VEB Uhrenwerk Weimar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
VEB Uhrenwerk Weimar
Rechtsform Volkseigener Betrieb
Gründung 1. Juli 1950 (als VEB Feingerätewerk Weimar); Neugründung = 8. Januar 2018 (als Uhrenwerk Weimar GmbH)
Auflösung 1990
Sitz Weimar
Mitarbeiterzahl zuletzt etwa 2.000
Branche Uhrenindustrie
Website http://www.uhrenwerk-weimar.de

Das speziell gestaltete <W> als Bildmarke des Herstellers VEB Uhrenwerk Weimar seit den 1950er Jahren[1]
Wortmarke WEIMAR des Herstellers VEB Uhrenwerk Weimar[2]
Wand-Uhr mit Aufziehwerk, Detailaufnahme mit Markenzeichen

Das VEB Uhrenwerk Weimar ist nach dem Weimar-Werk eines der überregional bekannten Industrie-Großunternehmen in Weimar gewesen. Nördlich des Hauptbahnhofs angesiedelt, hatte es zuletzt etwa 2.000 Beschäftigte und gehörte zum VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet am 1. Juli 1950 als VEB Feingerätewerk Weimar, wurden dort von zunächst 24 Beschäftigten Weckergläser und Büroartikel gefertigt. 1951 begann die Produktion des sogenannten „Weimar Weckers“. Die Zahl der Beschäftigten stieg bis 1953 auf rund 350.

Zwischen 1953 und 1956 erfolgte die Eingliederung in den Verband des VEB Carl Zeiss Jena als selbstständiger Betriebsteil. Dort wurden beispielsweise das Tonkinogerät TK35, der Schmalfilmprojektor „Weimar“, der Handbelichtungsmesser „Weimar Lux“ und Großuhren hergestellt. 1956 gab es rund 1000 Beschäftigte. 1956 folgte die Ausgliederung aus dem Verband des VEB Carl Zeiss Jena, das Werk wurde wieder selbstständiger Betrieb.

Zwischen 1958 und 1959 wurde mit Ausrichtung auf zwei Schwerpunkt-Aufgaben intern umstrukturiert:

  • Aufbau der Fertigung von vergoldeten Uhrengehäusen für die DDR-Uhrenproduktion
  • Fertigung von Belichtungsmessern und sämtlicher Einbaubelichtungsmesser sowie Messwerke für Kino- und Fotokameras der DDR

Zum 1. Januar 1960 wurde der Betrieb in die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Mechanik eingegliedert. Es wurde eine hochwertige Funiturenfertigung für Zifferblätter und Zeiger für die DDR-Uhrenproduktion aufgebaut, die zuvor – wie auch der überwiegende Teil vergoldeter Uhrengehäuse – vorwiegend aus der Bundesrepublik Deutschland und teilweise aus Frankreich kamen.

1967 ging es weiter mit der Eingliederung des damaligen Uhrenwerkes Weimar in das am 1. März 1967 gegründete VEB Uhren- und Maschinenkombinat Ruhla. Gleichzeitig begann die Eingliederung und Schaffung neuer Fertigungsbereiche in Blankenhain (1967), Gotha, Bad Berka, Frankenberg, Höckendorf, Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) und Dresden. Die Anzahl der Beschäftigten stieg bis 1976 auf rund 1500. 1987 wurde das neue Wohnraumuhrwerk UWW 57 vorgestellt.

1990 wurde im Zusammenhang mit der Entflechtung und Privatisierung der Volkseigenen Kombinate und Betriebe der DDR das Uhrenwerk Weimar aus dem VEB Uhren- und Maschinenkombinat Ruhla herausgelöst und kam unter die Verwaltung der Treuhand. Damit endete die Geschichte des Betriebes in Weimar mit zuletzt etwa 2000 Beschäftigten, der rund 40 Jahre ein wichtiger Bestandteil der DDR-Uhrenproduktion war.

Im Jahr 2017 erwarb ein deutsch-belgisches Konsortium die Markenrechte an der Bezeichnung "Uhrenwerk Weimar" für die Produktion von Uhren und kündigte an, im Jahr 2018 eine in Weimar entwickelte Armbanduhrenkollektion auf den Markt zu bringen.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sonder-Ausstellung Uhren aus Weimar – die Geschichte eines Feingerätewerkes im Stadtmuseum Weimar (Bertuchhaus), 27. Februar 2016 bis 4. September 2016[3][4]

Bilder von Uhren aus Weimar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Erdniß: Uhren aus Weimar – die Geschichte eines Feingerätewerkes. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung, Weimar 2016, 100 Seiten[5]
  • Werner Heinrich: Mechanische Armbanduhren aus Glashütte 1950–1980. Callwey Verlag, ISBN 3-7667-1719-7
  • Fachzeitschrift Uhren und Schmuck, Ausgabe 3/1977 und 1/1987
  • Fachzeitschrift Feinmechanik & Optik, Ausgabe 8/1961[6]

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1980er-Jahre kam es zur Kooperation von IKEA mit dem Uhrenwerk Weimar. Die Vertreter des Möbel-Konzerns brachten Idee, Muster und Zeichnung von Uhren mit. Resultat war schließlich die Wohnraum-Wanduhr „Myndig“ (Behörde) im Holzdesign, die über die IKEA-Filialen in vielen Wohnungen ihr Zuhause fand. Damals fertigte das Uhrenwerk noch keine Klarsicht-Verpackungen für ihre Produkte. Das änderte sich auf ausdrücklichen Wunsch von IKEA; die Schweden lieferten eine Blistermaschine zur Herstellung der Sichtverpackungen.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: VEB Uhrenwerk Weimar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.mikrolisk.de/show.php?site=280&suchwort=Weimar-Uhren&searchWhere=all
  2. http://www.mikrolisk.de/show.php?site=280&suchwort=Weimar-Uhren&searchWhere=all
  3. http://stadtmuseum.weimar.de/index.php?id=239&L=qioyurjrrfic
  4. http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/kultur/detail/-/specific/Sonderausstellung-zur-Geschichte-des-Weimarer-Uhrenwerkes-268231219
  5. DNB 1096334151
  6. https://watch-wiki.org/index.php?title=VEB_Uhrenwerk_Weimar
  7. http://www.meinanzeiger.de/weimar/kultur/uhrig-uhrig-uhrig-oh-die-uhr-ist-leck-zeitmesser-aus-der-ddr-ticken-heute-noch-genau-nicht-nur-in-weimar-d58600.html

Koordinaten: 50° 59′ 44,5″ N, 11° 19′ 35,6″ O