Ute-Henriette Ohoven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ute Ohoven (2016)

Ute-Henriette Ohoven (* 10. März 1946 in Tübingen als Ute-Henriette Ulmer) ist Sonderbotschafterin der UNESCO und Gründerin[1] der YOU Stiftung – Bildung für Kinder in Not, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Düsseldorf.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ute Ohoven mit ihrem Ehemann Mario (2012)

Ohoven ist die Tochter des Textilfabrikanten Manfred Johannes Ulmer[3] und dessen Ehefrau Judith Margarethe Ulmer. Sie wuchs mit sechs Geschwistern auf, legte die mittlere Reife ab und absolvierte danach eine Schneiderlehre im elterlichen Textilbetrieb in Spaichingen.[4] Ohoven war in erster Ehe mit dem Industriellen Bernd Carlo Jerger verheiratet und bekam mit ihm zwei Kinder, den Sohn Markus Jerger (* 1964), Unternehmer, und die Tochter Claudia Jerger.[5][6] Ute-Henriette Ohoven war in zweiter Ehe[7] bis zu dessen Tod 2020 mit dem Bankkaufmann Mario Ohoven verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder, Michael[8] (* 1974) und Chiara (* 1985). Bekannt wurde sie durch die Veranstaltung von aufwändigen Spendengalas zu Gunsten der UNESCO-Kinderhilfe,[9][10] bei denen sie von 1992 bis 2002 rund 20 Millionen Euro gesammelt haben soll.[11] Das brachte ihr die Beinamen „Mutter Teresa in Chanel“ oder „Charity-Queen“ ein.[12]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohoven ist in mehreren karitativen Organisationen tätig. So war sie aktiv an der Einrichtung des ersten Knochenmarkspender-Registers in Deutschland beteiligt. Daraufhin ernannte die UNESCO sie zur „Botschafterin des Guten Willens“. Kurz darauf wurde sie 1994 zur bis dahin einzigen Sonderbotschafterin der UNESCO ernannt und war für das Projekt „UNESCO – Bildung für Kinder in Not“ verantwortlich.[11]

Am 3. Juni 2002 wurde Ohoven zur Präsidentin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung gewählt[13][14] und bekleidete dieses Amt bis November 2011.[15][16] In dieser Funktion trat sie die Nachfolge von Hannelore Kohl an. Im Juli 2009 kündigte Helmut Kohl an, alle Ämter in der Stiftung niederzulegen und begründete seinen Rückzug mit einer „unfreundlichen Übernahme“ der Stiftung durch Personen, die in keiner Beziehung zu seiner verstorbenen Frau standen. Laut Medienberichten zielte dies auf Präsidentin Ohoven.[17][18][19] Seit 2010 ist Ohoven Ehrenpräsidentin der Hannelore Kohl Stiftung.[20][16]

Ute-Henriette Ohoven ist Honorargeneralkonsulin der Republik Senegal für den Konsularbezirk Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.[21] Ihr Vater war Luftwaffenoberst der Reserve und Ehrensenator der Universität Konstanz. Er war bereits Konsul der Republik Senegal und ihre Mutter Judith Margarethe Ulmer bis 10. Mai 1995 Honorargeneralkonsulin der Republik Senegal in Stuttgart.[22]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohoven als UNESCO-Sonderbotschafterin in der Grundschule Paracelles Assaines U24 im Senegal (2011)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ute Ohoven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arno Gehring, Nathalie Riahi: Stiftung wurde umbenannt: Ute Ohoven: Sie geht ganz neue Wege. In: express.de. Abgerufen am 14. Juli 2016.
  2. GQ Starportrait: Ute Ohoven (Memento vom 26. Mai 2010 im Internet Archive) in GQ
  3. Verkauft und erkauft. In Die Zeit 33/1979 vom 10. August 1979
  4. Interview mit Ute-Henriette Ohoven in SZ-Magazin 18/2008
  5. Markus Jerger newstvnyny.tripod.com
  6. Michael Graeter: Näh-Erbin: Ehefaden gerissen, abendzeitung.de vom 17. Dezember 2008
  7. Fernsehfilm Höchstpersönlich: Ute Ohoven am 20. Dezember 2002 (Memento vom 26. Juli 2014 im Internet Archive), Radio Bremen, Pressemitteilung vom 6. November 2002
  8. Nach dem Oscar für "Capote": Ohoven feiert bei Elton John auf n-tv vom 7. März 2006
  9. Zahlreiche prominente Gäste und Künstler: Spendenrekord bei Unesco-Gala, rp-online.de, 9. Februar 2003
  10. Unesco-Gala mit viel Prominenz, wz.de, 20. November 2011
  11. a b Ute Ohoven: Spendenkönigin auf Gottes Geheiß in Spiegel TV vom 24. November 2002
  12. UNESCO: Unfeine Gesellschaft in Der Spiegel 47/2005 vom 21. November 2005
  13. Ute-Henriette Ohoven ist neue Präsidentin des Kuratorium ZNS (Memento vom 27. Juli 2014 im Internet Archive), ZNS-Pressemitteilung vom 3. Juni 2002
  14. Historie, hannelore-kohl-stiftung.de, abgerufen am 11. Januar 2022
  15. Historie der Hannelore Kohl Stiftung, abgerufen am 26. Dezember 2017
  16. a b Personalwechsel: Schröder steht Hannelore-Kohl-Stiftung vor, politik-kommunikation.de, 14. Dezember 2011: „Schröder folgt in dieser Funktion auf Ute Ohoven, die bereits seit einem Jahr Ehrenpräsidentin der Stiftung ist.“
  17. Schlammschlacht – Hannelore-Kohl-Stiftung wehrt sich gegen Kohl in Spiegel Online vom 1. Juli 2009
  18. Altkanzler vs. Ute Ohoven: Kohl ohne Kohl - Streit um eine Stiftung in Süddeutsche Zeitung vom 1. Juli 2009
  19. Kohl verlässt Hannelore-Kohl-Stiftung Stiften und stiften gehen in Süddeutsche Zeitung vom 1. Juli 2009
  20. Kuratorium der Hannelore Kohl Stiftung, abgerufen am 11. Januar 2022
  21. Auswärtiges Amt: Vertretungen Senegal am 12. April 2012
  22. Konsularplätze: Senegal in Stuttgart (Memento vom 2. August 2011 im Internet Archive), Diplomatisches Magazin, Ausgabe 7/2007
  23. Bundespräsidialamt
  24. Ein Nobelpreis auf Stöckelschuhen in die tageszeitung vom 11. Juni 2004
  25. Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. In: Ministerialblatt (MBl. NRW.) Ausgabe 2004 Nr. 25 Seite 609 bis 622 (Online-Fassung im Portal recht.nrw.de). 16. Juli 2004, abgerufen am 10. Mai 2017.
  26. Verdienstordenträgerinnen und -träger seit 1986. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 11. März 2017.