Ussuri-Maulwurf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ussuri-Maulwurf
Systematik
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Maulwürfe (Talpidae)
Unterfamilie: Altweltmaulwürfe (Talpinae)
Tribus: Eigentliche Maulwürfe (Talpini)
Gattung: Ostasiatische Maulwürfe (Mogera)
Art: Ussuri-Maulwurf
Wissenschaftlicher Name
Mogera robusta
Nehring, 1891

Der Ussuri-Maulwurf (Mogera robusta) ist eine Säugetierart aus der Gattung der Ostasiatischen Maulwürfe innerhalb der Maulwürfe (Talpidae). Sie ist über Teile des Nordostens Chinas bis nach Russland und Korea verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ussuri-Maulwurf ist eine vergleichsweise große Art der Maulwürfe mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 17,0 bis 22,0 Zentimeter und einer sehr kurzen Schwanzlänge von 1,9 bis 2,3 Zentimeter. Die Hinterfußlänge beträgt 22 bis 24 Millimeter, äußere Ohren sind nicht vorhanden.[1] Die Unterart Mogera robusta coreana ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 14,0 bis 17,0 Zentimeter deutlich kleiner.[1] Der Ussuri-Maulwurf ist damit die größte Art der Maulwürfe in China. Das Rückenfell ist braungrau mit einem metallischen Schimmer, die Unterseite der Nase ist etwa blasser und gelblicher. Die Bauchseite ist glänzend silbrig mit gelblichem Einschlag, an der Kehle teilweise blassgrau. Die Füße und Krallen sind gelb, die Vorderfüße sind sehr groß mit kräftigen schaufelartigen Krallen. Der kurze Schwanz ist stark behaart.[1]

3 · 1 · 4 · 3  = 42
3 · 0 · 4 · 3
Zahnformel der Ostasiatischen Maulwürfe

Der Schädel des Ussuri-Maulwurfs erreicht eine Gesamtlänge von 37 bis 48 Millimeter (bei Mogera robusta coreana weniger als 37,5 Millimeter). Er ist gedrungen und stumpf mit breiter Schnauzenregion. Die Nasenregion ist groß und etwas erhöht. Der erste untere Prämolar ist stark vergrößert, dreieckig und mit einer doppelten Wurzel ausgestattet.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Ussuri-Maulwurfs umfasst Teile des Nordostens der Volksrepublik China und reicht bis Sibirien und Korea. Dabei wurde die Art in zwei Unterarten in den Provinzen Liaoning, Henan, Anhui, Heilongjiang und Jilin nachgewiesen.[1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Lebensweise des Ussuri-Maulwurfs liegen nur sehr wenige Daten vor. Die Art kommt in Bergwäldern, Waldregionen, Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen vor.[1] Wie alle Maulwürfe lebt der Ussuri-Maulwurf unterirdisch und gräbt Tunnel im Boden, wo er sich von Insekten, Hundertfüßern und Würmern ernährt. Die Gänge erreichen Gesamtlängen bis zu 4,50 Meter und die Haupttunnel befinden sich bis zu 30 Zentimeter unter der Erde, Suchgänge können mit 8 bis 10 Zentimeter deutlich näher an der Oberfläche sein. Die Gänge verbinden die Nahrungssuchgänge und Wasserstellen.[2]

Die Paarungszeit der Tiere beginnt zum Ende März. Die Weibchen werfen zweimal im Jahr im April und im Juli und bekommen pro Wurf zwei bis acht Jungtiere. Die Lebensdauer kann bis zu vier Jahren betragen.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ussuri-Maulwurf ist eine eigenständige Art innerhalb der Ostasiatischen Maulwürfe (Gattung Mogera).[3] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Alfred Nehring aus dem Jahr 1891.[3] Teilweise wird der Ussuri-Maulwurf als Synonym und Unterart des Japanischen Maulwurfs (Mogera wogura) eingeordnet. Teilweise wurde auch Mogera wogura kobeae, die größte Unterart des Japanischen Maulwurfs, mit Mogera robusta zu einer Art zusammengefasst.[3]

Innerhalb der Art wird von der Nominatform Mogera robusta robusta die Unterart Mogera robusta coreana unterschieden, die teilweise als eigenständige Art Mogera coreana betrachtet wird.[1]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund des großen Verbreitungsgebiets und der angenommen hohen Bestandszahlen als nicht gefährdet („least concern“) eingestuft. Bedrohungen für die Bestände sind nicht bekannt.[2]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Large Mole. In: Andrew T. Smith, Yan Xie (Hrsg.): A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 324–325.
  2. a b c Mogera robusta in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017-2. Eingestellt von: Andrew T. Smith, C.H. Johnston, 2008. Abgerufen am 31. Dezember 2017.
  3. a b c Mogera wogura. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]