Ute Sacksofsky

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Ute Sacksofsky (* 1. April 1960 in Bruchsal) ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ute Sacksofsky studierte von 1979 bis 1983 Rechtswissenschaft in Marburg und Freiburg im Breisgau, woran sich ein Studium in Harvard anschloss, wo ihr der Grad eines Master of Public Administration verliehen wurde. Mit einer Arbeit zum Grundrecht auf Gleichberechtigung wurde sie 1990 in Freiburg bei Ernst-Wolfgang Böckenförde promoviert[1] und mit dem Carl-von-Rotteck-Preis sowie dem Edith-Stein-Preis ausgezeichnet. Zwei Jahre später schloss sie das Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen ab.

Bis zu ihrer Habilitation 1999 zum Thema Umweltrecht war sie unter anderem am Bundesverfassungsgericht und am Zentrum für interdisziplinäre Forschung in Bielefeld tätig.

Seitdem hat sie eine Professur für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung am Institut für Öffentliches Recht der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main inne. Sie hielt ihre Antrittsvorlesung am 29. Juni 2000 über das Thema „Was ist feministische Rechtswissenschaft?“[2][3] und ist eine der wichtigsten Vertreterinnen dieser Forschungsrichtung im deutschen Sprachraum. Seit 1999 ist sie Mitglied des Cornelia Goethe Centrums der Goethe-Universität, von 2011 bis 2015 war sie dessen stellvertretende geschäftsführende Direktorin.[4] Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Religionsfreiheit. Sie wird vielfach als Sachverständige zu Fragen der Gleichberechtigung in der Gesetzgebung gehört.

Zwischen 2003 und 2008 war Ute Sacksofsky Landesanwältin beim hessischen Staatsgerichtshof und von 2011 bis 2015 Richterin beim Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen. Seit 2014 ist sie Vizepräsidentin des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ute Sacksofsky: Das Grundrecht auf Gleichberechtigung. Eine rechtsdogmatische Untersuchung zu Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes. In: Schriften zur Gleichstellung der Frau. Band 1. Nomos, Baden-Baden 1991, ISBN 3-7890-2245-4 (Zugl.: Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 1990; 2., erweiterte Auflage 1996).
  • Ute Sacksofsky: Umweltschutz durch nicht-steuerliche Abgaben. Zugleich ein Beitrag zur Geltung des Steuerstaatsprinzips. In: Jus Publicum. Band 53. Mohr Siebeck, Tübingen 2000, ISBN 3-16-147223-3 (Zugl.: Bielefeld, Univ., Habil.-Schr., 1999).
  • Ute Sacksofsky: Was ist feministische Rechtswissenschaft? In: Zeitschrift für Rechtspolitik. Band 34, Nr. 9, 2001, ISSN 0514-6496, S. 412–417, JSTOR:23427047.
  • Ute Sacksofsky: Rechtliche Möglichkeiten des Verkaufs von Emissionsberechtigungen. Forschungsbericht 370741503. Hrsg.: Umweltbundesamt. Erich Schmidt, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-11438-2.
  • Ute Sacksofsky: Erster Beratungsgegenstand: Religiöse Freiheit als Gefahr? In: Peter Axer, Ulrike Davy, Christoph Möllers, Ute Sacksofsky (Hrsg.): Erosion von Verfassungsvoraussetzungen. Berichte und Diskussionen auf der Tagung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer in Erlangen vom 1. bis 4. Oktober 2008 (= Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer [Hrsg.]: Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer. Nr. 68). De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-89949-535-5, S. 7–46, doi:10.1515/9783110977899 (degruyter.com).
  • Ute Sacksofsky, Berit Völzmann: Frauenförderung in der Wissenschaft durch Professorinnenprogramme. Das Beispiel der Leibniz-Gemeinschaft. In: Schriften zur Gleichstellung der Frau. Band 46. Nomos, Baden-Baden 2018, ISBN 978-3-8487-4780-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mirjam Künkler/Tine Stein: Staat, Recht und Verfassung. Ernst-Wolfgang Böckenfördes politisches und verfassungstheoretisches Denken im Kontext. In: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart 65 (2017), S. 573–610, hier: S. 582.
  2. Ute Sacksofsky: Was ist feministische Rechtswissenschaft? In: Zeitschrift für Rechtspolitik. Band 34, Nr. 9, 2001, ISSN 0514-6496, S. 412–417, JSTOR:23427047.
  3. Dagmar Oberlies: Antrittsvorlesung an der JWG-Universität, Frankfurt, zum Thema „was ist feministische Rechtswissenschaft?“ In: Streit. Band 18, Nr. 3, 2000, S. 141–142 (streit-fem.de [PDF]).
  4. Mitglieder – Cornelia Goethe Centrum. In: Goethe-Universität Frankfurt am Main. Abgerufen am 20. Mai 2019.