Uwe Johnson

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Uwe Johnsons Büste von Wieland Förster vor dem John-Brinckman-Gymnasium, Güstrow

Uwe Johnson (* 20. Juli 1934 in Cammin, Pommern; † vermutlich in der Nacht vom 23. Februar auf den 24. Februar 1984 in Sheerness on Sea, England) war ein deutscher Schriftsteller. Er gehörte der Gruppe 47 an. In seinem Hauptwerk, dem vierbändigen Roman Jahrestage, formulierte er dem Kritiker Joachim Kaiser zufolge die „tröstliche Utopie“, dass „auch die rücksichtsloseste Diktatur nicht die Seelen ihrer Opfer zu beherrschen“ vermöge.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel am Haus Niedstraße 14 in Berlin-Friedenau

Johnson war der Sohn eines Landwirts und Ministerialbeamten.[2] Er besuchte in Anklam die 1.-4. Klasse der Cothenius-Schule und kam dann „auf Grund einer allgemeinen Auswahl“ auf die Deutsche Heimschule Kosten bei Poznan (Posen), bis diese im Januar 1945 aufgelöst wurde. Ende April 1945, als Anklam gegen die Rote Armee verteidigt werden sollte, wich die Familie bis 1946 zu Verwandten in Recknitz bei Güstrow aus. Johnsons Vater wurde verhaftet, im sowjetischen Speziallager Fünfeichen gefangen gehalten und schließlich in die Sowjetunion deportiert, wo er 1947 starb. Die Mutter zog mit Uwe und seiner fünf Jahre jüngeren Schwester Elke nach Güstrow. Dort legte Johnson 1952 die Reifeprüfung an der John-Brinckman-Oberschule ab.[3] In Güstrow war er von 1947 bis 1949 Mitglied des evangelischen Jugendkreises um Gerhard Bosinski, aus dem sich später die Junge Gemeinde entwickelte.[4]

Von 1952 bis 1956 studierte Uwe Johnson Germanistik in Rostock[5] und Leipzig mit dem offiziellen Ziel, Verlagslektor zu werden. Im Mai 1953 kam es zwischen Johnson und der FDJ- bzw. SED-Leitung der Universität Rostock zu heftigen Auseinandersetzungen, da sich Johnson auf einer sogenannten „Protestversammlung“ der Philosophischen Fakultät öffentlich für die Junge Gemeinde und für die in der Verfassung der DDR garantierten Rechte auf Meinungs- und Religionsfreiheit einsetzte. Zudem prangerte er die Praktiken des Ministeriums für Staatssicherheit an den Oberschulen an. Johnson wurde zunächst relegiert, dann aber nach dem Aufstand des 17. Juni 1953 wieder zum Studium zugelassen. Im Herbst 1954 wechselte Johnson an die Universität Leipzig, weil er bei Theodor Frings und Hans Mayer studieren wollte. 1956 schloss Johnson sein Studium als Diplom-Germanist mit einer Arbeit über Ernst Barlachs Romanfragment Der gestohlene Mond ab.

Nach Abschluss des Studiums war Uwe Johnson arbeitslos und ohne Einkommen. Er hatte während des Studiums sein erstes Buch Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953 fertig geschrieben, das aber keinen Verlag fand, und leistete nun unter anderem Honorararbeiten für die Akademie der Wissenschaften zu Berlin und für den Reclam-Verlag, der Johnson an einer Übersetzung des Nibelungenlieds beteiligte.[6]

Nach der Flucht seiner Mutter 1956 nach West-Berlin blieb Johnson zunächst in der DDR, zog aber 1959 nach West-Berlin – im selben Jahr, in dem sein Debütroman Mutmassungen über Jakob im Suhrkamp Verlag erschien. Ingrid Babendererde hatte der Suhrkamp Verlag 1957 abgelehnt und veröffentlichte es erst 1985 aus dem Nachlass.[7]

1962 hielt sich Uwe Johnson dank eines Villa-Massimo-Stipendiums in Rom auf. Im selben Jahr heiratete er seine nach dem Mauerbau aus der DDR geflüchtete Freundin Elisabeth Schmidt, mit der er wenig später eine Tochter bekam.[8] Von 1964 bis 1983 unterhielt er einen freundschaftlichen, aber nicht immer ganz reibungsfreien Briefwechsel mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch. Von 1966 bis 1968 lebte Johnson mit seiner Familie in New York an der Upper Westside in Manhattan. Die genaue Adresse – Apartment 204, 243 Riverside Drive, New York, N.Y. 10025 – ist identisch mit jenem Ort, an dem der Autor Gesine Cresspahl, die Protagonistin seines Hauptwerks Jahrestage, in New York City leben lässt – „eine in der Architektur fast europäische Strasse an der Westküste von Manhattan, mit Blick auf Parkbäume, Wiesen, Bodenschwünge und dahinter den Fluss Hudson so breit wie ein Binnensee in Mecklenburg“.[9] Das erste Jahr über arbeitete er auf Vermittlung der Verlegerin Helen Wolff als Schulbuchlektor beim Verlag Harcourt, Brace & World. In dieser Zeit stellte er ein deutschsprachiges Lesebuch für die High School zusammen, das 1967 unter dem Titel Das neue Fenster erschien. Das zweite Jahr in Manhattan finanzierte ihm ein Stipendium der Rockefeller Foundation. In dieser Zeit arbeitete er an seinem Jahrestage-Roman. Von 1967 bis zu ihrem Tod 1975 verband ihn eine freundschaftliche Beziehung mit der politischen Theoretikerin und Philosophin Hannah Arendt. Die Romanfigur „Gräfin Seydlitz“ trägt Züge Arendts. Arendt war mit dieser Namensgebung nicht einverstanden, da ihre jüdische Identität nicht deutlich werde.[10]

Am 19. Februar 1967 zogen Mitglieder der zum Jahresanfang gegründeten Kommune I in seine West-Berliner Atelier- und Arbeitswohnung ein, die er neben seiner eigentlichen Wohnung in der Stierstraße 3 unterhielt und während seines Auslandsaufenthaltes an Ulrich Enzensberger untervermietet hatte. Er erfuhr davon erst aus der Zeitung. In der Wohnung wurde das „Pudding-Attentat“ auf US-Vizepräsident Hubert H. Humphrey geplant. Es flog auf, führte aber zu ausführlicher Medienberichterstattung. Auf Bitte Johnsons, der zu der Zeit nicht in Deutschland weilte, ließ sein Nachbar und Freund Günter Grass die Wohnung von der Polizei räumen.

Marine Parade in Sheerness on Sea. In einem der weißen Häuser auf der linken Straßenseite im Hintergrund lebte Johnson von 1974 bis zu seinem Tod 1984.

Ab 1969 war Johnson Mitglied des P.E.N.-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und der Akademie der Künste in West-Berlin, deren Vizepräsident er 1972 wurde. 1970 erschien Band 1 der Jahrestage, das Hauptwerk Johnsons, an dem er bis ein Jahr vor seinem Tod arbeitete. In den darauffolgenden Jahren erschienen Band 2 (1971) und Band 3 (1973), Band 4 kündigte Johnson für das folgende Jahr an, konnte ihn nach einer schweren privaten und kreativen Krise aber erst zehn Jahre später, 1983, veröffentlichen. 1971 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Johnson lebte ab 1974 in Sheerness on Sea auf der Themse-Insel Sheppey in Kent, England. 1977 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 1978 trennte sich Elisabeth Johnson von ihrem Ehemann, der ihre frühe Liebesbeziehung mit dem Prager Mozart-Forscher Tomislav Volek, die sie im Rahmen eines Briefwechsels noch zu Anfang der Ehe unterhalten hatte, nicht verwinden konnte. Zudem war Johnson (irrtümlich) davon überzeugt, dass es sich bei dem Prager Liebhaber seiner Frau um einen Geheimagenten der tschechischen oder DDR-Staatssicherheit handeln müsse. 1979 war Johnson der Dozent im Rahmen der Frankfurter Poetik-Vorlesungen; der Text seiner Vorlesung wurde 1980 unter dem Titel Begleitumstände veröffentlicht.

Aus Solidarität mit Franz Xaver Kroetz schloss sich Johnson 1983 dessen Austritt aus dem Verband deutscher Schriftsteller an. Nachdem Siegfried Unseld ihn Anfang Dezember 1982 daran erinnert hatte, dass durch die monatlichen Vorschusszahlungen des Verlages à 3.000 Mark über die Jahre nun ein „Soll-Saldo“ von „DM 230 094,89“ aufgelaufen sei, schloss er im März 1983 endlich das Manuskript von Band 4 der Jahrestage ab; die ersten drei Bände waren schon 1970, 71 und 73 erschienen.[11] Im Februar 1984 starb Uwe Johnson, vermutlich bedingt durch Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch in Sheerness an Herzversagen; er wurde 49 Jahre alt. Da das Todesdatum nicht genau feststeht, wird unterschiedlichen Quellen zufolge davon ausgegangen, dass seine Leiche erst 19 Tage bzw. drei Wochen nach seinem Tod gefunden wurde. Für einen Skandal sorgte seinerzeit der Journalist Tilman Jens, der nach Johnsons Auffindung in dessen Haus einbrach, um dort Fotos zu machen und zu recherchieren.[12]

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Johnsons Tod kam es zu einem Rechtsstreit über die Erbfolge – einschließlich des literarischen Nachlasses – zwischen Witwe und Tochter einerseits und dem Suhrkampverleger Siegfried Unseld andererseits. Das Verfahren wurde zugunsten Unselds entschieden.[11]

Drei Jahre lang konnte das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) Johnsons Autorenarchiv verwalten, das aus den Verlagen Suhrkamp und Insel stammte. Nachdem die Finanzierung einer endgültigen Übernahme durch das DLA im Jahr 2012 scheiterte, erhielt die Universität Rostock die Bestände.[13] Eigentümerin des Uwe Johnson-Archivs (in dieser Schreibweise) ist die Johannes und Annitta Fries Stiftung (in dieser Schreibweise).[14] Das Archiv steht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für eine vollständige historisch-kritische „Rostocker Ausgabe“ der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons zur Verfügung.[15]

Zentrales Thema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Johnson wurde oft als „Dichter beider Deutschland“ tituliert, was vor dem Hintergrund seiner persönlichen Lebensgeschichte im geteilten Deutschland naheliegend zu sein scheint, aber dennoch in die Irre führen kann. Denn selbst wenn sich „die Grenze“ als zentrales Thema durch Uwe Johnsons gesamtes Werk zieht, haben wir es hier „nicht mit der Gattung Grenzraumliteratur zu tun, sondern vielmehr mit Literatur, die ihre eigenen Grenzen als Sprach(kunst)werk in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das heißt im Bewusstsein ihrer historischen Situation, auslotet“.[16] Ausgelotet werden diese Grenzen auch vor dem Hintergrund eines grundsätzlichen Zweifelns an der traditionellen Romanform, die den Autor einmal auf die Frage, ob es immer noch möglich sei, in dieser zu schreiben, antworten ließ: „Ich bin sicher, es gibt Geschichten, die man so einfach erzählen kann, wie sie zu sein scheinen. Ich kenne keine.“[17] Bemerkenswert ist zudem Johnsons Eigenart, den Protagonisten seiner Romane ein Fortleben in nachfolgenden Erzählprojekten zu sichern – und damit zugleich den „Motor seiner literarischen Produktivität am Laufen“ zu halten.[18]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Johnsons Stil ist unter anderem durch die Relativierung des auktorialen Erzählers[19] sowie eine parataktische Reihung von Hauptsätzen gekennzeichnet.[20] Charakteristisch ist auch eine Polyphonie der Stimmen,[20] etwa in dänischen und englischen Einsprengseln im Roman Jahrestage. Eine besondere Rolle in Johnsons Werk spielt die niederdeutsche Sprache. Auffallend ist zudem im Roman Jahrestage der umfangreiche Einsatz von Zitaten aus der New York Times, mit denen die unmittelbare Gegenwart der Gesine Cresspahl gespiegelt wird, die, mit ihrer Tochter Marie in Manhattan lebend, dieser die Geschichte ihrer Vorfahren erzählt („für wenn wir tot sind“). Sprachliche Präzision und Genauigkeit der Beschreibung werden ergänzt durch Johnsons feinen Humor, seine leise Ironie, die ihn etwa bei der Analyse einer entscheidenden Szene von Goethes Die Wahlverwandtschaften schreiben lässt: „Nachdem die Dame an Bord gegangen ist, lässt ein Komma sie innehalten.“[21]

Literaturhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literaturhaus Uwe Johnson in Klütz

In der Kleinstadt Klütz im Kreis Nordwestmecklenburg wurde am 7. April 2006 das Uwe-Johnson-Literaturhaus eröffnet. Es befindet sich in einem vierstöckigen früheren Bohnen- und Getreidespeicher aus dem Jahr 1890. Der Speicher wurde aufwändig saniert. Zwei Stockwerke beherbergen eine Dauerausstellung zu Johnson, außerdem werden Lesungen veranstaltet. Leiterin ist die Germanistin Anja-Franziska Scharsich. Die Sanierungskosten in Höhe von 1,24 Millionen Euro stammen zur Hälfte aus dem Bundeshaushaltsplan, hinzu kamen EU-Fördermittel und Mittel der Städtebauförderung. Die Stadt Klütz übernahm 280.000 Euro.

In Klütz ist Johnson vermutlich nie gewesen, doch sind Experten der Auffassung, dabei handele es sich um den in seinen Büchern vorkommenden Ort Jerichow. Ein Abschnitt aus den Jahrestagen wird als Beleg angeführt: Darin heißt es: „Jerichow würde zum Zonengrenzbezirk Lübeck gehören. […] Der Flugplatz Jerichow-Nord wäre der Flugplatz Mariengabe, für nichts zugelassen als privates Gerät, Konkurrenz für Lübeck-Blankensee. Manchmal, und immer öfter benähmen sich die Jerichower als seien sie Klützer“.

Uwe Johnson-Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Februar 2010 wurde in Rostock auf Initiative zahlreicher Wissenschaftler der Johnson-Forschung mit Unterstützung der Universität und der Stadt Rostock die Uwe Johnson-Gesellschaft gegründet. Sie hat sich entschieden, ihren Namen in der gleichen Schreibung zu führen, in der Uwe Johnson mit Namen zusammengesetzte Wörter schrieb: ohne Bindestrich zwischen Vor- und Nachnamen.

Auszeichnungen und weitere Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Johnson (Mitte) bei der Verleihung des Fontane-Preises 1960

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefwechsel
Übersetzungen
Herausgeberschaft
  • Max Frisch: Stichworte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975; als Taschenbuch 1985, ISBN 3-518-37708-6.
  • mit Hans Mayer: Das Werk von Samuel Beckett. Berliner Colloquium. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-518-06725-7 (st 225).
  • mit Elisabeth Johnson: Verzweigungen. Eine Autobiographie. München 1977; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-39076-7 (Autobiographie der Journalistin Margret Boveri).

Werkausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die auf 22 Bände in 43 Teilbänden angelegte Werkausgabe erscheint im Suhrkamp-Verlag und trägt die Bezeichnung Rostocker Ausgabe. Die Werkausgabe ist als historisch-kritische Ausgabe angelegt mit den Abteilungen Werke, Schriften und Briefe. Auf der Basis des Uwe Johnson-Archivs, das als Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung an der Universität Rostock besteht, und von einer auf 24 Jahre angelegten Forschungsstelle bearbeitet wird, erscheint die Werkausgabe als Akademienvorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Rostock. Herausgeber sind Holger Helbig und Ulrich Fries unter der Mitwirkung von Katja Leuchtenburger. Die Werkausgabe ist als Buch und in zeitversetzter Form im Internet geplant. Die digitale Präsentation zielt auf historisch-kritische Vollständigkeit bei höchstem wissenschaftlichen Anspruch und soll maximale Fexibilität für die Leser bieten. [23][24]

Erschienen sind:

  • Mutmassungen über Jakob. Werkausgabe Band 2, herausgegeben von Astrid Köhler, Robert Gillett, Cornelia Bögel und Katja Leuchtenberger. Berlin, Suhrkamp 2017, ISBN 978-3-518-42702-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Fahlke (Hrsg.): „Ich überlege mir die Geschichte…“ Uwe Johnson im Gespräch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11440-9.
  • Raimund Fellinger (Hrsg.): Uwe Johnson. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-11821-8.
  • Die Katze Erinnerung. Uwe Johnson – Eine Chronik in Briefen und Bildern, zusammengestellt von Eberhard Fahlke. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-40672-8.
  • Bernd Neumann: Uwe Johnson. Mit 12 Porträts von Diether Ritzert. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1994, ISBN 3-434-50051-0.
  • Carsten Gansel (Hrsg.): Uwe Johnson zwischen Vormoderne und Postmoderne. De Gruyter, Berlin 1995; Reprint 2012, ISBN 978-3-11-014671-4.
  • Jürgen Grambow: Uwe Johnson. Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3-499-50445-6 (Rowohlts Monographien, Band 445).
  • Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Uwe Johnson. Text + Kritik, Heft 65/66, Neufassung: München 2001, ISBN 3-88377-665-3.
  • Roland Berbig (Hrsg.): Befreundungen. Gespräche, Dokumente, Essays. Kontext, Berlin 2002, ISBN 3-931337-40-5.
  • Ulrich Krellner: „Was ich im Gedächtnis ertrage“. Untersuchungen zum Erinnerungskonzept von Uwe Johnsons Erzählwerk. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2433-8.
  • Ulrich Fries (Hrsg.): So noch nicht gezeigt. Uwe Johnson zum Gedenken. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 978-3-525-20946-2.
  • Uwe Neumann (Hrsg.): Johnson-Jahre. Zeugnisse aus sechs Jahrzehnten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-41598-6.
  • Katja Leuchtenberger: Uwe Johnson. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-518-18247-5.
  • Lutz Hagestedt und Michael Hofmann (Hrsg.): Uwe Johnson und die DDR-Literatur. Beiträge des Uwe-Johnson-Symposiums Klütz, München 2011, ISBN 978-3-943157-06-2.
  • Frauke Meyer-Gosau: Versuch, eine Heimat zu finden. Eine Reise zu Uwe Johnson. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-65958-4.
  • Jasmin Rittler: Das Briefwerk Uwe Johnsons. Lang, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-631-67738-4.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die große Literatour. Uwe Johnsons New York. Dokumentarfilm, Deutschland, 2016, 51:50 Min., Buch: Hartmut Kasper, Regie: Markus Augé, André Schäfer, Produktion: Florianfilm, MDR, RB, rbb, SWR, WDR, arte, Reihe: Die große Literatour, Erstsendung: 8. Juni 2016 bei arte, Inhaltsangabe von arte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uwe Johnson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Über Johnson

Einzelbeiträge

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joachim Kaiser: Erlebte Literatur. Piper, München 1988, ISBN 3-492-03048-3, S. 337: „Ein allerletztes: Johnson kann auch wunderbar zart schreiben. Er weiß, was Innigkeit, was Landschaft ist – und wie schnell alles zerredet werden, zu Tode formuliert werden kann. Wenn er gar von seinen geliebten Tieren, von Katzen etwas zu erzählen hat, vom Erschießen eines gutartigen, vertrauensvollen Pferdes – dann herrscht er so vollkommen, so ohne Rest über die Seele seines Lesers und Opfers, wie, dies die tröstliche Utopie der »Jahrestage«, auch die rücksichtsloseste Diktatur nicht die Seelen ihrer Opfer zu beherrschen vermag.“
  2. Mitteilung des Aufbau-Verlages in dem Buch Eine Reise wegwohin und andere kurze Prosa.
  3. Uwe Johnson: Darstellung meiner Entwicklung. Güstrow, 23.III.1952. Johnson-Jahrbuch Band 4/1997, S. 11 ff. pdf
  4. Rainer Paasch-Beeck: Konfirmation in Güstrow. Johnson-Jahrbuch 5, 1998. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-20904-5, S. 55 books.google.
  5. Siehe dazu den Eintrag der Immatrikulation von Uwe Johnson im Rostocker Matrikelportal
  6. Manfred Bierwisch: Wovon der Autor leben soll. In: Sinn und Form. Nr. 4, 2014, ISSN 0037-5756, S. 563–565.
  7. Vgl. Heinz Ludwig Arnold: Die Unvollendeten. Literarische Porträts. Wallstein Verlag, Göttingen 2005, S. 247. Arnold beschreibt hier auch ein Treffen Johnsons mit Peter Suhrkamp in Berlin, bei dem ihn „der alte Herr“ sogleich angehalten habe, „mitzuarbeiten an der Ablehnung seiner eigenen Arbeit“. Tatsächlich war Suhrkamp selbst für die Annahme des Manuskriptes gewesen – der junge Siegfried Unseld aber „wünschte, das würde kein Buch in Peter Suhrkamps Verlag“.
  8. Jost Nolte: Eine andere Moral als die anderer Leute. In: Die Welt, 9. Dezember 1996.
  9. Uwe Johnson: Begleitumstände. Frankfurter Vorlesungen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1980, S. 410, 411.
  10. Arendt an Johnson, 6. Juli 1970
  11. a b Ulrich Greiner: Suhrkamp Verlag: Um Uwe Johnson tobt seit Jahren ein erbitterter Rechtsstreit. In: Die Zeit, 6. Dezember 1996, Nr. 50,
      Jost Nolte: Eine andere Moral als die anderer Leute. In: Die Welt, 9. Dezember 1996.
  12. Rolf Becker: Bücher: Einstieg ins Totenhaus. In: Der Spiegel, 14. Januar 1985.
       Andrea Strunk: Eine Welt gegen die Welt halten. In: Der Freitag vom 18. Februar 2005.
  13. Weser Kurier vom 11. Juli 2012, S. 21 und Uwe-Johnson-Werkausgabe geplant. In: Weser Kurier, 17. Juli 2012.
  14. Katja Leuchtenberger: „Ein Netz verbindet Linien“ und drei Punkte, in: Johnson-Jahrbuch, im Auftrag der Uwe Johnson-Gesellschaft herausgegeben von Holger Helbig, Bernd Auerochs, Katja Leuchtenberger und Ulrich Fries, Band 22/2015, Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1726-0, S. 32.
  15. Pressemitteilung BBAW/PM-1/2017
  16. Uwe Johnson: Das Dilemma der Grenze. Zu Uwe Johnsons Frühwerk. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, vorgelegt von Leyla Sedghi, München 2004, S. 11.
  17. Vgl. Reinhard Baumgart: Deutsche Literatur der Gegenwart. Kritiken, Essays, Kommentare. Carl Hanser Verlag, München, Wien 1994, S. 173.
  18. Vgl. Ulrich Krellner: Weder Vorstufe noch Parallelerzählung. Plädoyer für die Neulektüre von Uwe Johnsons Nachlasswerk ‚Heute Neunzig Jahr‘. In: Michael Hofmann, Mirjam Springer (Hrsg.), Johnson-Jahrbuch, 16. Jahrgang, 2009, Göttingen 2011, S. 53 f.
  19. Peter Horn: Über das langsame Erzählen in Uwe Johnsons Ingrid Babendererde. Abgedruckt in: Manfred Jurgensen: Uwe Johnson. Ansichten – Einsichten – Aussichten. Francke, Bern 1989, S. 167–191.
  20. a b Norbert Mecklenburg: Das Poetische in Uwe Johnsons Prosa. Kommentar zu einem Stück aus „Versuch, einen Vater zu finden“. In: Carsten Gansel, Nicolai Riedel (Hrsg.): Uwe Johnson zwischen Vormoderne und Postmoderne. De Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-014671-1, S. 5.
  21. Uwe Johnson: Begleitumstände. Frankfurter Vorlesungen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1980, S. 16
  22. Ratsversammlung vom 18. Mai 2011 (Beschluss-Nr. RBV-822/11), amtliche Bekanntmachung: Leipziger Amtsblatt Nr.11 vom 4. Juni 2011, bestandskräftig seit dem 5. Juli 2011 bzw. 5. August 2011. Vgl. Leipziger Amtsblatt Nr. 16 vom 10. September 2011.
  23. Darstellung des ersten Bandes auf der Suhrkamp-Webseite, abgerufen am 2. März 2017
  24. Pressemitteilung des Suhrkamp-Verlags und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vom 19. Januar 2017 Digitale PM, abgerufen am 2. März 2017