Valenciakärpfling

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Valenciakärpfling
Samaruc a l'aula de la natura, parc de Marxalenes.JPG

Valenciakärpfling (Valencia hispanica)

Systematik
Überordnung: Ährenfischverwandte (Atherinomorphae)
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Unterordnung: Cyprinodontoidei
Familie: Valenciidae
Gattung: Valencia
Art: Valenciakärpfling
Wissenschaftlicher Name
Valencia hispanica
(Valenciennes, 1846)

Der Valenciakärpfling (Valencia hispanica) ist ein kleiner Süßwasserfisch, der in Süßgewässern und im Brackwasser nah der spanischen Mittelmeerküste zwischen Tortosa an der Ebromündung und Cabo de San Antonio beheimatet ist und Tümpel, Gräben und langsam fließende Bäche bewohnt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Valenciakärpfling erreicht eine Körperlänge von 8 cm, hat einen gedrungenen, seitlich leicht abgeflachten Körper mit flacher Kopf- und Rückenpartie und wird maximal 4 Jahre alt. Männchen sind gelblich bis rotbraun und schimmern leicht metallisch, grünlich oder bläulich, der Bauch ist gelblich weiß. Auf den Körperseiten zeigen sich zahlreiche schmale, dunkle Querstreifen. Die Schuppen haben teilweise dunkle Ränder. Oberhalb der Brustflossen findet sich ein dunkler Fleck. Die Flossen sind gelb oder orange. Weibchen sind hellbraun, hellgelb bis weißlich, ohne Schulterfleck und haben transparente Flossen.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Valenciakärpfling lebt in stehenden und langsam fließenden, in den meisten Fällen stark bewachsenen Gewässern und ernährt sich von kleinen Wirbellosen, vor allem von kleinen Krebstieren und Insektenlarven und von pflanzlichem Material. Die Fische laichen von April bis Juni bei einer Wassertemperatur von 20 bis 24 °C. Das Weibchen legt etwa 200 bis 250 Eier, die einen Durchmesser von 2,5 mm haben, an Wasserpflanzen nah der Wasseroberfläche. Die Jungfische schlüpfen nach 12 bis 14 Tagen.

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art ist durch Habitatzerstörung, Gewässerverschmutzung und eingeführte Nahrungskonkurrenten, vor allem Gambusia holbrooki, bedroht. Ein früher bei Perpignan in Frankreich vorkommender Bestand ist inzwischen erloschen. Die IUCN führt den Valenciakärpfling als „Critically Endangered“ (vom Aussterben bedroht). Im Appendix II der Berner Konvention wird zur „strictly protected fauna“ gezählt.

Der Valenciakärpfling wird von der Europäischen Union in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt und gilt damit als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung von den Mitgliedsstaaten besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhold Bech: Eierlegende Zahnkarpfen. Neumann Verlag, Leipzig - Radebeul, 1984, VLN 151-310/52/84
  • Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. Urania-Verlag, 1990, ISBN 3-332-00109-4
  • Fritz Terofal: Steinbachs Naturführer, Süßwasserfische. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-80014-296-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Valencia hispanica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien