Vanda Vieira-Schmidt

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Vanda Vieira-Schmidt 2017

Vanda Vieira-Schmidt (* 19. November 1949 in Berlin) ist eine deutsche Art-brut-Malerin und eine Konzeptkünstlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vanda Vieira-Schmidt 2017

Vieira-Schmidt wurde 1949 in Berlin geboren, sie wuchs auf Madeira auf und lebte seit ihrem 19. Lebensjahr wieder in Berlin.[1] Dort arbeitete sie als Au-pair-Mädchen und begab sich in verschiedene Lehren. Sie arbeitete dann als Kosmetikerin und nahm danach Malunterricht bei Privatlehrern. Mit 46 Jahren durchlebte sie verschiedene schwere psychische Krisen. Seit diesem Zeitpunkt begann sie, mit einer überbordenden Produktivität zu malen und zu zeichnen. Sie lebt seit ihren Krisen in stationär betreutem Wohnen. Sie selbst versteht sich als Über-Ich-Medium, d. h., sie glaubt, dass Gott durch sie handelt. An ihrem Kunstwerk arbeitet sie noch heute (work in progress).[2]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vanda Vieira-Schmidt malt und zeichnet gegen das Böse in der Welt an. Sie ist relativ spät zum künstlerischen Schaffen gekommen, hat aber zügig eine eigene künstlerische Sprache entwickelt. Mit ihren Bildformulierungen überzog sie seit Mitte der 1990er Jahre täglich zahllose DIN-A4-Blätter mit magischen Motiven, wie Zeichen, Mustern und Zahlen. Jeden Tag entstehen so ungefähr 10 bis 100 Aquarelle und Zeichnungen, teilweise sogar 1.000 am Tag. Ziel ist es dabei, die Menschen vor bösen Mächten zu schützen und den Weltfrieden herzustellen. Sie arbeitet an ihrem „Weltrettungsprojekt“, wie sie es selbst bezeichnet, und spricht dabei über ihre Arbeit von einer „Papierbatterie“ oder „Videoclips“. Bisher sind geschätzte 500.000 bis 700.000 Blätter entstanden. Das entspricht einem ungefähren Gewicht von circa drei Tonnen Papier.

Im Vergleich zu den konzeptionellen Künstlern, wie zum Beispiel Hanne Darboven, die sich auch mit Schreibzeichnungen und Zahlen beschäftigt und Operationen arbeitet, ist das Werk von Vanda Vieira-Schmidt sehr viel umfangreicher. Dadurch, dass sie ihr gesamtes Werk in uneinsehbare Stapel sortiert, werden die Muster und Zeichen zu einem Konglomerat an Äußerungen, die nur von Vieira-Schmidt selbst überblickt werden, dem Betrachter aber fremd bleiben. Sie entscheidet darüber, was sichtbar sein soll.

Mittlerweile kann man auch einzelne Blätter ihres Werkes kaufen. Die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg veräußert Originale von Vanda Vieira-Schmidt. Hierzu hat Vieira-Schmidt Blätter gestiftet und die Einnahmen kommen dem Erweiterungsbau der Sammlung Prinzhorn zugute.

2005 musste sie aus ihrer Wohnung im Betreuten Wohnen ausziehen. Im Keller stapelten sich eine Unmenge an Blättern sowie ein Stuhl, ein Tisch, ein Prosa-Stück und ein Prospekt von Madeira. Es drohte, dass die Arbeiten weggeschmissen werden, weil kein Platz in dem neuen Quartier war. Ihre Betreuerin wandte sich in ihrer Ratlosigkeit an die Sammlung Prinzhorn, die sofort den künstlerischen Wert der Arbeit einzuschätzen wusste. Thomas Roeske bot an, die Arbeiten vorübergehend im Foyer in der Sammlung Prinzhorn auszustellen (2005–2008). Er suchte aber auch gleichzeitig nach einem festen Standort, wo das Werk verweilen konnte. Diesen fand er im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Seit der Neueröffnung des Museums ist dort ein fester Verbleib gesichert.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2018: „I am Vanda Vieira-Schmidt, the author of The World Rescue Project“

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: Ausstellung in der Sammlung Prinzhorn (Heidelberg)[3]
  • 2008: Museum Bochum[4]
  • 2009: Kleisthaus in Berlin[5]
  • seit 2011: Militärhistorisches Museum Dresden
  • seit 2011: Dauerleihgabe im Themenparcour „Krieg und Gedächtnis“
  • 2016: New Museum in New York in der Ausstellung „The Keeper“, in der das Weltrettungsprojekt gezeigt wird

Ausstellungskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Hohnholz (Hrsg.): Krieg und Wahnsinn: Kunst aus der zivilen Psychiatrie zu Militär und 1. Weltkrieg. Werke der Sammlung Prinzhorn. Wunderhorn, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-88423-481-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David, Nathalie: 7 Tage mit Vanda Vieira-Schmidt. Abgerufen am 31. Mai 2016.
  2. Schulze, Karin: Spiritistische Kunst: Dada oder gaga? In: Spiegel online. 16. Februar 2008, abgerufen am 31. Mai 2016.
  3. Hohnholz 2014.
  4. Weltrettungsprojekte – kulturwest.de
  5. Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen (Hrsg.): 7 Jahre Kunst im Kleisthaus 2001 – 2008. Berlin 2008 (behindertenbeauftragte.de [PDF; 22,0 MB; abgerufen am 11. Juni 2016]).