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Valentin von Rätien

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Valentin (links) in einem Wallfahrtsbild (um 1480)

Der heilige Valentin von Rätien (* vor 435; † um 475 in Mais, nahe dem heutigen Meran) war einer der ersten Bischöfe von Passau.

Valentin lebte laut seiner im 12. Jahrhundert verfassten und größtenteils ohne Quellenbasis erzählten Vita zur Zeit der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert. Laut dieser Vita war er von niederländischer Herkunft und kam um 435 nach Passau. Durch Papst Leo den Großen wurde er zum Bischof geweiht und als Bischof von Rätien eingesetzt, einem Gebiet zwischen St. Gotthard, Chur, Brixen, Regensburg und Passau. Er bemühte sich um die Mission der dortigen Bevölkerung, die zwar schon christlich war, jedoch durch die Umstände der Zeit sich wieder mit dem Heidentum vermischt hatte oder der arianischen Lehre anhing. Mit seinen Bemühungen hatte er jedoch keinen Erfolg. Er wurde schließlich aus Passau verjagt, führte daraufhin ein Leben als Wandermissionar und starb um 475 als Einsiedler auf dem Zenoberg in der Burg Mais. Hier wurde er zuerst bestattet. Über sein tatsächliches Leben ist nur wenig bekannt.[1] Die Vita Severini des Eugippius erzählt in Kapitel 41 von einem Valentinus, Bischof beider Rätien. Dieser könnte mit dem in der Burg Mais verehrten und begrabenen heiligen Valentin ident sein. Laut Arbeo von Freising wurde der Heilige nach Trient und später nach Passau verbracht, wo er seitdem verehrt wird.[2]

Valentin gilt als Helfer gegen Epilepsie, Krämpfe, Gicht und Viehseuchen. Das Patronat gegen Epilepsie teilt er sich mit Valentin von Terni. Dargestellt wird er als Bischof mit einem zu seinen Füßen liegenden kranken Kind (Patronat gegen Epilepsie). Die ehemalige selbstständige Gemeinde Tenna führte ihn bis zur Gemeindefusion im Wappen.

Im Auktionssaal des alten Merkantilgebäudes von Bozen befindet sich seit 2003 das vom Akademiemaler Eugen Blaas 1863 ursprünglich für die St. Valentinskirche in Obermais bei Meran gemalte große Ölbild Der heilige Valentin predigt den Rätern. Das im Auftrag der Gräfin Esterházy von Weißenwolf geschaffene überdimensionale Werk (8,24 : 3,60 m) stellt in historistischer Weise den Heiligen bei der Bekehrung der rätischen Urbevölkerung Tirols dar.

Im Bistum Passau wird Valentin als einer der Bistumspatrone verehrt. Sein Reliquienschrein ist auf dem ersten Altar im rechten Seitenschiff des Doms ausgestellt.

Commons: Valentin von Rätien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Valentin Diözesanpatron des Bistums Passau. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
  2. Joachim Jahn, 1991, S. 158.
  3. Congregatio de Cultu Divino et Disciplina Sacramentorum 59,17.