VW Crafter

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Volkswagen
VW Crafter Kastenwagen
VW Crafter Kastenwagen
Crafter
Hersteller: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Produktionszeitraum: seit 2006
Vorgängermodell: VW LT
Nachfolgemodell: Der neue Crafter (ab 2016)
Technische Daten
Bauformen: Kastenwagen, Pritschenwagen
Motoren: Dieselmotoren:
2,0–2,5 Liter
(64–120 kW)
Länge: 5244–7340 mm
Breite: 1993 mm
Höhe: 2415–3045 mm
Radstand: 3250–4325 mm
VW Crafter Kastenwagen Facelift (2012)
Heckansicht
Der neue VW Crafter (Auslieferung ab Anfang 2017)
Der neue VW e-Crafter (Auslieferung ab Herbst 2017)

Der VW Crafter ist ein Kleintransporter von Volkswagen, der seit 2006 gebaut wird. Die bis November 2016 produzierte 1. Generation war bis auf die Motoren und die Fahrzeugfront weitgehend baugleich mit dem Mercedes-Benz Sprinter. Er wurde mit diesem in den Werken Ludwigsfelde und Düsseldorf produziert.

Seit 2016 wird ein von Volkswagen vollständig neu entwickelter Crafter in einem ausschließlich für diesen Transporter gebauten Werk in Września (Polen) gefertigt. Dieser wird auch von der Konzern-Schwester MAN, aber als MAN TGE angeboten.[1] Das seit November 2016 bestellbare Fahrzeug wird seit März 2017 ausgeliefert.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crafter Radstand (mm) Länge (mm) Kombi (2415 mm) Kombi-Hochdach (2705 mm) Kasten (2415 mm) Kasten-Hochdach (2705 mm) Kasten-Superhochdach (2990 mm) Pritsche Pritsche mit Doppelkabine
30 3250 5240 x x x x
30 3665 5905 x x x x x x
35 3250 5240 x x x x
35 3665 5940 x x x x x x x
35 4325 6940 x x x x x
50 3665 5940 x x x x x x x
50 4325 6940 x x x x x x
50 4325 7340 x x x x x x

Erste Generation (2006–2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrwerk entspricht im Wesentlichen dem des VW LT der zweiten Generation, wurde jedoch in einigen Details überarbeitet.

Vorderachse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorderräder sind einzeln an Dämpferbeinen und Querlenkern aufgehängt. Der Crafter hat nun 16-Zoll-Räder sowie eine breitere Spur. Die wie beim Vorgänger quer liegende Blattfeder besteht aus GFK und hat somit ein geringeres Gewicht bei verbessertem Stabilisierungsvermögen. Serienmäßig ist beim Crafter jetzt auch ein Stabilisator. Die Achse wurde vom Fahrzeugaufbau mit Gummilagern akustisch entkoppelt. Das Fahrverhalten wurde leicht untersteuernd bis neutral ausgelegt.

Hinterachse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die starre Hinterachse ist an zwei längs eingebauten Blattfedern geführt. Bei den Varianten Kastenwagen bzw. Kombi wird der Aufbau über große Gummilager akustisch entkoppelt. Die Federungsabstimmung wurde verbessert und die Stoßdämpfer wurden etwas weiter nach außen verlegt, um der gefährlichen Wankneigung etwa beim schnellen Spurwechsel besser entgegenzuwirken. Beim Crafter 50 ist ein Stabilisator serienmäßig, beim Crafter 35 gegen Aufpreis erhältlich.

Bereifung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Crafter 30 ist serienmäßig mit 205/75R16C-Reifen auf 5,5Jx16-H2-Felgen ausgestattet. Die Reifengröße 235/65R16C mit Felge 6,5Jx16-H2 gehört beim Crafter 35 zur Serienausstattung und ist als Sonderausstattung für den Crafter 30 erhältlich. An der Hinterachse des Crafter 50 gibt es Zwillingsbereifung in der Größe 195/75R16C oder 205/75R16C auf Felge 5,5Jx16-H2. Der Crafter 50 kann statt mit Zwillingsbereifung auch mit sogenannten Supersingle-Reifen ausgerüstet werden. Hierbei wird das zulässige Gesamtgewicht auf 4,6 t abgesenkt. Der hohe Traglastzahl von 128 entspricht einer maximalen Reifentragfähigkeit von 1800 kg. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h begrenzt. Der Vorteil besteht im geringeren Rollwiderstand und den schmaleren Radkästen.

Bremsanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Vorder- und Hinterachse sind Scheibenbremsen eingebaut, wobei die vorderen und ab dem Crafter 50 auch die hinteren innenbelüftet sind. Wie beim LT2 besteht die Feststellbremse aus einer kleinen, in die hintere Bremsscheibe integrierten Trommelbremse. Das hydraulische Zweikreissystem mit diagonaler Aufteilung und hydraulischem Bremsassistenten wird von einem pneumatischen 10-Zoll-Bremskraftverstärker unterstützt. Serienmäßig wurde der Crafter mit Antiblockiersystem (ABS), Antriebsschlupfregelung (ASR) und einem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgestattet. Dabei handelt es sich um die neueste Generation der Systeme von Bosch, welche die Beladung des Fahrzeugs in seiner Regelcharakteristik berücksichtigt.

Lenkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um einen hohen Komfort zu erreichen, wurde eine hydraulisch unterstützte Zahnstangenlenkung eingebaut. Die Lenksäule ist zur besseren Crashsicherheit teleskopartig verschiebbar gestaltet und kann als Option in Höhe und Neigung verstellt werden. Das Lenkschloss ist nicht mehr wie bisher rein mechanisch aufgebaut, sondern wird über das elektromechanische Zündschloss mit einem Stellmotor verriegelt.

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst wurde der Crafter ausschließlich mit einem Fünfzylinder-Dieselmotor mit einem Hubraum von 2,5 Litern geliefert. Es gab den Motor in verschiedenen Leistungsstufen von 65 bis 120 kW (88 bis 163 PS). Seit 2010 wird stattdessen der Vierzylinder-Dieselmotor mit dem Hubraum von 2,0 Litern eingebaut; der Fünfzylinder wurde komplett gestrichen. Die Fortschritte in der Motorentechnik ermöglichen es, auch mit 2,0 Litern Hubraum die für einen schweren Transporter notwendige Leistung zu erzeugen. Die Leistungsstufen reichen seitdem von 80 bis 120 kW (109 bis 163 PS).

Motortechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorraum des VW Crafter

Die im Crafter längs zur Fahrtrichtung eingebauten Motoren basieren auf dem bereits im VW Transporter und VW LT 2 eingesetzten Reihen-Fünfzylindermotor mit einem Hubraum von 2,5 Litern. Im Gegensatz zu den linksdrehenden 4- und 6-Zylindern des Sprinters sind die 5-Zylinder des Crafters wie alle älteren Fünfzylinder von Audi oder VW rechtsdrehend. Zur Verbesserung der Laufkultur und um den neuen strengen Abgasnormen Rechnung zu tragen, werden nun allerdings eine Common-Rail-Einspritzanlage und ein Rußpartikelfilter eingebaut. Ein verstärkter Zahnriemen dient zum Antrieb von Nockenwelle, Hochdruck- und Kühlmittelpumpe. Er hat ein Wechselintervall von 200.000 km. Die sechsfach gelagerte gesenkgeschmiedete Kurbelwelle befindet sich in einem Gehäuse aus Grauguss mit Lamellengraphit. Sie hat jetzt dickere Hubzapfen, um die Torsionskräfte besser aufnehmen zu können.

Die Kolben aus Aluminiumlegierung haben, wie auch die der Vorgängermodelle, eine asymmetrische Kolbenmulde zur besseren Verwirbelung des eingespritzten Kraftstoffs. Zur Erhöhung der Standfestigkeit wurde sie etwas größer und so die Verdichtung reduziert. Zudem sind die Kolben gegenüber den Vorgängermodellen verstärkt und die Pleuel trapezförmig. Wie bei allen anderen VW-TDI-Motoren werden auch hier die Kolbenböden durch Ölspritzdüsen zusätzlich von unten gekühlt. Die neue fünflagige Metallzylinderkopfdichtung ermöglicht eine standfestere Abdichtung der Brennräume sowohl untereinander als auch nach außen hin. Die Nebenaggregate des Motors wie Generator, Kältemittelkompressor, Hydraulikpumpe und Kühlerlüfter werden über einen Keilrippenriemen angetrieben.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Modell Zylinder/
Ventile pro
Zylinder
Hubraum
cm3
max. Leistung max. Drehmoment Motorkennung Abgasnorm Bauzeitraum
2,0 TDI 4/4 1968 80 kW (109 PS) bei 3500/min 300 Nm bei 1500–2250/min CKTB Euro 5 seit 2012
2,0 TDI 4/4 1968 100 kW (136 PS) bei 3500/min 340 Nm bei 1575–2250/min CKTB Euro 5 seit 2012
2,0 TDI 4/4 1968 105 kW (143 PS) bei 3500/min 340 Nm bei 1575–2250/min CKUC Euro 5 seit 2012
2,0 TDI 4/4 1968 120 kW (163 PS) bei 3600/min 400 Nm bei 1800/min CKUB Euro 5 seit 2012
2,5 TDI 5/2 2461 65 kW (88 PS) bei 3500/min 220 Nm bei 2000/min BJJ Euro 4 2006–2010
2,5 TDI 5/2 2461 80 kW (109 PS) bei 3500/min 280 Nm bei 2000/min BJK Euro 4 2006–2010
2,5 TDI 5/2 2461 100 kW (136 PS) bei 3500/min 300 Nm bei 2000/min BJL Euro 4 2006–2010
2,5 TDI 5/2 2461 120 kW (163 PS) bei 3500/min 350 Nm bei 2000/min BJM Euro 4 2006–2010
2,5 TDI 5/2 2461 65 kW (88 PS) bei 3500/min 220 Nm bei 2000/min CEBA Euro 5 2010–2012
2,5 TDI 5/2 2461 80 kW (109 PS) bei 3500/min 280 Nm bei 2000/min CEBB Euro 5 2010–2012
2,5 TDI 5/2 2461 100 kW (136 PS) bei 3500/min 300 Nm bei 2000/min CECA Euro 5 2010–2012
2,5 TDI 5/2 2461 120 kW (163 PS) bei 3500/min 350 Nm bei 2000/min CECB Euro 5 2010–2012

Schmierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ölumlauf wird von einer vorn auf der Kurbelwelle sitzenden Sichelpumpe sichergestellt. Ein internes Überdruckventil schützt Pumpe und Motor vor einem eventuell zu hohen Öldruck. Das Ölfiltermodul mit Papiereinsatz ist stehend seitlich am Motorblock angeflanscht. Für den Zylinderkopf ist ein Öldruckhalteventil vorgesehen, das bei absinkendem Öldruck noch eine Restschmierung gewährleistet und so die Lagerung der Nockenwelle vor Schäden schützt. Die Ölmenge im Motor liegt bei etwa 9 Litern.

Kühlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Umwälzung des Kühlmediums wird eine über den Zahnriemen angetriebene Kühlmittelpumpe verwendet. Zusätzlich soll eine elektrisch betriebene Pumpe einen Wärmestau bei abgestelltem Motor verhindern; sie übernimmt auch die Funktion der Motorrestwärmenutzung. Hierbei kann über einen Taster in der Heizungsregulierung die Fahrzeugheizung auch nach dem Abstellen des Motors, je nach Außentemperatur, für weitere 20 Minuten genutzt werden. Der Durchfluss durch den Wasserkühler wird über ein Dehnstoffthermostat geregelt. Über das Kühlsystem wird zusätzlich der Kühler für Abgasrückführung und der Motorölkühler gekühlt.

Kraftstoffsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kunststoffkraftstoffbehälter befindet sich eine elektrische Vorförderpumpe zur kontinuierlichen Kraftstoffförderung. Von dort wird über den Kraftstofffilter und den Kraftstoffspeicher die mechanisch angetriebene Hochdruckpumpe versorgt. Diese stellt den zur Einspritzung benötigten Druck bereit. Der Kraftstofffilter hat eine elektrische Heizung, die bei niedrigen Außentemperaturen die Bildung von Paraffinkristallen und damit ein Verstopfen des Filters verhindert. Von den Einspritzventilen nicht benötigter Kraftstoff wird über ein Druckhalteventil und eine Rückleitung wieder dem Kraftstoffbehälter zugeführt.

Common-Rail-Einspritzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die piezoelektrischen Einspritzventile, die mit einem maximalen Druck von 1600 bar arbeiten, ermöglichen mehrere Vor- und Nacheinspritzungen und damit einen geräusch- und emissionsarmen Motorlauf. Die Einspritzung der 2,5 TDI Motoren bis 2010 wurde von einem Bosch EDC-16C-System (Electronic Diesel Control) geregelt. In den 2,5 TDI Motoren in den Baujahren 2010–2012, sowie in den ab 2012 erhältlichen 2,0 TDI Modellen wird die Einspritzung von einem Bosch EDC-17C-System geregelt.

Abgasturbolader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abgasturbolader mit verstellbaren Leitschaufeln wird über eine Unterdruckdose gesteuert. Vom Motorsteuergerät wird je nach Lastzustand der optimale Ladedruck eingeregelt. Auch der maximale Ladedruck wird vom Steuergerät begrenzt. Da sich die Luft im Turbolader aufheizt, ist ihm ein Ladeluftkühler nachgeschaltet.

Abgasreinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abgase werden mit einem Rußpartikelfilter gereinigt. Bei diesem sind Oxidationskatalysator und Partikelfilter zu einer Einheit zusammengefasst und direkt hinter dem Turbolader angebracht. So wird ein schnelles Erreichen der Betriebstemperatur und eine optimale Regeneration ermöglicht. Der Einsatz eines Additivs ist hierbei nicht notwendig. Wird der Motor vorwiegend im Teillastbereich betrieben, wird der Filter über eine Anhebung der Abgastemperatur regeneriert.

Abgasrückführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch beim Crafter wird zur Verringerung der Stickoxidemission eine Abgasrückführung (AGR) eingebaut. Hierbei wird ein Teil der Abgase dem Verbrennungsprozess erneut zugeführt, was den Sauerstoffgehalt des Gemisches senkt. Dadurch kann die Verbrennung verlangsamt und die Brennraumtemperatur vermindert werden. Dies wird durch den AGR-Kühler unterstützt. Das AGR-Ventil wird beim Crafter elektrisch betätigt und kann so besser die Menge des zurückgeführten Abgases regulieren. Als Sensor dient eine vor dem Rußpartikelfilter eingebaute Lambda-Sonde zur Ermittlung des Restsauerstoffgehalts im Abgas. Vor dem AGR-Ventil wird eine elektrisch betätigte Saugrohrklappe verwendet, die bei Bedarf die angesaugte Luftmenge reduzieren kann. Dies wird zur Motorabstellung und zur Regeneration des Partikelfilters benötigt und unterstützt die Abgasrückführung.

Vorglühanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schnellstartglühanlage mit Keramikglühkerzen ermöglicht einen Sofortstart bis zu Temperaturen von −24 °C. Das Steuergerät versorgt die Glühkerzen zeitversetzt mit einem pulsweitenmodulierten Strom, um die elektrische Anlage zu entlasten. Es überwacht jede einzelne Glühkerze und signalisiert Störungen im System durch Aufleuchten der Kontrolllampe für Glühzeit.

Kraftübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle im Crafter eingesetzten Getriebevarianten wurden von Daimler-Benz entwickelt.

6-Gang-Schaltgetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serienmäßig werden beim Crafter 6-Gang-Schaltgetriebe in Dreiwellenbauweise eingesetzt, die über eine mehrteilige Kardanwelle die Kraft an die Hinterachse weiterleiten. Die Getriebe mit einem Gehäuse aus Aluminium-Druckguss gibt es in zwei Varianten für ein maximales Drehmoment von 330 bzw. 350 Nm, wobei die stärkere Variante beim 120-kW-Motor verwendet wird. Die Schaltung wird über Seilzüge mit einem joystickartigen Schalthebel in der Schalttafel betätigt. Für Spezialaufbauten (Kipper, Kran, Abschleppfahrzeug etc.) ist ein vom Fahrerplatz aus zuschaltbarer Nebenantrieb erhältlich. Dauerhaft kann darüber eine Leistung von 28 kW und ein Drehmoment von 140 Nm bei einer Motordrehzahl von 1200/min bereitgestellt werden. Ein nachträglicher Einbau in ein Standardgetriebe ist nicht möglich.

Shiftmatic (SMC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Komfortverbesserung und zur Entlastung des Fahrers kann der Crafter als Sonderausstattung mit dem automatisierten Schaltgetriebe Shiftmatic (SMC) versehen werden. Dieses ist beim 80-kW- und beim 100-kW-Motor erhältlich. Der innere Aufbau entspricht im Wesentlichen dem des 6-Gang-Schaltgetriebes. Die Gänge können zum einen manuell durch Antippen des Joysticks oder auch vollautomatisch geschaltet werden. Obwohl eine herkömmliche Einscheiben-Trockenkupplung eingebaut ist, entfällt bei diesem Getriebe das Kupplungspedal. Die Kupplung und die einzelnen Gangstufen werden hydraulisch betätigt und vom Getriebesteuergerät überwacht. Die Shiftmatic hat eine eigene Hydraulikpumpe, einen Druckspeicher, eine Hydrauliksteuereinheit und einen separaten Hydraulikölvorrat. Bei Ausfall einzelner Komponenten wird ein Notlaufprogramm aktiviert und der Automatikmodus abgeschaltet. Es ist nur noch manuelles Schalten bis in den dritten Gang möglich. Das Getriebeöl muss erst nach zehn Jahren oder 320.000 Kilometern ersetzt werden.

Elektrische Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Crafter werden die einzelnen Steuergeräte über CAN- und MOST-Bus-Systeme miteinander vernetzt.

Stromversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Optional ist ein Zweibatterienkonzept möglich, bei der eine zweite Batterie für Zusatzkomponenten eingebaut ist. Die über ein Trennrelais entkoppelte Starterbatterie wird so entlastet. Eine Besonderheit ist, dass die Starterbatterie unter dem Fußraum auf der Fahrerseite eingebaut ist und sich die Zusatzbatterie im Motorraum befindet. Zum Fremdstarten des Motors ist ein Pluspolanschluss in der Nähe des Luftfilters vorgesehen.

Beleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrale Steuereinheit aller Hauptfunktionen ist das Bordnetzsteuergerät. Der Lichtschalter gibt über den Datenbus nur noch Schaltbefehle an dieses Steuergerät weiter. Optional ist auch ein automatisches Fahrlicht sowie Tagfahrlicht verfügbar. Die Blinkanlage hat wie die der PKW-Modelle eine Spurwechselfunktion, bei der ein einmaliges Antippen des Blinkerschalters ein dreimaliges Aufleuchten der Blinkleuchten zur Folge hat. Wenn bei einem Unfall der Airbag ausgelöst wurde, schaltet sich automatisch die Warnblinkanlage ein.

Sonderausstattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Crafter ist eine Vielzahl von zusätzlichen Ausstattungen verfügbar:

  • Regensensor
  • beheizbare Frontscheibe
  • Zentralverriegelung
  • Diebstahlwarnanlage mit Innenraumüberwachung und Abschleppschutz
  • Einparkhilfe
  • Reifendruckkontrolle
  • Radio- und Navigationssysteme
  • Telefon
  • Fahrtenschreiber
  • Radio
  • Geschwindigkeitsregelanlage
  • Standheizung
  • Sitzheizung
  • Rückfahrkamera

Karosserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Crafter hat in den Versionen Kasten und Kombi eine selbsttragende Ganzstahlkarosserie in Integralbauweise. Gegenüber dem LT wurde die Konstruktion in einigen Details verbessert, um die Stabilität und das Crashverhalten zu optimieren. So wurden die Säulen verstärkt und es werden Laserlöt- und Schweißverfahren eingesetzt. Einige Teile werden durch Klebeverfahren miteinander verbunden, um die Verwindungssteifigkeit zu erhöhen. Die Längsträger haben energieabsorbierende Deformationselemente, die bei einem Frontalcrash die Aufprallwucht abfangen.

Sitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrer- und Beifahrerplatz sind mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten mit Gurtkraftbegrenzer ausgerüstet. Der Beifahrerplatz kann als Mehrausstattung mit einer Doppelsitzbank versehen werden. Der Kombi hat im Fahrgastraum zwei Sitzreihen mit Doppelsitzbänken, die dritte Sitzbank hat drei Plätze. An allen Sitzplätzen befinden sich 3-Punkt-Gurte, auf Wunsch können die Doppelsitzbänke mit Isofix-Halterungen für Kindersitze versehen werden.

Insassenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bodenstruktur wurde im Vergleich zum LT verstärkt, um die Fahrgäste besser zu schützen. Serienmäßig ist beim Crafter ein Fahrerairbag eingebaut, Beifahrer- und Kopfairbag sind als Sonderausstattung lieferbar. Für das Fahrerhaus gibt es pyrotechnische Gurtstraffer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volkswagen Crafter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Bauer (2015):MAN Transporter auf Crafter-Basis - MAN und VW kooperieren. Abgerufen am 7. April 2016.