Uwe Lehmann-Brauns

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Uwe Lehmann-Brauns (* 28. August 1938 in Potsdam) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1979 bis 2001 sowie von 2004 bis 2016 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, von 2006 bis 2011 als einer der beiden Vizepräsidenten.

Ausbildung, Beruf und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Lehmann-Brauns besuchte in Berlin Volksschule und Gymnasium. An der Freien Universität Berlin studierte er Rechtswissenschaften, 1965 wurde er nach verteidigter Dissertationsschrift promoviert. Er bekleidete 1967 das Amt eines Attachés im deutschen Auswärtigen Dienst. Er ist seit 1966 Rechtsanwalt, seit 1976 Notar in Berlin. Sein Großvater ist der 1970 verstorbene Kunstmaler Paul Lehmann-Brauns, seine Tochter die Fotografin Anna Lehmann-Brauns.

Lehmann-Brauns betrieb bis Ende 2012 seine Kanzlei zusammen mit Michael Braun, der infolge der „Mitternachtsnotar-Affaire“ nach 12 Tagen von seinem Amt als Senator für Justiz und Verbraucherschutz im Senat Wowereit IV zurücktreten musste.[1] Die Kanzlei erlangte zudem Bekanntheit, weil Lehmann-Brauns den Kartenanbieter Euro-Cities AG bei dessen umstrittenen Massen-Abmahnungen über viele Jahre vertrat.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlkampfplakat aus den 1980ern

Uwe Lehmann-Brauns ist seit 1966 Mitglied der CDU, war Ortsvorsitzender in Dahlem und Kreisvorsitzender in Zehlendorf.

Von 1979 bis 2001 und erneut von 2004 bis 2016 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. In der 16. Legislaturperiode war er einer der beiden Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses.

Er war kulturpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Berlins.[3] Im Abgeordnetenhaus ist er Mitglied des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten.

Bei der Bundestagswahl am 27. September 1998 kandidierte er im Wahlkreis Berlin-Steglitz-Zehlendorf für den Bundestag, unterlag jedoch seiner Gegenkandidatin Renate Rennebach, so dass er mangels Listenplatz den Einzug in den Bundestag verfehlte.

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehmann-Brauns ist Mitbegründer des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur. Er ist Co-Vorsitzender und Gründungsmitglied der Deutsch-Italienischen-Freundschaftsgesellschaft sowie 2. Vorsitzender des Autorenkreises der Bundesrepublik.[4]

Lehmann-Brauns ist Gründer der Initiative zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft Berlins an den Sänger und Liedermacher Wolf Biermann.[5]

2019 veröffentlichte er in dem Buch "Benns letzte Lieben" erstmals die Briefe und Telegramme, die Gottfried Benn an die frühere Tagesspiegel-Journalistin Gerda Pfau schrieb, und erfüllte damit ihren Wunsch, posthum als letzte Geliebte Benns bekannt zu werden. Im selben Buch findet sich auch Lehmann-Brauns' Essay über das Verhältnis des späten Benn zu seinen Geliebten, aber auch zu seiner Tochter und seiner Frau.[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benns letzte Lieben (Essay, mit erstveröffentlichten Originalbriefen von Gottfried Benn an Gerda Pfau), Verbrecher Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-95732-381-1
  • Die verschmähte Nation, Stuttgart & Leipzig, 2005
  • Handbuch mittel-osteuropäischer Kulturmetropolen, Berlin, 1993
  • Kreuzberg – zwischen den Unruhen, Berlin, 1988

Beiträge u. a. in folgenden Büchern:

  • Von der Wiederkehr des Sozialismus (Hrsg. Christian Striefler, Wolfgang Templin), 1996
  • Deutsche Entwürfe – Antworten an Stefan Heym

sowie diverse zeit- und kulturkritische Essays in Zeitungen und im Rundfunk.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 237.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richter verdonnern Grüezi zur Kaufpreis-Rückzahlung Berliner Zeitung, vom 9. Dezember 2011
  2. Der Mitternachtsnotar als Abmahnanwalt? taz, vom 9. Dezember 2011
  3. Porträt auf den Seiten des CDU-Kreisverbandes Steglitz Zehlendorf (Memento vom 25. Juni 2006 im Internet Archive)
  4. Porträt beim Autorenkreis der Bundesrepublik (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)
  5. Streit um Ehrenbürger Biermann Berliner Morgenpost, vom 9. Januar 2007
  6. Uwe Lehmann-Brauns: "Benns letzte Lieben" - Geschickt inszenierte Romanze. Abgerufen am 13. April 2019 (deutsch).