Uwe Schwabe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Uwe Schwabe (* 4. Mai 1962 in Leipzig) ist ein deutscher Bürgerrechtler der Friedlichen Revolution 1989.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwabe machte eine Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker und verpflichtete sich später für drei Jahre Wehrdienst bei der NVA. Aufgrund von Disziplinarverstößen wurde seine Bewerbung zum Seefahrer abgelehnt und ihm die Eignung für den grenzüberschreitenden Verkehr abgesprochen. Er arbeitete fortan in seinem Ausbildungsberuf, bis er 1987 kündigte und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Von 1988 bis 1990 arbeitete er als Hilfskrankenpfleger in einem Pflegeheim.[2]

Heute lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern in Leipzig.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1980er Jahre hatte Schwabe die Gemeinde der Nikolaikirche kennen gelernt und sich von deren Aktivitäten begeistern lassen. Er beteiligte sich ab 1984 an der Vorbereitung und Durchführung von deren Friedensgebeten. Er war selbst an verschiedenen Initiativen der Leipziger Oppositionsszene beteiligt. Neben der Umweltproblematik engagierte er sich in der von ihm mitgegründeten „Initiativgruppe Leben“. Er war Mitorganisator der Pleiße-Gedenk-Umzüge und des Leipziger Straßenmusikfestival am 10. Juni 1989. Im Januar 1989 war er wegen des Verteilens von Flugblättern für sieben Tage in Haft. Auch nach 1990 blieb er der Bürgerrechtsbewegung treu und engagierte sich in verschiedenen Leipziger Vereinen. Seit 1994 arbeitet Schwabe im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig (ZFL).[1] Er ist seit 1993 Vorstandsvorsitzender vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. Für seinen gesellschaftlichen Einsatz wurde ihm 1995 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Zum 25-jährigen Jahrestag der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls gemeinsam mit Christian Führer und Christoph Wonneberger sowie dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. im Jahr 2014 den Deutschen Nationalpreis.[1]

Im März 2012 war er Mitglied der 15. Bundesversammlung. Schwabe ist Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, im Fachbeirat Gesellschaftliche Aufarbeitung/Opfer und Gedenken der Stiftung Aufarbeitung und im Beirat der BStU.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Dietrich, Uwe Schwabe (Hrsg.): Freunde und Feinde. Friedensgebete in Leipzig zwischen 1981 und dem 9. Oktober 1989. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 1994.
  • „Für ein offenes Land mit freien Menschen.“ Geschichte einer Losung. In: Bernd Lindner (Hrsg.): Zum Herbst ’89. Demokratische Bewegung in der DDR. Forum Verlag, Leipzig 1994. S. 9–10. ISBN 978-3-86151-062-8.
  • Von Deutschland Ost nach Deutschland West – Leipzig : Forum Verl. Leipzig, 2003
  • mit Rainer Eckert (Hrsg.): Andreas Pausch: Waffendienstverweigerung in der DDR … das einzig mögliche vor dem Volk noch vertretbare Zugeständnis. Archiv Bürgerbewegung, Leipzig 2004, ISBN 3-8334-1558-4.
  • mit Rainer Eckert (Hrsg.): Yvonne Liebing: All you need is beat. Jugendsubkultur in Leipzig, 1957–1968. Forum, Leipzig 2005.
  • mit Rainer Eckert (Hrsg.): Enrico Heitzer: „Einige greifen der Geschichte in die Speichen.“ : Jugendlicher Widerstand in Altenburg / Thüringen 1948 bis 1950.
  • Andreas Pausch (Autor), Uwe Schwabe (Hrsg.): Widerstehen: Pfarrer Christoph Wonneberger Metropol Verlag, Leipzig 2014
  • Achim Beier (Autor), Uwe Schwabe (Autor und Hg.): „Wir haben nur die Straße“: Die Reden auf den Leipziger Montagsdemonstrationen 1989/90 – Eine Dokumentation Mitteldeutscher Verlag, Leipzig 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Uwe Schwabe (geb. 1962) Bürgerrechtler
  2. Seite der Robert-Havemann-Gesellschaft: Revolution und Mauerfall: Porträt Uwe Schwabe
  3. Deutscher Nationalpreis 2014 für die Leipziger Montagsdemonstrationen. Die Deutsche Nationalstiftung, 2014, abgerufen am 12. März 2014 (PDF).