Valentin Clastrier

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Valentin Clastrier (* 1947 in Nizza) ist ein französischer improvisierender Musiker, er spielt elektro-akustische Alto-Drehleier und lebt in Ennordres im Département Cher.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clastrier spielte 1968 bis 1969 im Musical Der Mann von La Mancha (L'Homme de la Mancha)[1], mit Jacques Brel in der Titelrolle, sowie um 1970 mehrere Jahre gemeinsam mit dem französischen Sänger und Musik-Komiker Ricet Barrier[2].

Der Musiker mit klassischer Ausbildung an der Trompete wechselte um 1970 zur Drehleier. Dabei näherte er sich dem Instrument, ohne den Weg über das in Frankreich üblicherweise mit der Drehleier verbundene traditionelle Repertoire zu nehmen. 1987 wurde er „der andere Drehleierspieler“; gemeinsam mit dem Instrumentenbauer Denis Siorat arbeitete er an einer maßgeblichen Weiterentwicklung der Drehleier. Seit 2006 entwickelte Clastrier mit Wolfgang Weichselbaumer einen weiteren Prototyp. Das neue Instrument eröffnet völlig neuartige Möglichkeiten in Klangdynamik und Spieltechnik vor allem auch im akustischen Bereich.

Seine frühe Musik ist von asiatischen Einflüssen geprägt (La vielle à roue de l'imaginaire, 1982 – Grand Prix du Disque der Académie Charles-Cros) und entwickelt sich hin zu experimentelleren Klängen (Hérésie, 1992). Dabei kombiniert Clastrier vor allem die Spieltechnik der Drehleier mit Elementen des Jazz.

In seinem Buch La vielle & l'univers de l'infinie roue-archet[3], entwickelt er eine neue Sichtweise auf die Drehleier, er beschreibt seine Technik der Tastatur und des Strichs bzw. der rechten Hand, sowie ein Schriftsystem zur vollständigen Notation. Diese „nicht-methodische Methode“ ist das Ergebnis einer langjährigen Entwicklung, während der Clastrier im Kontakt mit zeitgenössischer Musik (etwa von Olivier Messiaen) eine neue Praxis des Instruments entwickelt.

Valentin Clastrier gilt heute dank seiner Virtuosität und spieltechnischen Innovationen als der unbestrittene Meister des Instruments, er ist seit 1984 Träger des durch das französische Kulturministerium verliehenen Ordens Chevalier des Arts et des Lettres.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La vielle à roue de l'imaginaire (1982)
  • Les esprits de la nuit (1987, Auvidis), mit den Philarmonistes de Châteauroux et Migrations
  • Grands maîtres de la vielle à roue (1987)
  • Hérésie (Silex 1991) mit Michael Riessler, Louis Sclavis, Michel Godard, Jean-Louis Matinier, Gérard Siracusa
  • Nos amis les hommes 423 (1992), mit Jean-Jacques Birgé und Bernard Vitet (Un drame musical instantané, Opération Blow-Up)
  • Michael Riessler: Héloise (1993), mit Michel Godard, Rabih Abou-Khalil, Brigitte Sylvestre, Gaston Sylvestre, Jean-Louis Matinier, Renaud Garcia-Fons, Gérard Siracusa, Carlo Rizzo
  • Le bûcher des silences (Silex 1994), mit Godard, Matinier, Riesler, Siracusa
  • Michael Riessler: Tentations d'Abélard (1995), mit Godard, Marco Ambrosini, Brigitte und Gaston Sylvestre, Matinier, Garcia-Fons, Siracusa, Rizzo, Robby Ameen
  • Palude (1995), mit Michael Riessler und Carlo Rizzo
  • Holl a-grevret (2002), live, mit dem Ensemble von Denez Prigent
  • Irvi (2002), mit dem Ensemble von Denez Prigent
  • Sarac’h (2003), mit dem Ensemble von Denez Prigent
  • Le Roman de Renart (2004) mit Jean Rochefort als Erzähler
  • Baldo Martínez Projecto Miño (2007), mit Maite Dono, Germán Díaz, Chiaki Mawatari, David Herrington, Antonio Bravo, Alejandro Pérez, Pedro López, Carlos Castro
  • Les chants de Mandrin (2010) Soundtrack zu einem Film von Rabah Ameur-Zaïmeche
  • Valentin Clastrier (2013, Innacor Records)

Buch-Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La vielle & l'univers de l'infinie roue-archet, Modal, coll. "Etudes" (2006), mit DVD, ISBN 2-910432-36-X

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.valentinclastrier.com, Biografie (englisch)
  2. Ricet Barrier
  3. La vielle & l'univers de l'infinie roue-archet, siehe Publikationen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]