Valve Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Valve Corporation
Logo
Rechtsform Corporation
Gründung 1996
Sitz Bellevue, Washington, USA
Leitung Gabe Newell (CEO)
Mitarbeiter 330 (April 2013)[1]
Branche Softwareentwicklung und Hardwareentwicklung
Website valvesoftware.com
Lobby-Bereich der Büroräume von Valve, in welche die Firma im Jahr 2010 gezogen ist.

Valve [vælv] (engl. „Ventil“) ist ein Softwareunternehmen mit Sitz in Bellevue im US-amerikanischen Bundesstaat Washington. Valve wurde 1996 von Gabe Newell und Mike Harrington, vormals zwei hochbezahlte Mitarbeiter von Microsoft, gegründet, mit der Absicht, innovativere Spiele zu entwickeln, als es bei Microsoft möglich gewesen wäre.

Das Unternehmen entwickelte zunächst ausschließlich Computer- und Konsolenspiele und etablierte sich 1998 mit Half-Life bis heute auf dem Computerspielemarkt. Valve expandierte mit der Veröffentlichung der Internet-Vertriebsplattform Steam im Jahr 2003 jedoch im nächsten Jahrzehnt zu einem digitalen Publisher für Spiele und Software. Im Jahr 2013 veröffentlichte Valve mit SteamOS ein kostenloses Betriebssystem basierend auf der Linux-Distribution Debian. SteamOS wurde ab dem Jahr 2015 bei den Steam Machines - einer Serie von Komplettsystemen, welche mit diversen Kooperationspartnern entwickelt wurden - von Werk aus installiert. Wie auch bei den Steam Machines kooperiert Valve bei eigenen Hardware-Projekten mit anderen Unternehmen, so wurde die Virtual-Reality-Brille Vive mit HTC entwickelt und vermarktet.

Half-Life[Bearbeiten]

Hauptartikel: Half-Life

Bekannt wurde Valve im November 1998 durch den Erfolg ihres Erstlingswerks Half-Life. Das Spiel konnte dem Genre der Ego-Shooter neue Impulse verleihen und wurde später durch die Community auch um zahlreiche Mods wie zum Beispiel Counter-Strike, Team Fortress Classic oder Day of Defeat erweitert. Insbesondere Counter-Strike ist einer der meistgespielten Online-Taktik-Shooter im Internet.

Valve brachte auch eine Einzelspielerversion von Counter-Strike mit dem Namen Counter-Strike: Condition Zero (CS:CZ) auf den Markt. Letzten Endes wurde Condition Zero von Ritual Entertainment und den Turtle Rock Studios entwickelt. Erstere haben die „Deleted Scenes“ – einige Einzelspieler-Missionen – zum Spiel beigesteuert.

Half-Life 2[Bearbeiten]

Hauptartikel: Half-Life 2

Im Jahre 2004 kam eine weitere Version von Counter-Strike auf den Markt, Counter-Strike: Source, welches der Verkaufsversion von Half-Life 2 beilag. Zu der Mod Day of Defeat kam 2006 ebenfalls eine neue Version mit der von Valve eigenen Spiele-Engine Source auf den Markt.

Anfang Oktober 2003 gab Gabe Newell, Gründer und Geschäftsführer von Valve, bekannt, dass Unbekannte in die Unternehmensserver eingedrungen waren und den Quellcode von Half-Life 2 gestohlen und im Internet lanciert hatten.[2] Kurz darauf wurde der Veröffentlichungstermin auf unbestimmte Zeit verschoben. Es gab mehrere Meldungen, dass die Entwicklung des Spiels abgeschlossen sei, welche sich aber allesamt als Falschmeldungen herausstellten. In diesem Zusammenhang wurde Half-Life 2 oft als Vaporware bezeichnet. Schon 2003 bekam das Spiel den „Vaporware Award“ des US-amerikanischen Magazins Wired. Am 16. November 2004 erschien Half-Life 2 dann aber schließlich doch noch und konnte an die Erfolge des Vorgängers anschließen und verkaufte sich über sechs Millionen Mal.

Orange Box[Bearbeiten]

Die Spiele-Compilation Orange Box für Xbox 360 und PC wurde am 10. Oktober 2007 veröffentlicht, nachdem der Gold-Status Ende September bestätigt wurde.[3] Neben den erstmals veröffentlichten Titeln Portal, Half-Life 2: Episode Two und Team Fortress 2 (erstmals angekündigt 1998) enthält die Sammlung Half-Life 2 und Half-Life 2: Episode One. Am 12. Dezember 2007 erschien auch die PlayStation-3-Version in den Vereinigten Staaten. Die Verzögerung kam zustande, da die ungewöhnliche Prozessorarchitektur die Entwickler vor Probleme stellte.[4] Valve-Chef Gabe Newell bezeichnete die PlayStation 3 damals als ein „totales Desaster“.[5] Die Spiele der deutschen Version der Orange Box sind zensiert.

Vertriebsplattform „Steam“[Bearbeiten]

Hauptartikel: Steam

Valve veröffentlichte zusammen mit Counter Strike 1.6 die Verkaufsplattform Steam, welche es erlaubt, Spiele von Valve und diversen anderen Publishern über das Internet zu kaufen. Darüber hinaus bietet die Plattform kostenlose Spiele wie Team Fortress 2, Spiele-Trailer, Demos und Programme wie etwa Source Dedicated Server, einem Server. Valve gilt mit seiner Plattform Steam als Vorreiter des Vertriebs von Spielen über das Internet. Steam wird gratis angeboten und kann von der offiziellen Seite heruntergeladen werden.

Rechtsstreit mit Vivendi[Bearbeiten]

Vor der Veröffentlichung von Half-Life 2 im Jahr 2004 gab es zwischen Valve und deren Vertriebspartner Vivendi einen Rechtsstreit, ob Half-Life 2 über Steam vertrieben werden dürfte. Den Rechtsstreit konnte Valve für sich entscheiden, da mit Vivendi schon 2001 ein Vertrag abgeschlossen wurde, der besagt, dass Valve die alleinigen Vertriebsrechte über das Internet hat. Vivendi musste außerdem eine Strafe zahlen, da sie Valve-Produkte über Internet-Cafés zur Verfügung gestellt hatten. Vivendi Universal kündigte den Vertrag mit Valve zum 31. August 2005 und seit 1. September 2005 ist Electronic Arts (EA) der Vertriebspartner für Retail-Versionen von Valve-Spielen.

Steam Machines[Bearbeiten]

Valve kündigte Ende 2012 an, derzeit an einer eigenen Videospiel-Konsole bzw. einem kompakten Mini-PC zu arbeiten, welcher in Konkurrenz zur aktuellen und kommenden Konsolengeneration stehen soll. Auch andere Hersteller sollen zur Produktion solcher Geräte ermutigt werden. Valve hat eine Kooperation mit dem PC-Hersteller Xi3 abgeschlossen, um diesen bei der Produktion eines solchen Gerätes, des Xi3 Piston, zu unterstützen, dabei handelt es sich aber nicht um Valves Steam Machines. Als Betriebssystem wird in Valves Steam Machines Linux zum Einsatz kommen. Die Steam Machine wurde erstmals auf der Consumer Electronics Show 2013 gezeigt.[6] Die Steam Machine soll ebenfalls in mehreren Varianten zu verschiedenen Preisen erhältlich sein.[7]

Siehe auch: SteamOS

HTC Vive[Bearbeiten]

Hauptartikel: HTC Vive

Am 1. März 2015 stellte HTC die HTC Vive, ein Head-Mounted Display, für die Darstellung einer virtuellen Realität vor. Die Vive ist eine Co-Produktion zwischen Valve und HTC.

Übersicht der Projekte[Bearbeiten]

Valve lizenziert die Source Engine an verschiedene Entwicklerstudios, die auf dieser Basis eigene Computerspiele entwickeln können. Dies trifft auch auf die zuvor genutzte GoldSrc-Engine zu. 2015 kündigte Valve den Nachfolger Source 2 an, die Engine wird kostenlos erhältlich sein. Auch die Online-Vertriebsplattform Steam wird von Valve entwickelt und betrieben. Seit dem Jahr 2004 ist Steam die Standard-Vertriebsplattform aller Projekte des Unternehmens.

Computerspiele[Bearbeiten]

Spielname Erstveröffentlichung Genre Plattform
Windows Mac Xbox PS2 Xbox 360 PS3 SteamOS / Linux
Half-Life 1998 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Team Fortress Classic 1999 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Ricochet 2000 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Counter-Strike 2000 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Deathmatch Classic 2001 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Day of Defeat 2003 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Counter-Strike: Source 2004 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Half-Life 2 2004 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Half-Life 2: Deathmatch 2004 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Half-Life: Source 2004 Ego-Shooter Green check.png Green check.png
Half-Life Deathmatch: Source 2005 Ego-Shooter Green check.png Green check.png
Day of Defeat: Source 2005 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Half-Life 2: Lost Coast 2005 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Half-Life 2: Episode One 2006 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Half-Life 2: Episode Two 2007 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Portal 2007 Adventure/Puzzlespiel Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Team Fortress 2 2007 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Left 4 Dead 2008 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png
Left 4 Dead 2 2009 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Alien Swarm 2010 Third-Person-Shooter Green check.png
Portal 2 2011 Adventure/Puzzlespiel Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Counter-Strike: Global Offensive 2012 Ego-Shooter Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png Green check.png
Dota 2 2013 MOBA Green check.png Green check.png Green check.png

Software[Bearbeiten]

Software-Name Erstveröffentlichung Kurzbeschreibung
GoldSrc (Goldsource) 1998 Spiele-Engine für Half-Life
Valve Anti-Cheat (VAC) 2002 Software zur Erkennung von Cheatern in Online-Spielen
Steam 2003 Internet-Vertriebsplattform für Computerspiele und Software
Source Engine 2004 Spiele-Engine für Half-Life 2
Source SDK 2004 Software Development Kit zum Entwickeln von Mods und anderen Inhalten basierend auf der Source Engine
Source Filmmaker (SFM) 2012 Software zur Erstellung von Animationen mit Valves Source Engine
VOGL 2014 Debugger für die Programmierschnittstelle OpenGL
Source 2 2015 Größere Iteration der Source Engine, welche im Jahr 2015 als Teil eines Updates für Dota 2 veröffentlicht wurde[8]

Hardware[Bearbeiten]

Software-Name Erstveröffentlichung Kurzbeschreibung
Steam Link November 2015 Netzwerkgerät, welches das Streamen von Inhalten (z.B. Computerspiele) von PCs zu Fernsehgeräten im lokalen Netzwerk ermöglicht
Steam Controller November 2015 Eigens entwickeltes Gamepad
HTC Vive April 2016 Head-Mounted Display, welches von HTC in Kooperation mit Valve entwickelt wird.

Sonstige Projekte[Bearbeiten]

Im März 2014 veröffentlichte Valve den Dokumentarfilm Free to Play kostenlos über die eigene Distributionsplattform Steam, der drei professionelle Dota-2-Spieler auf ihrem Weg zum Turnier The International begleitet

Verkaufszahlen[Bearbeiten]

Im November 2008 veröffentlichte Valve erstmals offizielle Verkaufszahlen einiger ihrer Computerspiele. Diese Zahlen beziehen sich hierbei auf die verkauften Exemplare im weltweiten Einzelhandel, die über die von Valve entwickelte Vertriebsplattform Steam erfolgten Verkäufe sind nicht bekannt.[9][10]

Die Webseite SteamSpy.com ermittelt anhand der von Valve zur Verfügung gestellten Web API eine Hochrechnung der Verkaufszahlen auf Steam, die nach eigener Aussage bis auf eine Fehlertoleranz von 0,1 % korrekt sein sollen. Ältere Titel haben mitunter eine zu niedrige Zahl, da sie keinen Steam-Zwang besaßen und somit unklar ist, wie viele Exemplare neben Steam verkauft wurden.[11]

Projekt Offizielle Zahlen SteamSpy Schätzung
Half-Life 9.300.000 5.174.170
Half-Life 2 6.500.000 8.689.277
Counter-Strike 4.600.000 11.267.594
Portal 2 4.000.000[12] 6.463.124
Half-Life 2: Orange Box 3.000.000
Counter-Strike: Condition Zero 2.900.000 8.734.547
Left 4 Dead 2 2.900.000 12.011.480
Left 4 Dead 2.500.000 3.503.484
Counter-Strike: Source 2.100.000 15.050.364
Counter-Strike Xbox 1.500.000
Half-Life 2: Episode One 1.400.000 5.374.823
Half-Life: Opposing Force 1.100.000 4.748.597
Half-Life: Blue Shift 900.000 4.737.585
Counter-Strike: Global Offensive 13.483.347
Half-Life 2: Lost Coast 13.364.260
Half-Life 2: Deathmatch 11.326.729
Portal 8.252.897
Day of Defeat 7.123.405
Ricochet 7.004.725
Day of Defeat: Source 5.887.265
Half-Life 2: Episode Two 4.793.458
Team Fortress Classic 4.783.466
Half-Life Deathmatch: Source 3.511.029
Half-Life: Source 2.399.890

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valve Software – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://blogs.seattletimes.com/brierdudley/2013/11/04/a-glimpse-of-valves-steam-machine-controller-design-and-hardware-plans/
  2. Gabe Newell: I need the assistance of the community. In: Halflife2.net Forums. 2. Oktober 2003, abgerufen am 21. Juli 2010 (englisch, Bekanntgabe des Einbruchs).
  3. Michael Mullen: Orange Box Goes Gold. In: GameDaily. 26. September 2007.
  4. David Ellis: Half-Life 2: Orange Box (PS3). In: 1UP.com. 21. November 2007, abgerufen am 21. Juli 2010 (englisch).
  5. Trineas: Gabe Newell: Wii hui, PS3 pfui! In: Half-Life Portal. 15. Januar 2007, abgerufen am 3. Januar 2008.
  6. [1]
  7. [2]
  8. HLP | News | Dota 2: Reborn Update erschienen: RIP Source 1. In: www.hlportal.de. Abgerufen am 4. Januar 2016.
  9. Trineas: Valve veröffentlicht Verkaufszahlen. In: Half-Life Portal. 16. November 2008, abgerufen am 16. November 2008.
  10. Trineas: Electronic Arts: Hohe Retail-Verkaufszahlen. In: Half-Life Portal. 9. Februar 2010, abgerufen am 31. Juli 2010.
  11. [3] (englisch, aufgerufen am 13. Juni 2015)
  12. gamasutra.com: Meldung vom 8. Mai 2012 (englisch, aufgerufen am 15. Mai 2012)