt. Der slawische Name wird als „Kinderpfleger“ oder „armer Schlucker“ gedeutet.[3]

Gellenthin ist von der Form her ein Straßenangerdorf und von der Funktion her ein Bauerndorf, das aber eher kleinbäuerlich anzusehen ist. Es hat keine öffentlichen Gebäude und außer Busverbindung keinen Transportanschluss.

Gneventhin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gneventhin wurde 1218 erstmals urkundlich als „Gnewetyn“ erwähnt. Der slawische Name wird mit „Zorn“ gedeutet. Es wird bis zum 19. Jahrhundert wie das benachbarte Gellenthin oftmals in schriftlichen Nachweisungen genannt.[3]

Gneventhin ist ein Haufendorf, aber ist eher großbäuerlich strukturiert. Die Gehöfte sind größere Dreiseithöfe, deren Struktur noch heute teilweise erkennbar ist. Auch dieser Ort hat außer Straßen keine erkennbare Infrastruktur. Zwei Höfe sind für „Ferien auf dem Bauernhof“ gelistet.

Karnin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karnin wurde 1267 erstmals urkundlich als „Carnyn“ genannt. Der slawische Name wird als „kleiner Wuchs“ gedeutet.[3]

Karnin war ein kleines und altes Fischer- und Fährdorf am Achterwasser. Die Fährverbindung ging von Kamp nach hier. Sie besteht auch heute noch mit der Personen- und Fahrradfähre. Im Ort befanden sich eine Bock- und eine Holländerwindmühle, eine Ziegelei und ein noch heute als besonderes Hotel betriebener Lotsenturm[9].

Bei Karnin gab es einen Wohnplatz der 1835 „Sandford“ und 1920 „Sandfurt“ genannt wurde. Das wird durch das PUM (= Preußisches Urmesstischblatt) von 1835 und durch das Messtischblatt von 1920 belegt. Ob es dort tatsächlich eine Furt gab, ist kaum möglich, da der Peenestrom dafür zu tief war. Die Namensgebung bleibt deswegen unklar. In späteren Karten taucht der Begriff nicht mehr auf, der Wohnplatz ist nach Karnin integriert. Auch vorher war keine Trennung zwischen Karnin und Sandfurt erkennbar.

Wichtig wurde Karnin beim Bau der Bahnlinie von Ducherow nach Swinemünde. Der Ort wurde für die Querung der Engstelle zwischen dem Peenestrom und dem Achterwasser genutzt. Bereits 1873 wählte man für den Brückenbau die nur 500 Meter breite Stelle des Peenestroms zwischen den Dörfern Kamp und Karnin. Um den Peenestrom auf 360 Meter einzuengen und somit Kosten für den Brückenbau zu sparen, wurden land- und inselseitig Dämme aufgeschüttet. Die zweiarmige Drehbrücke für den eingleisigen Verkehr wurde von 1874 bis 1876 erbaut und war schon frühzeitig aufgrund ihrer Größe gut sichtbar. Bis zum Jahre 1908 wurde die Brücke manuell angetrieben. Danach erfolgte die Mechanisierung der Drehteile. Ebenfalls in diesem Jahr erhielt sie die Freigabe für den zweigleisigen Verkehr. In den 1930er Jahren wurde das Mittelteil durch eine Hubbrücke mit Fahrstuhlantrieb ersetzt. Am 15. September 1933 weihte man die Hubbrücke Karnin ein und feierte sie als größte Hubbrücke Europas. Die Eisenbahnbrücke konnte eine Nutzlast von 115 Tonnen tragen und war nach dem Vorbild der Rotterdamer Königsbrücke erbaut worden. Auf Befehl der deutschen Wehrmacht kam es Ende April 1945 zur Zerstörung der Brücke. Der Fahrstuhl war hoch gefahren worden und der gesamte Hubteil wurde nicht gesprengt, um den noch im Achterwasser und Haff befindlichen deutschen Kampfschiffen die Flucht zu ermöglichen. Dadurch blieb der Hubteil bis heute erhalten. Im Mai 1988 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Die Eisenbahnbrücke stellt eine beachtliche Ruine mitten im Peenestrom dar.

Erhalten blieb auch der Bahnhof Karnin, noch „Carnin“ geschrieben. Der Bahnhof wurde von einem Verein liebevoll saniert und als Museum für die Hubbrücke sowie für die gesamte Bahnlinie ausgebaut. Ort und Bahnhof sind ein touristischer Anziehungspunkt.

Kölpin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kölpin wurde 1589 und ab 1911 mit gleichem Namen genannt. Es ist nicht identisch mit dem Ort Kölpinsee, wobei die Namen eine ähnliche Herkunft haben. Der Name wird mit „Schwan“ gedeutet.[3] Der Ort wurde von 1267 oftmals bis 1901 mit „Regezo“ (1829 und in PUM 1835) und „Regezow“ benannt. Warum Kölpin dazwischen mit 1589 auftaucht ist unklar, denn diese Nennung beruht auf einer Quelle (Koser) von 1672. Regezow wird bei Niemeyer als Wüstung angegeben mit einer ungenauen Lage, ist aber wie gesagt eine identische Lage und Form im PUM (Preußisches Urmesstischblatt) von 1835 wie der heutige Ort Kölpin. Anzunehmen ist eine bislang nicht dokumentierte Umbenennung zwischen 1901 und 1911.

Weitere Angaben → siehe Regezow.

Kölpin ist nach dem Messtischblatt von 1920 ein Gutsdorf mit dem kleinen aber dominanten Gut und der Landarbeiterkatenzeile. Vom Gut ist heute nicht mehr viel erhalten, lediglich der Gutspark ist noch in der Ausdehnung vorhanden, wie er vor 100 Jahren bestand. Kölpin hat einen kleinen Hafen am Peenestrom und mehrere Feriendomizile.

Mönchow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Mönchow wurde 1168 erstmals als „Minichsow“ und „Minuchowe“ urkundlich genannt. Darin bestätigt Bischof Conrad II. dem Kloster Grobe seine Besitzungen. Der Name wird als „von Mönchen angelegt“ gedeutet.[3]

Der Ort bestand aus einem Gehöft, das später zu einem Vorwerk ausgebaut wurde, und einer daneben liegenden Ziegelei. Der zugehörige Wohnort, bei dem sich auch die Kirche und der Friedhof von Mönchow und Karnin befand, lag weiter nordwestlich. Der Ort wurde 1920 „Kolonie Mönchow“ genannt, weil dort Siedler Land erhielten. Zu der Zeit war auch die Ziegelei eingegangen.

Ostklüne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostklüne wurde erstmals 1756 als „Ost-Clüne“ genannt. Der slawische Name wird mit „Ast“ oder „Spitze“ gedeutet, bezogen auf die Landzungen an der „Kehle“, der Enge vom Peenestrom zum Usedomer See. Es ist aber nicht identisch mit der Wüstung Klüne, die etwa an der Stelle lag, die durch das Gut Wilhelmshof überbaut wurde.[3]

1779 wurde das „Vorwerk Ostkluene“ genannt, es war wohl die Stelle, an der später die Ziegelei entstand.

1835 bestand der Ort laut PUM (Preußisches Urmesstischblatt) aus zwei Teilen, der Ziegelei – ca. 500 m östlich der „Kehle“ und dem Dorf direkt an der „Kehle“. Zwischen beiden Teilen lag der Friedhof weiter nördlich, er verschwand vor 1920. Neben der Ansiedlung am Wasser befand sich 1835 eine Lotsenstation und die Fährstelle nach Westklüne und Wilhelmshof. In der Kreiskarte von 1900 ist zwischen dem Friedhof und der Ziegelei eine Windmühle, die aber bereits 1920 verschwand. Die Lotsenstation wurde vor 1920 eingestellt und nach Westklüne wegen der besseren Erreichbarkeit verlegt. Bei der Uferansiedlung Ostklüne verblieb nur noch ein Hof, es war wohl die Fährstelle. Ebenfalls eingestellt wurde vor 1920 die Ziegelei und mit dem Gut überbaut.

Das Gut verschwand nach 1945 und wurde als Wohnsiedlung ausgebaut. Auch die Ansiedlung am Ufer der „Kehle“ wurde erweitert. Eine offizielle Fährverbindung besteht nicht, nur private Boote zur Überfahrt. Ansonsten muss der weitere Weg um den Usedomer See herum zur Stadt genommen werden.

Paske[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paske wurde 1709 erstmals als „Pasch“ genannt. Das wird als „Waldlichtung“ oder „Bienengarten“ gedeutet.[3] Der Ort liegt am nördlichen Ausläufer des Usedomer Sees gegenüber dem Stadtteil „Bauhof“ von Usedom. Es war nur ein kleines Bauern- und Fischerdorf und hatte die Form eines Sackgassendorfes. Erst um 1920 entstand weiter östlich ein Dorffriedhof und südöstlich am „Weißen Berg“ eine kleine Bootswerft. Am Ort war ein kleiner Hafen, von dem wohl eine kurzzeitige Kahn-Fährverbindung zur Stadt bestand.

Das Dorf und der Werftstandort waren nach 1945 unbedeutende Wohnplätze und sind es noch heute.

Vossberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voßberg oder modern geschrieben Vossberg wurde erstmals 1906 im Ortsverzeichnis genannt.[3] Der Ort liegt an der B 110 auf halber Strecke zwischen Zecheriner Brücke und Usedom (Stadt). Auch nach der Gründung war es noch 1920 nur ein einzelnes Gehöft.

Zu DDR-Zeiten wurde dort um 1974 ein Agrarkomplex (LPG) aufgebaut und für dessen Mitarbeiter entstanden Wohneinheiten und Eigenheime, die den Ort beträchtlich vergrößerten. Nach 1990 wurde der Komplex privatisiert, ausgebaut und modernisiert.

Welzin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste urkundliche Erwähnung von Welzin als „Weltzyn“ aus dem Jahr 1267 gilt wie viele des Klosters Grobe als gefälscht. So ist die Urkunde von 1286 mit der Nennung als „de Welzhin“ die wirklich erste. In ihr gab Herzog Bogislaw IV. dem Kloster Grobe einige Dörfer und Gerechtigkeiten. Dabei traten ein Wisco und ein Johannes de Wilzhin als Zeugen auf. Der slawische Ortsname wird als „vergrößert“ oder „gepriesen“ gedeutet.[3]

Nach der Besitzstandskarte von 1530 ist der Landstreifen von Welzin nach Norden dem Kloster Pudagla zugehörig.

Welzin liegt südöstlich der Stadt Usedom zwischen dem Usedomer See und dem Haff. 1835 war der Ort ein kleines Angerdorf von Bauern und Fischer mit einer Ziegelei am Ufer zum Haff. Bis 1920 hatte sich die Ansiedlung kaum verändert, lediglich die Ziegelei war aufgegeben und dort ein Wohnplatz entstanden. Die Bauerngehöfte bekamen eine klare Struktur als Drei- und Vierseithöfe.

Auch zu DDR-Zeiten veränderte sich die Struktur kaum, lediglich die Wirtschaftsbauten wurden weniger, da die Bauern nach 1960 der LPG angehörten und kaum noch private Wirtschaft bestand. Der Tourismus berührte und berührt die Gegend kaum.

Westklüne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westklüne wurde erstmals 1779 als „Ziegeley Westkluene“ offiziell genannt. Der slawische Name „Klüne“ wird mit „Ast“ oder „Spitze“ gedeutet, bezogen auf die Landzungen an der „Kehle“, der Enge vom Peenestrom zum Usedomer See. Es ist aber nicht identisch mit der Wüstung Klüne, die etwa an der Stelle lag, die durch das Gut Wilhelmshof überbaut wurde.[3]

Entsprechend dem Preußischen Urmesstischblatt von 1835 bestand Westklüne nur aus einem Fährgehöft. Bis 1920 lt. MTB wurde dies noch reduziert und bestand nur noch aus einer kleinen Lotsenstation. Das Fährgehöft wurde nach Osklüne verlegt. Nach 1945 und zu DDR-Zeiten wuchs Westklüne beträchtlich, aber auch dadurch, dass die ehemalige Wohnsiedlung von Wilhelmshof dem Ort zugeschlagen wurde, Grenze wurde der Graben zwischen Westklüne und Wilhelmshof.

Das kleine Dorf in der Form eines gestreckten Straßendorfes hat nur wenig touristische Infrastrukturen, es gibt nicht einmal eine Kahnfähre für Rad- und Fußwanderer zur anderen Seite der Kehle.

Wilhelmsfelde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der ehemaligen Straße von Gneventhin nach Wilhelmshof befand sich auf halber Strecke ein unbenannter Hof. Diese Ansiedlung hatte 1838 der Gutsbesitzer Johann Lutz einem zu Karnin zählenden Bauernhof und dem Land des Gellenthiner Schulzengutes gegründet. Dieser Hof wurde als Wilhelmsfelde 1858 erstmals offiziell genannt.[3] 1920 war die Ansiedlung nur um ein weiteres Gehöft angewachsen.

Erst zu DDR-Zeiten waren um diese Höfe jeweils ein Wohnplatz entstanden, der nun der richtige Ort Wilhelmsfelde wurde.

Wilhelmshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich und südlich des heutigen Ortes bestanden jeweils eine ausgedehnte slawische Siedlung (600 bis 1200).

1388 soll dort ein von Mönchow abgetrenntes selbstständiges Gut bestanden haben.[10] 1722 wurde dann auf Befehl König Friedrich Wilhelm I. aus dem Klosteracker (Kavelacker und Klüne) des Klosters Grobe/Pudagla und den Mönchower Hufen des Herrn von Restorf ein Dominalgut gebildet. Dieses erhielt zu Ehren des Königs den Namen Wilhelmshof und wurde erstmals 1731 offiziell als „Willhellmshoff“ und 1779 mit dem aktuellen Namen genannt.[3]

Bereits 1835 (lt. PUM) war es ein beachtliches Gut mit einer etwas abgesetzten Landarbeiterkatenzeile und kleiner Handwerkersiedlung, die heute beide zu Westklüne zählen. Bis 1920 wurde das Gut noch einmal beträchtlich ausgebaut, die Katenzeile wich einem neu angelegten Gutspark und die Landarbeiter wohnten direkt im Gut oder in der Siedlung (heute Westklüne).

In Folge der Bodenreform von 1945 wurde das Gut zersiedelt, es entstanden zerstreute Neubauernhöfe in Richtung Wilhelmsfelde. Das Restgut blieb überwiegend erhalten, wurde dann um 1960 zum LPG-Objekt und nach 1990 privatisiert.

Zecherin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zecherin soll mehrfach zwischen 1160 und 1194 als Sikeriz, Sikerina und Secheriz genannt sein (Nach Autoren Beyersdorf (1878), Rolfs (1933) und Hasselbach (1843)). Da bei den Urkunden des Klosters Grobe/Pudagla viele Fälschungen auftraten, läßt sich bei diesen alten Dokumenten nicht entscheiden, welche Angaben richtig sind. Die Angaben im PUB von 1177 (Nr. 46) und 1178 (Nr. 48) sind bislang noch nicht als unecht erkannt. Danach folgen viele urkundliche und offizielle Nennungen.

Zecherin war bereits 1835 ein recht großes Angerdorf mit einer exakt rechteckigen Form, das zu der Zeit durch eine Ziegelei und die Fährverbindungen vom Festland zur Insel Usedom bestimmend war. Durch den festlandseitigen Fahrdamm und den Straßenneubau bei Zecherin nach Usedom (Stadt) wuchs 1880 die Bedeutung der Fährverbindung beträchtlich und es wurde ein gesonderter Fährhof mit Gaststätte gebaut. Auch zwei Windmühlen und die zwei Ziegeleien führten zu einem weiteren Aufschwung.

1931 wurde dann die Brücke, jetzt als Zecheriner Brücke bekannt, gebaut, damit war der Fährverkehr Geschichte. Sie wurde 1945 gesprengt und der Fährverkehr mußte bis zum Neubau 1955 wieder aufgenommen werden. 1999 bis 2000 wurde die Brücke weitgehend saniert mit Teilen der ehemaligen Wolgaster Peenebrücke.

Zu DDR-Zeiten hatte sich sonst am Dorf wenig geändert, verschwunden waren die Windmühlen und die Ziegeleien.

Amtsmühlen (historischer Wohnplatz)

Amtsmühlen wurde unter diesem Namen erstmals 1693 offiziell erwähnt. Im Ortsverzeichnis wurde der Ort noch bis 1906 genannt. Der Name des Wohnplatzes bezog sich auf die dort befindlichen 3 Holländerwindmühlen[3], die schon vor 1835 in der PUM (Preußisches Urmeßtischblatt) eingezeichnet waren. Zwei davon waren vor 1920 verschwunden, eine stand noch danach. Vorher standen dort zwei Windmühlen des Amtes Pudagla – daher auch der Name „Amtsmühlen“.

Bei diesem Ort befanden sich ein seltenes slawisches Körpergräberfeld (600 bis 1200), der alte und der neue Friedhof Usedom und der Jüdische Friedhof Usedom. Nur der neue Friedhof ist noch vorhanden.

In der Stralsunder Bilderhandschrift (siehe Bild oben) von 1612 wurden die Amtsmühlen vor der Stadtmauer auf der Anhöhe eingezeichnet.

Dieser Wohnplatz im Nordosten der Stadt wurde später nach 1920 in die Stadt Usedom integriert. Er wird jetzt in Richtung Seebäder von der B 110 gequert und davon beidseitig überbaut.

Amtswiek (Wüstung)

Die Wüstung Amtswiek wurde 1693 erstmals als „Amtswyk“ genannt. Die Amtswiek wurde als „die alte Vorstadt“ von Usedom bezeichnet. Dieser Ort gehörte zum Amt Pudagla – daher die Vorsilbe „Amt“, die Nachsilbe „Wiek“ stammt vom pomeranischen „Stadt“ oder „Marktplatz“, aber auch „kleine Bucht“.[3]

In der Stralsunder Bilderhandschrift (siehe Bild oben) von 1612 wurde die Amtswiek vor der Stadtmauer am Peenetor eingezeichnet, auch in der Vignette der Lubinschen Karte von 1618 ist die gleiche Situation gezeichnet.

Bis 1918 wurde diese Wüstung noch genannt, dann wurde sie in die Stadt integriert. Dort befindet sich jetzt der Hafen und die Wieckstraße.

Bauhof (Wüstung)

Bauhof wurde als Ort mit gleichem Namen 1709 offiziell genannt. Es war ein „uraltes“ Gehöft – Bauernhöfe wurde damals als „Bauhof“ bezeichnet. Dieser Hof gehörte zur frühslawischen Burgwallanlage mit Schloss und diente zu deren Versorgung. Die gesamte Anlage des heute noch sichtbaren Burgberges wird aber immer noch nur als Bauhof bezeichnet.[3]

Bekannt wurde diese archäologische Örtlichkeit schon 1128 durch die Biografen des Bischof Otto von Bamberg, der hier auf der Burg die versammelten Herrscher mit Herzog Wartislaw I. zum Christentum bekehrte. Deshalb steht auf dem Burgberg jetzt das Christianisierungsdenkmal.

Immer wieder, auch vor wenigen Jahren, wurde der Bauhof archäologisch untersucht und brachte spektakuläre Ergebnisse und Funde. Er ist ein großflächiges Bodendenkmal. Neben dem Schlossberg steht noch ein Wohngehöft wohl um 1920 errichtet, das aber mit dem historischen Wohnplatz nichts zu tun hat. Des wegen aber ist dieser Bereich leider nicht archäologisch untersuchbar.

Bresiz (Wüstung)

Bresiz wurde mit diesem Namen 1168 erstmals urkundlich genannt. Noch bis 1267 erfolgen mehrere Nennungen, danach verschwindet der Ort, er ist wüst. Die genaue Lage ist nicht bekannt, der Ort lag östlich von Mönchow. Der slawische Gründungsname bedeutet Birke oder Birkenhain.[3]

Grobe (Klosterwüstung)

Grobe wurde 1159 erstmals urkundlich als „Grobe“, „Groben“ und „villa Groben“ genannt. Der slawische Name wird mit „durch Wallgraben geschützte Siedlung“ gedeutet. Der Ort wurde noch bis 1317 urkundlich genannt und war noch 1662 in historischen Karten gezeichnet.[3]

Das Kloster Grobe wurde 1155 gestiftet und das Kloster wurde 1309 nach Pudagla verlegt. Die Wüstung ist archäologisch sehr gut dokumentiert.

→ Siehe Hauptartikel: Kloster Grobe

Gumzin (Wüstung)

Gumzin wurde als Gumeczin, Gumeci und Gummetzin 1286 erstmals in drei Urkunden genannt. Der Name ist nicht gedeutet. Gumzin lag zwischen Usedom und Krienke und wurde 1286 mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit an das Kloster Grobe von Herzog Bogislaw IV. abgetreten. Das Dorf wurde bis 1861 genannt und wurde dann mit Flur und Wald mit Krienke vereinigt.[3]

Hufe (Wüstung)

Hufe wurde als „Huff“ 1709 erstmals erwähnt. Der Name ist vom frühdeutschen Flächenmaß der Hufe abgeleitet. Es wurde noch bis 1756 genannt. Der Ort lag im so genannten Usedomer Winkel, dem Inselvorsprung zur heutigen Zecheriner Brücke. Er war zwischen den Orten Gneventhin und Gellenthin ein kleines adliges Gut.[3] Noch in dem PUM 1835 (Preußisches Urmesstischblatt) wurde dieses Gehöft gezeichnet und beschriftet.

Kavelacker (historischer Wohnplatz)

Kavelacker wurde 1694 erstmals als „Kawellacker“ genannt. Die letzte Erwähnung erfolgte 1722 mit „Cavel Acker“. Danach wurde die Ansiedlung mit dem jetzigen „Wilhelmshof“ überbaut.[3]

Kleine Werder (Wüstung)

Der Ort „Kleine Werder“ wurde erstmals 1575 als „daß kleine werder“ erwähnt. Im Peenestrom lag zu „alten Zeiten“ (Zitat) an der nördlichen Seite der Insel „Anklamer Fähre“ eine Vorinsel, die bewohnt war. Sie wurde 1709 nochmals erwähnt.[3] In dem PUM 1835 (Preußisches Urmesstischblatt) wurde die Insel noch als solche gezeichnet, eine Bebauung ist nicht zu erkennen. Die Insel wurde dann mit dem Damm zur Ortslage „Anklamer Fähre“ überschüttet und es entstand die heutige Halbinsel. Jetzt ist der „Kleine Werder“ wieder mit Ferienhäusern bebaut. Komischerweise zählt nach der Quelle diese wüste Insel zur Stadt Usedom und nicht zu Anklam, wie die östlicher liegende Insel „Anklamer Fähre“.

Klüne (Wüstung)

Klüne wurde erstmals 1267 als „Clvne“ urkundlich erwähnt. 1310 hieß der Ort „Clune“ und 1709 „Klüne“. Der Ort lag südlich der Stadt Usedom. Es war ein Gut Klüne am Haff, aber nicht identisch mit den heutigen Orten Ost- und Westklüne. Es wurde nach 1722 (letzte urkundliche Erwähnung) mit dem Gut Wilhelmshof überbaut. Der slawische Name wird mit „Ast“ oder „Spitze“ gedeutet, bezogen auf die Landzungen an der „Kehle“, der Enge vom Peenestrom zum Usedomer See. Ein einzelnes Haus dieser alten Siedlung, die Station des Lotsen hat sich bis heute im Ort Westklüne erhalten.[3]

→ siehe auch Wilhelmshof und Ost- und Westklüne

Neufähr (Wüstung)

Neufähr wurde erstmals 1537 als „Nige Vehre“ genannt. 1575 folgen die Bezeichnungen „Neuwe fähr“ und „Nya Färd“. Diese Ortschaft soll bei Mönchow als Fährort zum Festland bestanden haben und im Dreißigjährigen Krieg wüst gefallen sein. In den alten Karten ist dort eine Landestelle erkennbar, wo später das Vorwerk und die Ziegelei gebaut wurde.

Regezow (Wüstung)

Der Ort wurde urkundlich von 1267 oftmals bis 1901 mit „Regezo“ (1829 und in PUM 1835) und „Regezow“ benannt. Die Urkunden von 1267 (2 mal) und von 1317, die Regezow nennen, sind wie viele des Klosters Grobe und Pudagla gefälscht.[3]

Deshalb ist die Erstnennung mit einer echten Urkunde erst für 1337 mit „Reghezowe“ zu werten. Warum Kölpin dazwischen mit 1589 auftaucht ist unklar, denn diese Nennung beruht auf einer Quelle (Koser) von 1672.[3] Regezow wird bei Niemeyer als Wüstung angegeben mit einer ungenauen Lage, ist aber wie gesagt eine identische Lage und Form im PUM (Preußisches Urmesstischblatt) von 1835 wie der heutige Ort Kölpin. Anzunehmen ist eine bislang nicht dokumentierte Umbenennung zwischen 1901 und 1911. Der slawische Ortsname wird mit „Schilf“ gedeutet.[3]

Regezow hatte 1835 eine Ziegelei direkt am Ort und eine zweite dicht bei Karnin. Dazwischen lag ein größerer Bauernhof, der später als der Ort schon Kölpin hieß, mit einem Gut überbaut wurde. Die Ziegelei am Ort wurde mit dem neuen Ort Kölpin überbaut und die Ziegelei bei Karnin fiel dem Bahnbau und der Brücke zum Opfer.

→ siehe auch Kölpin

Sandfurt (hist. Wohnplatz)

Bei Karnin gab es einen Wohnplatz der 1835 „Sandford“ und 1920 „Sandfurt“ genannt wurde.

→ Details siehe bei Karnin

Sluteuiz (Wüstung)

Dieser Ort wurde erstmals 1216 als „Sluteuiz“ urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde bestätigt Bischof Sigwin von Cammin dem Kloster Grobe seine alten und neuen Besitzungen, darunter dieses Dorf nahe der Stadt Usedom. Der slawische Name wird als „Gold“ gedeutet. Später verschwindet der Ort aus den Aufzeichnungen.[3]

Vanzaseuiz (Wüstung)

„Vanzaseuiz“ wurde mit diesem Namen erstmals urkundlich erwähnt. Auch eine weitere Nennung mit „Wanzasevitz“ stammt aus dem gleichen Jahr. In der ersten Urkunde bestätigt Bischof Sigwin dem Kloster Grobe die Besitzungen mit dem Stand von 1198, darunter dieser genannte Ort, sowie auch neue Erwerbungen. Der Ort wird danach nicht mehr genannt. Die Lage wurde nur mit dem Gebiet bei Usedom angegeben. Es gibt auch keine Namensdeutung.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtvertretung der Stadt Usedom setzt sich nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 aus dem Bürgermeister und 12 weiteren gewählten Vertretern zusammen:[11]

Partei / Liste CDU SPD Die Linke NPD UBL
Sitze 3 3 1 1 4

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neu gestaltete Wappen wurde am 24. November 1997 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 145 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein rechts gewendeter blauer Spangenhelm mit goldener Helmkrone und einem natürlichen Pfauenfederbusch. Auf dem Schild ein vorwärts gekehrter, gold gekrönter blauer Spangenhelm mit blau-silbernen Decken und einem von zwei blau-silbernen Fähnchen eingeschlossenen natürlichen Pfauenfederbusch.“

Das Wappen wurde 1997 von dem Weimarer Michael Zapfe neu gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Usedom ist quer zur Längsachse des Flaggentuches von Blau, Silber (Weiß) und Blau gestreift. Die blauen Streifen nehmen jeweils ein Fünftel, der silberne (weiße) Streifen nimmt drei Fünftel der Länge des Flaggentuches ein. Auf der Mitte des silbernen (weißen) Streifens liegt das Stadtwappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuches einnimmt. Die Länge der Flagge verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Usedom sind Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein), Maurepas in Frankreich und Wollin in Polen.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Usedom (Stadt)

Fahrradfähre auf dem Weg von Karnin nach Kamp über den Peenestrom; im Hintergrund das Stettiner Haff

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt Usedom führt als Südanbindung der Insel Usedom die Bundesstraße 110 (B 110). Bis 1945 hatte die Stadt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Ducherow–Swinemünde, der heute das Naturparkzentrum der Insel Usedom beherbergt. In unmittelbarer Nähe der Überreste der Eisenbahnbrücke befindet sich ein Fähranleger, von dem aus eine Fahrradfähre nach Kamp verkehrt.

Usedom hat einen kleinen Hafen am Usedomer See, der eine schmale Verbindung (die „Kehle“) zum Stettiner Haff besitzt. Vom 18 km entfernten Flughafen Heringsdorf bestehen saisonale Linienflugverbindungen nach deutschen und einigen Zielen im mitteleuropäischen Ausland.[13][14]

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Kratz Die Städte der Provinz Pommern. Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 534–538 (Volltext).
  • Lutz Mohr: Die Christianisierung Pommerns und „Das Kreuz von Usedom“ (Otto-von-Bamberg-Denkmal in der Stadt Usedom). In: Heimathefte für Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, Jg. 10, Heft 4/2000, S. 21–25.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Usedom (city) – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Herbord II, 39
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde, Bd. 1). Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 5 ff
  4. Ernst Eichler, Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1.
  5. Prüfeninger Vita III, 4
  6. Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 535.
  7. Saxo p. 892 und Knytlinga c. 125–126
  8. Volker Mergenthaler: Völkerschau, Kannibalismus, Fremdenlegion: Zur Ästhetik der Transgression (1897–1936). Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 3-484-15109-9, S. 164–175.
  9. [1] Turmhotel Lotsenturm Usedom
  10. R. Burkhardt: Chronik der Insel Usedom. Swinemünde 1909–1922, S. 122.
  11. Amt Usedom-Süd: Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses vom 25. Mai 2014
  12. Stadt-Info Usedom
  13. germanwings Adds Heringsdorf Service in S14. Airline Route.net, 8. November 2013, abgerufen am 20. November 2013 (englisch).
  14. Wracamy do Heringsdorfu. Eurolot S.A., 19. Dezember 2013, abgerufen am 30. Dezember 2013 (polnisch).