Vanadium(IV)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Struktur von Vanadium(IV)-Fluorid
__ V4+     __ F
Kristallsystem

monoklin

Raumgruppe

P21/nVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ

Gitterkonstanten

a = 534,0 pm
b = 517,0 pm
c = 538,1 pm
β = 119,89°[1]

Allgemeines
Name Vanadium(IV)-fluorid
Andere Namen
  • Vanadiumtetrafluorid
  • Vanadin(IV)-fluorid
  • Vanadintetrafluorid
Verhältnisformel VF4
CAS-Nummer 10049-16-8
PubChem 165641
Kurzbeschreibung

hellgrüner Feststoff[2]

Eigenschaften
Molare Masse 126,935 g·mol−1[3]
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,15 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

Zersetzung bei 325 °C[3]

Siedepunkt

sublimiert[3]

Löslichkeit

unlöslich in unpolaren Lösungsmitteln[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][6]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 23/24/25​‐​34
S: 28​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Vanadium(IV)-fluorid ist eine chemische Verbindung der Elemente Vanadium und Fluor. Es ist ein hellgrüner, hygroskopischer Feststoff, der sich bei 325 °C zersetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vanadiumtetrafluorid wurde 1911 erstmals von Otto Ruff und Herbert Lickfett beschrieben[7][8].

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Vanadium(IV)-fluorid kann gewonnen werden, indem man Flusssäure bei niedrigen Temperaturen auf Vanadiumtetrachlorid einwirken lässt[2][8].

\mathrm{VCl_4 + 4\ HF \longrightarrow VF_4 + 4\ HCl}
Vanadium(IV)-chlorid und Flusssäure reagieren zu Vanadium(IV)-fluorid.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Vanadium(IV)-fluorid kristallisiert in einer Schichtstruktur (monokline Symmetrie, Raumgruppe P21/nVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ), in der die Vanadiumionen oktaedrisch von Fluoridionen umgeben sind.[1] Jedes VF6-Oktaeder ist über vier Ecken mit anderen Oktaedern verknüpft.

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]

Beim Erhitzen disproportioniert Vanadium(IV)-fluorid in Vanadium(III)-fluorid und Vanadium(V)-fluorid[2]:

\mathrm{2\ VF_4 \longrightarrow VF_3 + VF_5}

Bei der Reaktion mit Säuren entsteht hochgiftiger Fluorwasserstoff, hier als Beispielsäure Salzsäure:

\mathrm{VF_4 + 4\ HCl \longrightarrow VCl_4 + 4\ HF}

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b S. Becker, B. G. Müller: Vanadiumtetrafluorid. In: Angewandte Chemie, 1990, 102, S. 427–428 (doi:10.1002/ange.19901020422).
  2. a b c d A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1547.
  3. a b c d Vanadium(IV)-fluorid auf webelements.com
  4. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. Datenblatt Vanadium(IV)-fluorid bei Acros, abgerufen am 3. September 2010.
  7. Otto Ruff, Herbert Lickfett: Beitrag zur Kenntnis der Vanadinchloride. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 1911, 44, S. 506–521, doi:10.1002/cber.19110440179.
  8. a b Otto Ruff, Herbert Lickfett: Vanadinfluoride. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 1911, 44, S. 2539–2549, doi:10.1002/cber.19110440379.