Vallo di Nera

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Vallo di Nera
Kein Wappen vorhanden.
Vallo di Nera (Italien)
Vallo di Nera
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Perugia (PG)
Koordinaten 42° 45′ N, 12° 52′ OKoordinaten: 42° 45′ 0″ N, 12° 52′ 0″ O
Höhe 333 m s.l.m.
Fläche 36,03 km²
Einwohner 360 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 10 Einw./km²
Postleitzahl 06040
Vorwahl 0743
ISTAT-Nummer 054058
Volksbezeichnung Vallani, Piedipaternini (Ortsteil Piedipaterno)
Schutzpatron San Giovanni Battista (24. Juni)
Website Gemeinde Vallo di Nera
Panorama von Vallo di Nera
Panorama von Vallo di Nera

Vallo di Nera ist eine italienische Gemeinde mit 360 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der Provinz Perugia in der Region Umbrien und ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage von Vallo di Nera in der Provinz Perugia

Die Gemeinde erstreckt sich über rund 36 km². Sie liegt etwa 200 km südöstlich von Florenz und rund 60 km südöstlich von Perugia. Der Ort liegt im Valnerina-Tal und am Fluss Nera.

Zu den Ortsteilen zählen Geppa (559 m s.l.m.), Meggiano (769 m s.l.m.), Montefiorello (725 m s.l.m.), Paterno (605 m s.l.m.), Piedilacosta (872 m s.l.m.) und Piedipaterno (333 m s.l.m.).[3]

Die Nachbargemeinden sind Campello sul Clitunno, Cerreto di Spoleto, Poggiodomo, Sant’Anatolia di Narco und Spoleto.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste menschliche Ansiedlungen in dem Ort gehen auf das Jahr 800 v. Chr. zurück, als die Naharci kleine Siedlungen bewohnten. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung Nahar, die dem heutigen Fluss Nera den Namen gab. Ab 200 v. Chr. dominierten die Römer das Gebiet. 1177 gelang der Ort unter die Feudalherrschaft des Grafen von Spoleto, Corrado di Hursligen. Spoleto erlaubte Vallo am 8. September 1217 den Bau einer Burg und bot Schutz an, forderte aber dafür Steuern. So geriet der Ort in den Einflussbereich von Spoleto. Die Burg wurde aber bereits im selben Jahrhundert vom Kirchenstaat eingenommen. Zwischen 1361 und 1490 war Vallo der bevölkerungsreichste Ort im Valnerina-Tal, aus dieser Zeit stammen die meisten der kirchlichen und zivilen Bauten und die ersten Stadtviertel außerhalb der Stadtmauern, wie das Borgo Santa Maria (14. Jahrhundert) oder später Borgo Casali (15. Jahrhundert). Um 1522-23 nahm Vallo mit weiteren Gemeinden des Valnerina-Tals an einem Aufstand gegen Spoleto teil, dieser wurde blutig niedergeschlagen. 1860 wurde der Ort mit dem Gemeindestatut ausgestattet und ins Königreich Italien integriert. 1880 wurden die bis dahin autonomen Gemeinden Meggiano und Piedipaterno zum Ort Piedipaterno sul Nera umbenannt und ein Jahr später dem Gebiet von Vallo zugesprochen. Der drei Kilometer von Vallo entfernte Ortsteil beheimatet heute die Gemeindeverwaltung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Chiesa di San Giovanni Battista im historischen Ortskern
Die Kirche Chiesa di Santa Maria im historischen Ortskern
  • Chiesa di San Giovanni Battista, Kirche Kirche im Ortskern aus dem 13. Jahrhundert, teilweise neugestaltet im 16. Jahrhundert. Enthält Fresken von Jacopo Siculo (u. a. Transito della Madonna, auch Dormitio Virginis genannt, 1536, sowie Incoronazione e Morte della Vergine, Apsis).[4]
  • Chiesa di Santa Maria, im 13. Jahrhundert von den Franziskanern errichtete Kirche. Berühmt ist die Kirche hauptsächlich durch die hohe Anzahl der Fresken im Innenraum, darunter Werke des Cola di Pietro (Processione dei Bianchi, 1401 entstanden) und des Maestro di Eggi aus dem 14. und 15. Jahrhundert.[5]
  • Chiesa di Santa Caterina, der hl. Katharina von Siena gewidmete Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Enthält hinter dem Altar des Fresko Madonna con Bambino e Santa Caterina (15. Jahrhundert) und auf dem Altar das Leinwandgemälde Sposalizio mistico di Santa Caterina con i Santi Pietro, Paolo, Giovanni Battista e Nicola da Tolentino (17. Jahrhundert).[6]
  • Chiesa di San Rocco (auch Immagine del Trivio genannt), Kirche aus dem 15. Jahrhundert, die sich im Borgo Casali knapp außerhalb der Stadtmauern befindet. Der Portikus entstand 1680, am Altar befinden sich Fresken, die dem Maestro di Eggi zugeschrieben werden.[7]
  • Immagine delle Forche (auch Madonna della Neve), Kapelle aus dem 15. Jahrhundert außerhalb des Ortes auf dem Feldweg nach Castel San Felice. Enthält Fresken des Jacopo Zabolino aus dem Jahr 1494.[8]
  • Chiesa di Santo Stefano, Kirche im Ortsteil Geppa. Enthält das Leinwandgemälde Madonna del Rosario aus dem 17. Jahrhundert.[9]
  • Chiesa di San Michele Arcangelo, Kirche im Ortskern von Meggiano, 17. Jahrhundert.
  • Chiesa di Santa Maria Pedemonte, Kirche am Friedhof von Meggiano, 13. Jahrhundert.
  • Chiesa di San Giusto, Kirche außerhalb von Paterno, 13. Jahrhundert.
  • Chiesa di San Sebastiano, Kirche in Piedipaterno, 13. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vallo di Nera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 13. August 2017 (italienisch).
  3. Offizielle Website des ISTAT (Istituto nazionale di statistica) 2001 zu den Orten der Provinz Perugia, abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)
  4. I Luoghi del Silenzio: Chiesa di San Giovanni Battista – Vallo di Nera. Abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)
  5. I Luoghi del Silenzio: Chiesa di Santa Maria – Vallo di Nera. Abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)
  6. I Luoghi del Silenzio: Chiesa di Santa Caterina – Vallo di Nera (PG). Abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)
  7. I Luoghi del Silenzio: Chiesa di San Rocco o Immagine del Trivio – Vallo di Nera (PG). Abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)
  8. I Luoghi del Silenzio: Immagine delle Forche – Vallo di Nera (PG). Abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)
  9. lavalnerina.it zur Kirche Santo Stefano in Geppa, abgerufen am 9. Juli 2019 (italienisch)