VEM Holding

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VEM Holding GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 1997
Sitz Dresden
Leitung Falk Lehmann, Dietmar Puschkeit, Torsten Kuntze
Mitarbeiter rund 1.700 (2012)
Umsatz 280,7 Mio. Euro (2012)
Branche Elektrotechnik, Gießerei
Website http://www.vem-group.com/

Das Unternehmen VEM Holding GmbH ist ein Zusammenschluss von Elektromaschinenherstellern der VEM Group mit den Werken VEM Sachsenwerk GmbH, Dresden; VEM motors GmbH, Wernigerode; VEM motors Thurm GmbH, Zwickau sowie VEM transresch GmbH, Dresden. Zur VEM Holding gehört weiterhin der Gusserzeugnisproduzent VEM Keulahütte GmbH in Krauschwitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die VEM Holding 1997 von der Blaubeurener Unternehmerfamilie Adolf Merckle nach dem Kauf der fünf Werke aus dem Verbund der Horst Plaschna GmbH & Co. Beteiligungs-, Sanierungs- und Verkaufs KG. Im Jahr 2017 folgte ein Eigentümerwechsel an einen chinesischen Familieninvestor [1], bei dem es sich um die SEC Electric Machinery [2] handelt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEM Sachsenwerk GmbH, Dresden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sachsenwerk ist Hersteller von Mittel- und Hochspannungsmaschinen und Antriebslösungen. Neben Großmaschinen für den Industriebereich machen Schiffs- und Fahrmotoren sowie Windkraftgeneratoren einen bedeutenden Teil der Produktion aus. Es beschäftigt rund 600 Mitarbeiter.

VEM motors GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEM motors GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1947
Sitz Wernigerode
Leitung Falk Lehmann
Mitarbeiter 460 (2017)
Umsatz rund 65 Mio. Euro (2017)

VEM motors GmbH mit Sitz in Wernigerode entwickelt und produziert Drehstrom-Niederspannungsmotoren im Leistungsbereich 5,5 kW bis 1200 kW. Ein Schwerpunkt liegt auf Energiesparmotoren der Wirkungsgradklassen IE2 und IE3. Die Erzeugnisse werden als Spezial- und Sondermotoren entwickelt und hergestellt. Im Unternehmen sind etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt.

VEM motors GmbH, Wernigerode

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Elektromotorenwerk Wernigerode begann nach ihrer Gründung im Januar 1947 mit der Fertigung von Elektromotoren. Das Werk entstand auf dem Gelände der Rautal-Werke, die ab 1938 Aluminium-Gussteile für die Flugzeugindustrie geliefert hatten und nach 1945 demontiert worden waren.

In den 1970er Jahren wurden die Produktionskapazitäten stark erweitert. 1989 fertigten 3.260 Beschäftigte auf einer Gesamtfläche von 58.000 Quadratmetern 350.000 Motoren im Jahr. 1997 erfolgte die Privatisierung durch die Blaubeurer Unternehmerfamilie Adolf Merckle. Das Unternehmen zählt zu den Produzenten von Niederspannungsmotoren in Deutschland und Europa. Der Exportanteil beträgt rund 40 %. Die Motoren werden direkt oder indirekt in 86 Länder der Welt verkauft. Dafür unterhält VEM motors Wernigerode ein Vertriebsnetzwerk, unter anderem mit Vertriebsgesellschaften in Österreich, Großbritannien, Finnland, Singapur und Schweden.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehstrom-Niederspannungsmotoren im Leistungsbereich 5,5 kW bis 355 kW, Energiesparmotoren in den Wirkungsgradklassen IE2 und IE3, Transnormmotoren bis 1000 kW, Rollgangmotoren von 1,8 kW bis 500 kW, explosionsgeschützte Drehstrommotoren in allen Zündschutzarten im Leistungsbereich von 0,12 kW bis 630 kW. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Fertigung von energieeffizienten Motoren in den Klassen IE2 und IE3.

VEM motors Thurm, Zwickau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEM motors Thurm GmbH, Zwickau
VEM motors Thurm GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1947
Sitz Zwickau
Leitung Michael Gruner, Falk Lehmann
Mitarbeiter 313 (2012)
Umsatz rund 41 Mio. Euro (2012)

VEM motors Thurm GmbH mit Sitz in Zwickau produziert Niederspannungsmaschinen im Leistungsbereich 0,06 kW bis 7,5 kW. Die Erzeugnisse werden als Spezialantriebe und Normmotoren entwickelt und hergestellt. Rund 300 Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brüder Kurt und Alfred Stephan gründeten im März 1908 in Thurm nahe Zwickau eine Elektrowerkstatt. 1908 entwickelt sich daraus die „K. & A. Stephan GmbH Thurm“. In den 1930er Jahren wurden Gleich-, Wechsel- und Drehstrommotoren, u. a. für Pumpen und Webstühle, sowie Gebläse, Werkzeugmaschinen, Getriebemotoren, Spezialmotoren für Industrie, Handwerk und Haushalt gefertigt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges enteignete und demontierte die Sowjetische Militäradministration das Werk. Ab 1947 wurden in Thurm wieder Motoren hergestellt. Da sich der ursprüngliche Standort zunehmend als zu klein erwies, wurde die Produktion neben einem Getriebemotorenwerk in Schneeberg 1967 mit dem heutigen Standort am Stadtrand von Zwickau erweitert. 1997 erfolgte die Privatisierung durch die Blaubeurer Unternehmerfamilie Adolf Merckle. Entwicklungsaufgaben sowie Investitionen in Produktionsstätten und Ausrüstungen werden mit VEM motors Wernigerode abgestimmt. Der Vertrieb für die Produkte beider Werke erfolgt gemeinsam.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEM motors Thurm, Zwickau liefert Antriebslösungen für alle Industriebranchen, vor allem Drehstrom-Asynchronmotoren im Leistungsbereich 0,06 bis 7,5 kW. Die Erzeugnisse werden vorrangig als Spezialantriebe, aber auch als Normmotoren entwickelt und produziert.

VEM transresch GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEM transresch GmbH mit Sitz in Dresden produziert Stromrichter und elektrische Antriebssysteme für Industrieanwendungen. Die Firma wurde 2011 von VEM übernommen. Ursprünglich in Berlin ansässig, erfolgte 2016 der Umzug nach Dresden um Synergien mit dem Sachsenwerk besser nutzen zu können.

VEM transresch GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1999
Sitz Dresden
Leitung Torsten Kuntze
Mitarbeiter 20 (2016)
Umsatz über 7,7 Mio. Euro (2012)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma ist aus einem 1945 als Gleichrichterbüro in Berlin-Schöneweide gegründeten Unternehmen hervorgegangen. Das Büro wurde 1948 ins EAW Treptow, dem späteren Kombinat Elektroprojekt und Anlagenbau (EAB), eingegliedert. 1990 ging der VEM EAB als Elpro AG in Treuhandeigentum über und wurde 1992 als Elpro AG privatisiert. 1997 erfolgte die Übernahme des Geschäftsbereiches Stromrichter und Antriebe durch die Lloyd Dynamowerke Bremen (LDB). 1999 gründete sich aus dem Geschäftsbereich die selbstständige Gesellschaft transresch Antriebssysteme Berlin GmbH (MBO). Seit 2011 gehört sie zur VEM-Firmengruppe.

VEM transresch produziert geregelte Antriebssysteme für Elektroantriebe, seit 1984 als Drehstromantriebe für Standard-Asynchronmotoren u. a. für Pumpen, Zentrifugen, Textilmaschinen und Walzwerke. 1964 wurde das Warenzeichen „transresch“ angemeldet. Es steht für transistorisierte Regelschaltungen.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEM transresch GmbH liefert elektrische Antriebssysteme für Gleich- und Drehstromanlagen und entwickelt Automatisierungslösungen für die Industrie. Die Thyristorstromrichter, Frequenzumrichter, Untersynchronen Stromrichterkaskaden und Erregereinrichtungen für Motoren in Nieder- und Mittelspannung im Leistungsbereich von 10 kW bis 25 MW werden weltweit eingesetzt.

Keulahütte GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Keulahütte GmbH Krauschwitz ist eine Gießerei mit über 500-jähriger Geschichte. Der Betrieb hat sich auf Druckrohrformstücke, Armaturen, Hydranten sowie Kunden- und Erzeugnisse des Architekturgusses spezialisiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • VEM-Gruppe (Hrsg.): Menschen, Motoren und Metall. Ein Rundgang durch 125 jahre Industriegeschichte. Amalia Verlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-9808680-4-4.
  • Warenzeichenverband VEM e. V. (Hrsg.): Eine Marke von Welt. 1961 bis 2011: 50 Jahre Warenzeichenverband VEM e. V. 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eigentümerwechsel bei VEM Chinesischer - Familieninvestor kauft VEM und will die Marke sowie alle Standorte erhalten Unternehmenswebseite. Abgerufen am 15. Februar 2018.
  2. IMAP-Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2017 Unternehmenswebseite. Abgerufen am 15. Februar 2018.