VEB Schiffswerft Oderberg

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Diese Werft wurde 1927 in Oderberg als Reparaturwerft gegründet und baute kleine Holzboote. Nach dem Krieg wurde daraus die Sowjetischen Staatlichen Oderschiffahrt-Aktiengesellschaft (SSOAG), also eine Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) mit dem Ziel, die Reparationsansprüche der UDSSR zu befriedigen. Ab 1948 begann der Bau von Schleppkähnen, anfangs aus Holz. Nach der Umstellung auf Stahlbau kamen Unteraufträge für die Rostocker Schiffswerften. Außerdem begann der Bau von stählernen Fischkutter.

1952 hatte dieser SAG-Betrieb rund 300 Beschäftigte und wurde an die DDR zurückgegeben. Bis 1956 wurden als Großserie rund 60 Fischkutter gebaut, die im Rahmen der Reparationen an die UDSSR abgeliefert wurden. Neben Spülschuten wurden anschließend Schleppkähne und Motorfrachtschiffe für die Deutsche Binnenreederei gebaut.

Oderberg: Raddampfer und Häuser am Oder-Havel-Kanal

Der große Bedarf an Lukendeckeln für die großen Seeschiffswerften war einer der Gründe für die Umwandlung in einen Zulieferbetrieb. Die Luken wurden immer größer und anspruchsvoller, Hintergrund war der Trend zum „offenen Schiff“ mit möglichst wenig Unterstau. Der neue Schiffstyp RoRo brauchte Heck- und Seitenrampen, die hier ab 1982 entwickelt und gefertigt wurden. Mit den Lizenzen und Plänen von Mac Gregor wurden solche Rampen für Exportschiffe gebaut.

1990 wurde die Oderwerft in die DMS AG überführt, 1991 als Treuhandbetrieb wieder ausgegliedert und Ende 1992 von Herrn Bredemeier aus Stuhr bei Bremen übernommen. Seit 1995 firmiert der Betrieb als Oderberger Stahlbau GmbH und produziert Lukendeckel, Heck- und Seitenrampen, Wetterschutzdächer und sonstige Stahlbaukonstruktionen für den Hoch- und Industriebau.

Abkürzungen

  • DMS = Deutsche Maschinen- und Schiffbau
  • SSAG = Sowjetische Aktiengesellschaft
  • SSOAG = Sowjetischen Staatlichen Oderschiffahrt-Aktiengesellschaft also eine S(SAG)*SSAG = Sowjetische Aktiengesellschaft DMS = Deutsche Maschinen- und Schiffbau
  • VVB = Vereinigung Volkseigener Betriebe
  • VEB = Volkseigene Betrieb

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. Müller, R. Schlott, K. Wietasch: Technische Innovationen in der Binnenschifffahrt 100 Jahre Schiffbautechnische Gesellschaft. Springer, Berlin 2001.
  • R. Schönknecht, A. Gewiese: Binnenschiffahrt zwischen Elbe und Oder. Hamburg 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]