VMware vSphere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
VMware vSphere
Entwickler VMware
Aktuelle Version 5.5
(22. September 2013)
Betriebssystem plattformübergreifend
Kategorie Virtualisierung
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig nein
[1]www.vmware.com

VMware vSphere ist eine Software der US-amerikanischen Firma VMware Inc., welche eine virtuelle Maschine für x86-64-basierte Hardware und deren Betriebssysteme bereitstellt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Die Software VMware vSphere ist ein sogenannter Typ-1-Hypervisor und setzt somit als bare metal Hypervisor mit ca. 400 MB Footprint direkt auf die vom Hersteller zertifizierte x86-64-Hardware auf. Dabei bedient sich VMware sowohl Linux- und Opensource-basierter Teile (Bootloader Grub, Treiber für die Hardware wie Netzwerkkarten, Chipset, Storage etc.) als auch dem eigentlichen VMkernel, welcher proprietäre Technologie enthält.

Bis zur Version 5.0 gibt es die Software sowohl als schlanken bare metal Hypervisor (ESXi) als auch als ESX-Version mit einem sogenannten Konsolenbetriebssystem zum Management des Hypervisors. Mit der Version 5.1 wurde dieses Konsolenbetriebssystem aufgegeben und nur noch die ESXi-Version angeboten.

VMware vSphere speichert virtuelle Maschinen in sogenannten Datastores und dort in Verzeichnissen. Die wichtigsten Dateien sind Konfigurationsdateien (*.vmx) und virtuelle Festplatten (*.vmdk). Als Datastores kommen NFS-Shares zum Einsatz oder Festplatten. Letztere können lokale Festplatten oder über ein SAN (via HBA oder iSCSI) bereitgestellte LUN sein. Festplatten werden bei der Erstellung eines Datastore mit dem VMware Dateisystem VMFS [1] formatiert. Dabei handelt es sich um ein robustes clusterfähiges Dateisystem, welches auf den Einsatz von virtuellen Maschinen optimiert wurde. Die aktuelle Version trägt die Nummer 5, der Vorgänger, VMFS 3 hatte noch Einschränkungen im Zusammenhang mit Blockgrösse und maximaler Volumengrösse.[2]

VMware vSphere wird in sechs Editionen (Essential, Essential Plus, Standard, Enterprise, Enterprise Plus und vSphere Desktop) angeboten. Diese unterscheiden sich neben dem Preis durch die bereitgestellten Funktionen wie maximale Anzahl virtueller CPU, Storage API Integration, automatisierte Lastverteilung, IO-Control (für Netzwerk und Storage) oder verteilten, virtuellen Switches. Dabei sind die Essential Editionen für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU bzw. SMB) gedacht.

Daneben gibt es auch eine kostenlose Version, genannt VMware Hypervisor, mit aktuell folgenden wichtigsten Limitationen pro Server, die Einschränkung von maximal 32GB RAM wurde in der Version 5.5 aufgehoben:

  • maximal 2 CPU Sockel (keine Limitationen bezüglich Cores)
  • eingeschränkte Verwaltung (vCenter, Scripting) und Automatisierung.

Detailfunktionen[Bearbeiten]

Die folgenden, wichtigsten Funktionalitäten[3] ermöglichen einen hohen Automatisierungsgrad und eine starke Konsolidierung von Ressourcen.

Snapshot[Bearbeiten]

Ermöglicht das Einfrieren des Zustands einer virtuellen Maschine und somit die Möglichkeit zur Rückkehr zu diesem Zustand, zum Beispiel bei einem Test-Deployment von Software oder Patches.

vMotion[Bearbeiten]

Bedingt den Einsatz von vCenter und shared Storage (NFS, iSCSI, SAN). Ermöglicht den unterbrechungslosen Umzug von laufenden virtuellen Maschinen zwischen verschiedenen vSphere-Servern, zum Beispiel bei notwendigem Hardware-Unterhalt oder zur manuellen Lastverteilung.[4]

Storage vMotion[Bearbeiten]

Bedingt den Einsatz von vCenter. Ermöglicht den Umzug der zu einer laufenden, virtuellen Maschine gehörenden Dateien. Zum Beispiel von einem Datenspeicher (Datastore) auf demselben Server oder auf einem anderen shared Storage bei Performance-Engpässen oder anstehender Wartung.[5]

HA[Bearbeiten]

HA (High Availability) ermöglicht eine hohe Verfügbarkeit, indem beim Ausfall eines Hosts die entsprechenden virtuellen Maschinen automatisch auf einem anderen, verfügbaren vSphere Host neu gestartet werden. Die Funktionalität bedingt den Einsatz von vCenter und von shared Storage.[6]

FT[Bearbeiten]

FT (Fault Tolerance) ermöglicht in Zusammenspiel mit der entsprechenden Hardware und vCenter das Clustering von wichtigen Systemen. Dabei werden die Hardware-Ressourcen über zwei vSphere-Server gespiegelt und sämtliche Befehle redundant auch auf dem Spiegelserver ausgeführt. Fällt der Master-Server aus, übernimmt der Slave die weitere Verarbeitung der laufenden Anwendungen in Echtzeit.[7]

DRS[Bearbeiten]

DRS (Distributed Resource Scheduler) ermöglicht die automatische Lastverteilung in einer mit vCenter verwalteten vSphere-Umgebung. Mittels vMotion werden virtuelle Maschinen aufgrund vordefinierter Regeln automatisch zwischen Servern verschoben, Server neu gestartet oder bei Nichtgebrauch angehalten.[8]

Verwaltungswerkzeuge[Bearbeiten]

Die Verwaltung der unter vSphere laufenden Server kann mit folgenden VMware-Werkzeugen geschehen.

vSphere-Client[Bearbeiten]

Der vSphere-Client ist eine Windows-Anwendung, welche interaktiv den Zugang zu den Ressourcen eines vSphere-Servers ermöglicht. Ermöglicht Funktionen wie Start/Stopp virtueller Maschinen, Erstellen/Löschen von virtuellen Maschinen etc.

vSphere-Web-Client[Bearbeiten]

Browserbasierter Client, der den vSphere-Client in näherer Zukunft ersetzen wird. Bedingt den Einsatz eines entsprechenden Servers, der die Befehle des Web-Clients umsetzt.

vSphere-Management-Assistant[Bearbeiten]

Eine Linux-basierte virtuelle Management-Appliance, welche kommandozeilenbasierte Verwaltungswerkzeuge bereitstellt.

SDK für Clients[Bearbeiten]

Für Management-Clients unter Linux (Perl) und Windows (Powershell) können SDK installiert werden, welche skriptgesteuerten Zugriff auf die vSphere-Server ermöglichen.

vCenter[Bearbeiten]

Das separat erhältliche Produkt VMware vCenter ermöglicht den vollen Grad von Inventarisierung und Automatisation. Die Funktionen vMotion, HA, FT, DRS bedingen den Einsatz des vCenter.[9]

Whitebox[Bearbeiten]

In Zusammenhang mit der kostenlosen Edition VMware Hypervisor wird gelegentlich auch nicht unterstützte Hardware eingesetzt. Dabei spricht man häufig von einer «Whitebox». Die Herausforderung für den Betrieb einer Whitebox ist seit den neueren Versionen von vSphere etwas gesunken, einerseits werden ältere, stabile Mainboards mit Standardchipsätzen meist unterstützt und andererseits kann für exotischere Hardware (Netzwerkkarten) auch selbstkompilierte OSS-Treiber eingesetzt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roland Runge, Christian Sturm, Stefan Wißkirchen, Nadin Ebel, Joachim Groh, Oliver Höller, Carsten Mewes: VMware Infrastructure 3 im Business-Umfeld: Virtualisierung von mittleren und großen Umgebungen mit VMware ESX 3.5 und ESXi 3.5. Addison-Wesley, Reihe net.com, ISBN 978-3-8273-2698-0
  • Lars Friedrichs, Jens Gonska, Joachim Groh, Michael Kefferpütz, Roland Runge, Christian Sturm: vSphere 5 im Business-Umfeld: Der Leitfaden zur Virtualisierung von mittleren und großen Umgebungen. Addison-Wesley, Reihe vmware-press, ISBN 978-3-8273-2850-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/vmfs.html#glance
  2. http://pubs.vmware.com/vsphere-50/index.jsp?topic=%2Fcom.vmware.vsphere.storage.doc_50%2FGUID-7552DAD4-1809-4687-B46E-ED9BB42CE277.html
  3. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/features.html#
  4. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/vmotion.html#glance
  5. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/storage-vmotion.html#glance
  6. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/high-availability.html#glance
  7. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/fault-tolerance.html
  8. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vsphere/drs-dpm.html#glance
  9. https://www.vmware.com/ch/products/datacenter-virtualization/vcenter-server/overview.html