Vaginalverkehr

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Eine Vagina umschließt einen Penis: Voraussetzung für einen Vaginalverkehr (Penetration in Missionarsstellung)

Mit Vaginalverkehr (von lateinisch vagina, deutsch Scheide und Verkehr aus Geschlechtsverkehr) wird eine gemischtgeschlechtliche menschliche körperliche Vereinigung mit dem Einführen eines erigierten Penis in die Vagina einer Frau bezeichnet.

Gesellschaftliche Bewertung

Darstellung des Vaginalverkehrs zur Illustration in einer Kamasutra-Ausgabe

Vaginalverkehr wird von vielen als die „normale“ Form des Geschlechtsverkehrs zwischen heterosexuellen Partnern betrachtet. Je nach Sexualmoral wird eine vollzogene Eheschließung als kulturelle Voraussetzung angesehen; umgekehrt wird der Vaginalverkehr als (sexueller) „Vollzug der Ehe“ bezeichnet. Hygienische oder kulturelle Gründe bedingen unter Umständen einen Verzicht auf den Verkehr während der Menstruation der Frau.

Durchführung

Voraussetzungen für einen natürlichen, freiwilligen und vor allem schmerzlosen Vaginalverkehr sind in der Regel die Feuchtigkeit der Vagina (umgangssprachlich: feucht sein), welche entweder durch ihre natürliche Sekretion bei sexueller Erregung entsteht oder auch durch Gleitcremes o. Ä. herbeigeführt werden kann sowie ein erigierter Penis. Ein Samenerguss des Mannes im Laufe des Vaginalverkehrs ist im Allgemeinen eine der wesentlichen Voraussetzungen für die natürliche Zeugung von Nachkommen.

Aus biomechanischer Sicht wird der Stütz- und Bewegungsapparat in den verschiedenen Sexualpositionen in unterschiedlichem Ausmaß belastet. Zentral dürften dabei die Wirbelsäule und die Gelenke und Muskeln des Beckenrings bzw. Beckenbodens sein.[1] Entsprechende körperliche Beeinträchtigungen (Invalidität) vorausgesetzt, sind entsprechende Sexualpositionen nach den Möglichkeiten aus den orthopädisch bzw. degenerativen Einschränkungen her auszuwählen.

Infektionsgefahren

Beim Vaginalverkehr kann es zu einer Ansteckung mit HIV oder mit einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung kommen, wenn einer der beiden Geschlechtspartner infiziert ist. Bei HIV ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung vom Mann auf die Frau durch die Verletzbarkeit ihrer Schleimhäute höher als umgekehrt. Während der Regelblutung erhöht sich das Risiko für beide Partner. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch, wenn krankhafte Veränderungen oder Wunden in der Scheide oder am Penis vorliegen.

Um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beim Vaginalverkehr mit unbekannten Personen oder Personen, die einer HIV-Risikogruppe angehören, Kondome zu verwenden, wobei dann gegebenenfalls nur Silikon-Öle oder Gleitmittel auf Wasserbasis benutzt werden dürfen, da normales Öl das Latex des Kondoms angreifen und eventuell zerstören würde.

Die Gesundheitsämter bieten außerdem kostenlos anonyme HIV-Tests an. Wenn vor dem ersten Intimkontakt bei beiden Partnern eine Infektion medizinisch ausgeschlossen wurde, kann auf die Verwendung des Kondoms verzichtet werden, es sei denn es soll der Empfängnisverhütung dienen.

Siehe auch

Literatur

  • Wilhelm Reich: Triebbegriffe von Forel bis Jung, Der Koitus und die Geschlechter. In: Zeitschrift für Sexualwissenschaft. 1921
  • K. Herold: Trotz Kinderwunsch seltener Verkehr. In: Sexualmedizin 19. 1990, S. 680–684

Weblinks

 Commons: Vaginalverkehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Vaginalverkehr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Natalie Sidorkewicz, Stuart M. McGill: Male Spine Motion During Coitus Implications for the Low Back Pain Patient. SPINE Volume 39 , Number 20 , pp 1633 - 1639 [1]