Valle Maggia

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Die Maggia im Valle Maggia

Das Valle Maggia, deutsch Maggiatal, früher Meiental, Mayenthal, ist ein Tal im Schweizer Kanton Tessin.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maggia bei Lodano

Das Tal wird vom Fluss Maggia durchflossen und erstreckt sich von Locarno am Lago Maggiore etwa 50 km weiter nach Norden. Es entsteht bei der Vereinigung der Seitentäler Valle Bavona von rechts und Val Lavizzara von links beim Dorf Cavergno. Das Tal und die Nebentäler liegen im Bezirk Vallemaggia.

Grössere Gemeinden im Tal sind Lavizzara, Avegno-Gordevio, Maggia, Sott Piodau und Cevio.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Valle Maggia

Vom 1907 bis 1965 verkehrte die Maggiatalbahn zwischen Locarno und Bignasco in der Valle Maggia. Nach deren Stilllegung wurde die Trasse teilweise zur Verbreiterung der Talstrasse genutzt. Geplant war damals ein Strassentunnel ins obere Valle Leventina, der jedoch nie verwirklicht wurde.

Naturstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionelles Rustico im Valle Maggia. Das Dach ist mit Granitplatten gedeckt

Das Handwerk rund um den Stein hat hier eine jahrhundertealte Tradition. Seit jeher war Stein neben Holz das wichtigste Baumaterial. Es wird ein graues feinkörnig-kristallines Gestein gewonnen, das meist als Granit bezeichnet wird. Es dürfte sich jedoch eher um einen Gneis handeln, sonst wäre das Material auch nicht so leicht zu spalten.[1] Dieser Stein wird hier in so vielfältiger Weise verwendet, wie in nur wenigen anderen Regionen. Die traditionellen Häuser sind mit schweren Steinplatten eingedeckt. Sogar Pfosten für Weinreben oder Pergolas werden daraus gefertigt.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist der Marmor aus dem Pecciatal, in der Gemeinde Lavizzara.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Frisch lässt den Protagonisten seines Buches Der Mensch erscheint im Holozän eine Wanderung vom nahe gelegenen Valle Onsernone über den Passo della Garina nach Aurigeno im Maggiatal unternehmen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Bachmann: Vallemaggia. Wandern in einem spektakulären Tessiner Tal. Rotpunktverlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-85869-480-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Valle Maggia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eidgenössische Technische Hochschule Zürich Materialsammlung: Gneis!: ein Schweizer Gestein im Kontext der Architektur. ETH Zurich, 2016 (ethz.ch [abgerufen am 13. Januar 2021]).

Koordinaten: 46° 15′ 0″ N, 8° 42′ 0″ O; CH1903: 697271 / 122844