Vanadium(IV)-fluorid

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Kristallstruktur
Struktur von Vanadium(IV)-fluorid
__ V4+     __ F
Kristallsystem

monoklin

Raumgruppe

P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2

Gitterkonstanten

a = 534,0 pm
b = 517,0 pm
c = 538,1 pm
β = 119,89°[1]

Allgemeines
Name Vanadium(IV)-fluorid
Andere Namen
  • Vanadiumtetrafluorid
  • Vanadin(IV)-fluorid
  • Vanadintetrafluorid
Verhältnisformel VF4
CAS-Nummer 10049-16-8
PubChem 165641
Kurzbeschreibung

hellgrüner Feststoff[2]

Eigenschaften
Molare Masse 126,935 g·mol−1[3]
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,15 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

Zersetzung bei 325 °C[3]

Siedepunkt

sublimiert[3]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in unpolaren Lösungsmitteln[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​331​‐​314​‐​318
P: 260​‐​261​‐​280​‐​301+310​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​301+330+331​‐​304+340​‐​405​‐​501 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][6]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 23/24/25​‐​34
S: 28​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Vanadium(IV)-fluorid ist eine chemische Verbindung der Elemente Vanadium und Fluor. Es ist ein hellgrüner, hygroskopischer Feststoff, der sich bei 325 °C zersetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vanadiumtetrafluorid wurde 1911 erstmals von Otto Ruff und Herbert Lickfett beschrieben[7][8].

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vanadium(IV)-fluorid kann gewonnen werden, indem man Flusssäure bei niedrigen Temperaturen auf Vanadiumtetrachlorid einwirken lässt[2][8].

Vanadium(IV)-chlorid und Flusssäure reagieren zu Vanadium(IV)-fluorid.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vanadium(IV)-fluorid kristallisiert in einer Schichtstruktur (monokline Symmetrie, Raumgruppe P21/n (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2), in der die Vanadiumionen oktaedrisch von Fluoridionen umgeben sind.[1] Jedes VF6-Oktaeder ist über vier Ecken mit anderen Oktaedern verknüpft.

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Erhitzen disproportioniert Vanadium(IV)-fluorid in Vanadium(III)-fluorid und Vanadium(V)-fluorid[2]:

Bei der Reaktion mit Säuren entsteht hochgiftiger Fluorwasserstoff, hier als Beispielsäure Salzsäure:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b S. Becker, B. G. Müller: Vanadiumtetrafluorid. In: Angewandte Chemie, 1990, 102, S. 427–428 (doi:10.1002/ange.19901020422).
  2. a b c d A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1547.
  3. a b c d Vanadium(IV)-fluorid auf webelements.com
  4. a b Datenblatt Vanadium(IV) fluoride, 95% bei AlfaAesar, abgerufen am 31. Oktober 2016 (JavaScript erforderlich).
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Datenblatt Vanadium(IV)-fluorid bei Acros, abgerufen am 3. September 2010.
  7. Otto Ruff, Herbert Lickfett: Beitrag zur Kenntnis der Vanadinchloride. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 1911, 44, S. 506–521, doi:10.1002/cber.19110440179.
  8. a b Otto Ruff, Herbert Lickfett: Vanadinfluoride. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 1911, 44, S. 2539–2549, doi:10.1002/cber.19110440379.