Vättis

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Vättis
Wappen von Vättis
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Sarganserlandw
BFS-Nr.: 3294i1f3f4
Postleitzahl: 7315
Koordinaten: 752511 / 197430Koordinaten: 46° 54′ 38″ N, 9° 26′ 27″ O; CH1903: 752511 / 197430
Höhe: 940 m ü. M.
Einwohner: 1572 (31. Dezember 2016)[1]
Website: www.vaettis.ch
Karte
Karte von Vättis
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Vättis (rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Vetten?/i) ist eine Ortsgemeinde in der politischen Gemeinde Pfäfers in der südöstlichsten Ecke des Kantons St. Gallen. Sie befindet sich im Wahlkreis Sarganserland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Vättis liegt oberhalb von Bad Ragaz im Taminatal am Fusse des Calanda. Westlich von Vättis erstreckt sich das Calfeisental mit dem Gigerwaldsee. Neben Vättis gehören die Ortschaften Pfäfers, Vadura, Valens und Vasön sowie die Streusiedlung St. Margretenberg mit Furggels zur politischen Gemeinde Pfäfers. Im Calfeisental befindet sich die ehemalige Walsersiedlung St. Martin.

Das Hochtal ist im Osten (Calanda) und Westen von hohen Bergen vor dem Wind geschützt und deshalb niederschlagsarm, mit einem gesunden Klima dank warmen Sommern und kalten Wintern. Zwischen Gigerwald und Vättis - beim sogenannten Vättner Fenster - ist das Aarmassiv aufgeschlossen. Im Süden öffnet sich das Tal gegen den Kunkelspass (1375 m ü. M.), der vermutlich schon von den Römern benützte Übergang zu den Bündner Pässen im Vorder- und Hinterheintal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der höchstgelegenen prähistorischen Höhle Europas, dem Drachenloch (2427 m ü. M.), wurden Holzkohlenreste gefunden, die auf menschliches Leben um ca. 50.000 v. Chr. hindeuten. Die Funde können im örtlichen Museum besichtigt werden. Vorrömische Speereisen, römische Münzen und die speziellen, romanischen Dorf- und Flurnamen weisen auf die geschichtliche Bedeutung des Kunkelpasses hin. Mittelalterliche Siedlungen in Vättis (damals Vethin) sind in Urkunden der Klöster Pfäfers und Disentis nachgewiesen. Bis zur französischen Revolution unterstand Vättis dem Fürstabt von Pfäfers. Die heutige Kirche St. Anian wurde 1695 gebaut, eine erste Pfarrkirche wurde schon 1274 erwähnt. Die Kapelle St. Martin von 1346 bezeugt die Einwanderung der Walser im Calfeisental. Eine Inschrift an der Hausmauer des Verhandlungsortes - einem ehemaligen Gasthaus in Vättis - beklagt sich über die niedrige Abfindungssumme, die bei der Auflösung des Klosters Pfäfers im Jahre 1838 ausgehandelt wurde.

Im 19. Jahrhundert profitierte auch Vättis vom aufkommenden Tourismus. Die neu erbauten Kurhotels bescherten dem Bergbauerndorf einen kleinen Aufschwung. Auf einer Postkarte wird Anfang des 20. Jahrhunderts für den Luft und Molkenkurort Vättis geworben.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung in Vättis blieb im 20. Jahrhundert - im Gegensatz zur allgemeinen Abwanderung in den Berggebieten - recht konstant. Für die Kinder werden ein Kindergarten und eine Primarschule von der 1. bis 6. Klasse im Ort geführt.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner arbeiten in den Sektoren Handwerk, Landwirtschaft und Dienstleistung. Neben drei Dorfläden und zwei Dorfgasthäusern, gibt es noch fünf Landwirtschaftsbetriebe (2006) und eine Privatschule. Mitten im Dorf befindet sich die Offizin Parnassia - eine Werkstatt für handwerkliche Bücher und Schriftguss. Dazu kommen die Bergrestaurants Gigerwald und St. Martin (Calfeisental) sowie die Ringelspitz- und Sardonahütte des SAC.

Es gibt ein mehrmals täglich verkehrendes Postauto von Bad Ragaz bis Vättis, das an Sommer-Wochenenden bis zum Gigerwaldstaudamm weiterfährt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vättis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.