Varto

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Varto
Wappen fehlt
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Varto (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Muş
Koordinaten: 39° 10′ N, 41° 27′ OKoordinaten: 39° 10′ 10″ N, 41° 27′ 15″ O
Höhe: 1650 m
Einwohner: 31.187[1] (2015)
Telefonvorwahl: (+90) 436
Postleitzahl: 49600
Kfz-Kennzeichen: 49
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Bürgermeister: Sabite Ekinci (BDP)
Webpräsenz:
Landkreis Varto
Einwohner: 31.187[2] (2015)
Fläche: 1.365 km²
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Kaymakam: Mehmet Nuri Çetin
Webpräsenz (Kaymakam):

Varto (kurdisch und zazaisch Gımgım) ist eine Stadt in der Provinz Muş. Varto ist gleichzeitig die Hauptstadt des Landkreises Varto. Sie liegt zwischen Erzurum und Muş etwa 80 km südlich von Erzurum zwischen den Bingöl- und den Şerafettinbergen.

Kurdisch und Zazaisch sind in diesem Gebiet weit verbreitete Sprachen. Früher wurde in dieser Region auch Armenisch gesprochen. Ein Teil der Zaza-Sprachigen sind Einwanderer aus Erzincan.

Varto liegt in einem für die Gegend typischen wald- und wiesenreichen Tal. Die Bevölkerung ist hauptsächlich in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Bezirke Baltas und Acarkent sind die größten und wasserreichsten Stadtteile. Die Tänze Çepki, Yare und Memyani kommen ursprünglich aus Varto.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Name Varto stammt wohl vom armenischen Personennamen Vartan (Վարդան). Westarmenisch Vart (վարդ) oder ostarmenisch Vard bedeutet Rose und ist eines der vielen parthischen Lehnwörter im Armenischen. Es ist auch ins Arabische entlehnt worden ('ward ورد').
  • Einige Quellen gehen davon aus, dass das Wort Varto von dem Wort Urartu abstammt.
  • Wiederum andere Quellen sagen, dass diese Region den Namen Varto erhielt, weil diese eine beachtliche Trappen-Population beherbergte. Diese Trappen-Vögel (türk.: toy) waren begehrte Jagdbeute der Seldschuken-Fürsten, die regelmäßig in dieser Region Vogeljagd betrieben und vergnügt „Es gibt Trappen!“ (türk.: „Toy Var!“) ausriefen. Vartoy soll sich im Lauf der Jahre im Volksmund zu Varto entwickelt haben.

Gümgüm (kurdisch Gimgim) ist einer der ältesten Namen für die Stadt und den Landkreis. Es gibt unterschiedliche Theorien über die Herkunft des Namens Gimgim.

  • Einigen Quellen zufolge soll Goskar Baba, Häuptling der Aq Qoyunlu, mit dem Einzug der Oghusen in diese Region im Jahr 786 dieses Gebiet Gimgim genannt haben.
  • Andere Quellen behaupten, dass Gimgim an jenes Geräusch erinnert, welches durch Trommelschläge entsteht. Diese Trommeln wurden anlässlich der Grabbesuche (Pilgerreisen) von Goskar Baba in den 3000 m hohen Bingöl-Bergen geschlagen.
  • Eine andere Vermutung ist die, dass die ehemaligen Vulkane südlich von Varto wegen ihrer Eruptionsgeräusche für den Namen Gimgim verantwortlich sind.
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Landkreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Varto liegt im Norden der Provinz und grenzt an die Provinzen Erzurum und Bingöl. Es hat eine Fläche von 1418 km² und eine Höhe von 1650 m über NN. Die Sommer sind trocken und heiß, die Winter kalt und schneereich. In der Provinz gibt es drei hohe Berge namens Bingöl, Şerafettin und Hanşeref. Der Hanşeref hat einen Kratersee namens Hamurpet (Akdoğan Gölü). Als Flüsse gibt es Seferek, Bingöl und Goşgar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Quellen gehen davon aus, dass die Geschichte Vartos mit den Urartäern beginnt. Bei archäologischen Ausgrabungen in Kayalıdere wurde eine urartäische Festung mit Tempel gefunden. Nach den Urartäern lösten sich die Meder, Perser, Parther, Römer und die Byzantiner in dieser Region ab.

Mit der Schlacht von Manzikert fiel diese Region unter die Herrschaft der Seldschuken. Später stellten die Stämme der Qara Qoyunlu (Horde der Schwarzen Hammel) und der Aq Qoyunlu (Horde der Weißen Hammel) Herrschaftsansprüche über diese Region. Mit der Schlacht von Tschaldiran im Jahr 1514 fiel Varto unter die Verwaltung der Osmanen. 1915 wurden die einst in Varto zahlreich lebenden Armenier Opfer von Deportationen und Massakern oder sie flohen. Mit der Gründung der türkischen Republik 1923 erhielt Varto mit der Zustimmung des Innenministers und des Parlaments seinen offiziellen Namen und seinen Status als Landkreis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christopher de Bellaigue und Karl Heinz Siber: Rebellenland: Eine Reise an die Grenzen der Türkei, C.H. Beck, September 2008, ISBN 3406577539
  • Mehmet Şerif Fırat: Doğu İlleri ve Varto Tarihi, Ankara 1981, Türk Kültürünü Araştırma Enstitüsü
  • Burhan Kocadağ: Lolan Oymağı ve Yakın Çevre Tarihi, İstanbul 2007, Can Yayınları

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yerelnet, abgerufen 9. April 2016
  2. Yerelnet, abgerufen 9. April 2016