Vale (Unternehmen)

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Vale S.A.

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Rechtsform Sociedade Anônima
Aktiengesellschaft (Brasilien)
ISIN BRVALEACNOR0
Gründung 1. Juni 1942 privatisiert 1997
Sitz Rio de Janeiro, BrasilienBrasilien Brasilien
Leitung Eduardo de Salles Bartolomeo (CEO ad interim)[1]
Mitarbeiterzahl 83.286 (2013)[2]
Umsatz 34,09 Mrd. USD (2017)[2]
Branche Rohstoffe
Website www.vale.com

Ehemaliges Logo bis 2007
Eisenerztagebau Carajás in Pará, 2009

Die Vale S.A., ehemals Companhia Vale do Rio Doce (CVRD), mit Sitz in Rio de Janeiro, ist neben der Rio Tinto Group und BHP Billiton eines der drei größten Bergbauunternehmen der Welt.

Mit einem Umsatz von 34,1 Mrd. US-Dollar, bei einem Gewinn von 4,6 Mrd. USD, steht Vale laut den Forbes Global 2000 auf Platz 132 der weltgrößten Unternehmen (Stand: Geschäftsjahr 2017). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von ca. 77 Mrd. USD.[3]

Aktie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktie wird an der Madrider Börse, der Frankfurter Börse, der NYSE und der Bovespa in São Paulo gehandelt. Das Unternehmen ist im Bovespa-Index gelistet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vale wurde 1942 als staatseigener Betrieb Companhia Vale do Rio Doce (CVRD) in Itabira gegründet. 1997 wurde das Unternehmen privatisiert.[4] Durch die Übernahme des brasilianischen Bergbauunternehmens Caemi (am 31. März 2006) und des kanadischen Unternehmens Inco (am 24. Oktober 2006) stieg CVRD zum zweitgrößten Bergbauunternehmen der Welt auf. Am 29. November 2007 nannte sich CVRD in Vale um und dessen kanadische Tochtergesellschaft CVRD Inco in Vale Inco.[5] Im März 2008 scheiterte die Übernahme des schweizerisch-britischen Bergbaukonzerns Xstrata am Einfluss des Xstrata-Großaktionärs Glencore.

Eisenerz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vale ist mit einem Marktanteil von 35 Prozent der größte Eisenerz-Exporteur der Welt. Durch diese beherrschende Marktstellung hat Vale einen großen Einfluss auf den Weltmarktpreis für Eisenerz. Da das meiste Erz in Brasilien gefördert wird, hat Vale einen doppelten Wettbewerbsvorteil: Zum einen sind die Lohnkosten in Brasilien sehr niedrig, zum anderen erhebt der brasilianische Staat nur wenig Steuern. Etwa 55 % seines Gewinns erwirtschaftet Vale mit Eisenerz.[6]

Vale hält 50 % an Samarco Mineração, einem Gemeinschaftsunternehmen mit BHP Billiton.

Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug des Vale-Konzerns
Zwei große Eisenbahnkonzessionen von Vale: die Ferrovia Centro-Atlântica und die Ferrovia Vitória a Minas

Vale ist auch einer der größten Transportkonzerne Brasiliens.

Der Konzern betreibt

Vale zählt deshalb auch zu einem der führenden Logistikunternehmen Brasiliens.

Weitere Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickel ist seit der Übernahme des kanadischen Unternehmens Inco am 24. Oktober 2006 mit einem Anteil am Gewinn von etwa 35 % das zweite Hauptstandbein des Unternehmens. Daneben fördert Vale auch Kupfer, Platin, Gold, Silber, Kohle und Bauxit.

Außerdem hielt Vale bis 2010 mehr als 50 % Anteil am größten brasilianischen Aluminiumproduzenten Alunorte, der im Staate Pará eine eigene Verladeanlage in Vila do Conde bei Belém betreibt.[10] Im Mai 2010 verkaufte Vale sein Aluminiumgeschäft an den norwegischen Konkurrenten Norsk Hydro.[11]

Vale ist mit 27 % am Stahlwerk ThyssenKrupp CSA beteiligt.[12]

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samarco Mineração, die zu 50 % Vale gehört, ist für den Dammbruch von Bento Rodrigues am 5. November 2015 verantwortlich, laut der brasilianischen Umweltministerin Izabella Teixeira der „schlimmste Umweltunfall in der Geschichte des Landes“.[13] Die gerichtliche Klärung der Haftung für den Vorfall und Zahlungen etwa an die brasilianische Regierung stehen noch aus, aber beide Muttergesellschaften haben die Übernahme der Kosten (ca. 5 Mrd. US-Dollar) zugesagt, falls die Tochter nicht zahlungsfähig sein sollte.[14]

Am 25. Januar 2019 ist im Bundesstaat Minas Gerais erneut ein Absetzbecken gebrochen. Die sich daraus entwickelnde Schlammlawine zerstörte weite Teile der Kleinstadt Brumadinho. Nach dem Dammbruch von Brumadinho wurden bis zum 26. Januar 2019 neun Tote geborgen.[15] Die lokalen Behörden gehen von etwa 200 bis 300 Opfern aus, da außer etwa 150 vermissten Arbeitern auch viele weitere Menschen im überschwemmten Gebiet lebten.[16] 2018 hatte der TÜV Süd den Damm überprüft und Maßnahmen zur Stabilisierung angeregt. Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Dammbruch empfohlen den Vorstandsvorsitzenden Fabio Schvartsman und weitere Führungskräfte zu entlassen. Schvartsman und weitere hochrangige Mitarbeiter traten Anfang März zurück.[17]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vale wurden öfters Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung vorgeworfen.[18][19][20][21][22][23] Im Jahr 2012 wurde dem Konzern der Negativpreis Public Eye Award,[24][25] verliehen, da Vale den Belo-Monte-Damm bauen will. Dazu wurden 40.000 Menschen, die im Amazonasgebiet lebten, umgesiedelt und ein Großteil des Urwaldes überflutet.[26] Die deutsche Organisation für Entwicklungszusammenarbeit Misereor wirft Vale gravierende Umweltzerstörungen beim Eisenerzabbau im Amazonasgebiet vor.[27]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.vale.com/EN/aboutvale/news/Pages/vale-on-temporary-removal-of-its-executives.aspx
  2. a b Vale Annual Report 2013 (Memento des Originals vom 14. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vale.com nach Form 20-F, abgerufen am 26. Februar 2015
  3. Vale on the Forbes Global 2000 List. In: Forbes. (forbes.com [abgerufen am 18. Juli 2018]).
  4. Privatization of Companhia Vale do Rio Doce S.A. (CVRD), auf http://www.fuqua.duke.edu, abgerufen am 8. August 2015
  5. Vale: Global Brand Unification (Memento des Originals vom 1. April 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vale.com vom 29. November 2007
  6. Godmode-Trader: Compania Vale do Rio Doce: Nicht nur Samba und Karneval@1@2Vorlage:Toter Link/www.godmode-trader.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. vom 31. Oktober 2007.
  7. http://www.transportes.gov.br/Modal/Ferroviario/Anuario2001/EFVM.htm
  8. http://www.transportes.gov.br/Modal/Ferroviario/Anuario2001/EFC.htm
  9. http://www.transportes.gov.br/Modal/Ferroviario/Anuario2001/FNS.htm
  10. Acionistas@1@2Vorlage:Toter Link/www.alunorte.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – Aktionäre der Alunorte
  11. reuters.com, 3. Mai 2010.
  12. Einweihungsfeier bei ThyssenKrupp CSA
  13. Samarco spricht von Gefahr weiterer Dammbrüche. In: BrasilNews. 18. November 2015, abgerufen am 28. November 2015.
  14. Reuters
  15. Chega a nove número de mortos pelo rompimento de barragem em Minas. In: com.br. Agência Brasil, 26. November 2019, abgerufen am 26. Januar 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  16. "Mit Sicherheit sind viele Opfer zu beklagen". In: tagesschau.de. 26. Januar 2019, abgerufen am 26. Januar 2019.
  17. Dammbruch in Brasilien: Konzernchef tritt zurück orf.at, 3. März 2019, abgerufen 3. März 2019.
  18. http://www.justicanostrilhos.org/nota/888
  19. http://www.fidh.org/How-much-are-human-rights-worth-in
  20. http://www.fidh.org/IMG/pdf/resume_Bresil_UK-LD2-2.pdf (englische Zusammenfassung)
  21. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 31. Januar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fidh.org (Gesamtbericht, bras. portugiesisch)
  22. http://www.crocodyl.org/wiki/cvrd_vale
  23. http://www.minesandcommunities.org/article.php?a=10075
  24. Public Eye 2012: Schmähpreise gehen an Barclays und Vale. In: publiceye.ch. Public Eye, 27. Januar 2012, abgerufen am 4. Februar 2019.
  25. http://www.business-humanrights.org/Links/Repository/1010601/jump
  26. greenpeace.de (Memento des Originals vom 27. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.greenpeace.de
  27. Studie „Vom Erz zum Auto“, S. 13 (Memento des Originals vom 4. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.misereor.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien