Usui-Pass

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Usui-Pass
Linienbus auf der Usui-Passstraße

Linienbus auf der Usui-Passstraße

Himmelsrichtung Westen Osten
Passhöhe 960 T.P.
Region Nagano Gunma
Wasserscheide Japanisches Meer Pazifik
Talorte Karuizawa Annaka
Ausbau Passstraße / Eisenbahn
Gebirge Honshū
Karte (Japan)
Usui-Pass (Japan)
Usui-Pass
Koordinaten 36° 20′ 41″ N, 138° 39′ 3″ OKoordinaten: 36° 20′ 41″ N, 138° 39′ 3″ O
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Der Usui-Pass (jap. 碓氷峠 Usui-tōge) ist ein auf 960 Meter T. P. gelegener Gebirgspass, der die Präfekturen Nagano und Gunma in Japan miteinander verbindet. Er ist seit dem achten Jahrhundert eine der wichtigsten Verkehrsrouten Zentraljapans. Ab 1893 verkehrte die damals einzige Zahnradbahn Japans über den Usui-Pass. Sie wurde 1912 elektrifiziert und 1963 durch eine inzwischen eingestellte Adhäsionsbahn ersetzt.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weg über den Usui-Pass wurde bereits im 8. Jahrhundert im Nihonshoki erwähnt, wo Yamatotakerus Reise nach Ostjapan beschrieben ist. Während der Edo-Zeit führte eine der fünf Routen über den Pass.

Die Nationalstraße 18, die über den Usui-Pass führt, dient als Hauptverbindung von der Kantō-Ebene mit dem Ballungsraum Tokio zum Touristenort Karuizawa. Die ursprüngliche Straße wurde mit dem Bau von Ortsumgehungen und dem Ausbau zur Autostraße modernisiert.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahnradbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahnradlokomotive Baureihe 3900, geliefert 1892 von der Maschinenfabrik Esslingen

Die Shin’etsu-Hauptlinie führte zwischen 1893 und 1997 über den Pass. Die 11,2 km lange Passstrecke zwischen Yokokawa (Präfektur Gunma) und Karuizawa (Präfektur Nagano) wurde nach dem Vorbild der Harzbahn in Deutschland mit dreilamelliger Zahnstange System Abt ausgestattet. Am 24. März 1891 begannen die Bauarbeiten. Das Mino-Owari-Erdbeben am 28. Oktober 1891 führte zum Einsturz der im Bau befindlichen Brücken. Am 22. Dezember 1892 konnten die Bauarbeiten des 11,2 Kilometer langen Streckenabschnitts mit 1 : 15 Steigung (67 ‰), 18 Brücken und 26 Tunnel abgeschlossen werden, und am 1. April 1893 wurde die Strecke eröffnet.

Auf der mehr als eine Stunde dauernden Fahrt litten das Personal und die Passagiere unter den Abgasen der Dampflokomotiven. Zur Verbesserung der Luftqualität in den vielen Tunnels wurde der Zahnstangenabschnitt 1912 mit 600 Volt Gleichstrom elektrifiziert. In den Tunnels erfolgte die Stromübertragung über eine seitliche Stromschiene, außerhalb über eine Oberleitung.

Adhäsionsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebzug mit zwei vorgespannten Lokomotiven der Klasse EF63

Am 15. Juli 1963 eröffnete die Japanische Staatsbahn eine neue Trasse mit Adhäsionsbetrieb, die in etwa parallel zur alten Zahnstangenstrecke verläuft. Am 30. September des gleichen Jahres wurde der Betrieb über den Zahnstangenabschnitt eingestellt. Die Züge wurden von den neuen sechsachsigen Lokomotiven der JNR-Klasse EF63 über den Usui-Pass befördert. Am 1. Oktober 1997 stellte JR East den Betrieb auf Passstrecke wegen der Eröffnung der Hokuriku-Shinkansen-Linie, die den Pass mit einem Tunnel unterfährt, ein. Auf dem Gelände des alten Depots in Yokokawa befindet sich heute das Museum Usui-tōge Tetsudō Bunkamura.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurata Tadaschi: 峠物語 碓氷峠. Geschichte des Usui-Pass. Road Nr. 464. Nippon Highway Association, 1979, Seite 65–70 (japanisch)
  • Hiroshi Kubota: 日本の鉄道史セミナー. Seminar zur Eisenbahngeschichte in Japan. Grand Prix Verlag, 2005. ISBN 978-4876872718 (japanisch)
  • Jirō Tajima 鉄路4代 - 碓氷峠を越えて. Vierte Eisenbahn – Über den Usui-Pass. In Journal der Japanischen Gesellschaft der Bauingenieure, Vol. 83, Nr. 3. Bauingenieurgesellschaft, 1998, Seite 10–11 (japanisch)
  • Masahiro Maki: 信越線横川-軽井沢間の電気機関車と電車の協調運転. Elektrischer Bahnbetrieb zwischen Yokokawa und Karuizawa. In: The Railway Pictorial Nr. 213. Denkisya Kenkyukai Co., August 1968 (japanisch)
  • Teikoku's Complete Atlas of Japan. Teikoku-Shoin Co., Tokyo, 1990 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Usui-Pass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien